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Menorah · 1925-05-01 · Heft 5 (Mai 1925) · p. Seite 101

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 5 (Mai 1925)
Article
Ein Besuch bei den Juden Hollands
Date
1925-05-01
Page
Seite 101 (sequence 3)
Language
German
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M E N O R A H 101 ZIERTÜRMCHEN DER THORAROLLE 1751 BESCHNEIDESESSEL. 1 768 SILBERNE PRIESTERKANNE beizuwohnen. Holland hat nämlich in seinen Provinzen Obcrrabbinate. Diese Provinzialeinteilung ist alt. Im Jahre 1814 gab es zwölf Hauptsynagogen, unter denen die von Fricsland in Leeuwardcn sich befand. Einer der hervorragendsten Oberrabbiner daselbst war um 1 840 Herr D u s n e s, welcher der Gemeinde ihr Rathaus stiftete, das heute noch besteht. Das ganze reizende, echt holländische Städtchen war am Tage der Installation des nach fünfjähriger Vakanz wieclerbesetzten Oberrabbinates in Bewegung, bestgäste aus weiter Ferne hatten sich zahlreich eingefunden. Herr Bernhard Davids, der jüngste diplomierte Kandidat des Amsterdamer Rabbinerseminars, dem ein ausgezeichneter Ruf als Gelehrter vorausging, ein Enkel des verstorbenen Oberrabbiners von Amsterdam Dr. J. H. Dünner, wurde in sein hohes Amt eingeführt. Wochenlang vorher beschäftigten sich die Zeitungen mit dem bevorstehenden Ereignis. Das mußte dem ausländischen Besucher auffallend erscheinen. Auch die nichtjüdischen Blätter brachten Artikel über die Persönlichkeit des neuen Oberrabbiners und die Wichtigkeit der Neubesetzung. Ein Beweis, wie sehr sich die Öffentlichkeit in Holland für solche intern-jüdische Angelegenheiten interessiert. Das ist um so erfreulicher, als auch in diesem gesegneten Lande religiösen Friedens der Versuch gemacht wird, ihn zu stören. Als m Deutschland, dem Mutterlancle des Antisemitismus und Rassenhasses, nach Verlauf des Bibel-Babel-Lärms der Assyriologe briedrich Delitzsch keine Ruhe fand und zu den Lorbeeren dieses Spektakels die Publizierung seines berüchtigten Buches ,,Die große Täuschung" fügte und dann die Flut antisemitischer Pamphlete allmählich verebbte, fand sich ein holländischer „Gelehrter", der dieses Machwerk zu einem kühnen Angriff gegen das Judentum benützte. Eine ganze Reihe hervorragender Theologen und Semitistcn trat ihm tapfer entgegen. Aber die „Weisen von Zion" machten ihren verhängnisvollen Weg auch dorthin. Der traurige Ignorant und Judenverfolger Fritsch fand Nachahmer in den Niederlanden. Das als blöde Fälschung enthüllte Schanclbuch „Die Prolokolle der Weisen von Zijon" mit seinem wüsten Geschrei von der „Weltherrschaft der Juden" akkompagniert von dem Hetzruf aus hlenry Fords Buch ,,Der internationale Jude", hat auch in Holland Verfechter und Propagatoren gefunden und anläßlich der Eröffnung der Flebräischen Universität zu Haßartikeln veranlaßt. Es wird sicherlich gelingen, diese dort ungewohnten Stimmen rechtzeitig zum Schweigen zu bringen. Die Installation des erwähnten Oberrabbiners war ein ungemein feierliches, eindrucksvolles Erlebnis. Nach der sogenannten bürgerlichen Installation im Rathause, die in Begrüßung, Verlesung und THOR ASCHILD. I 75 I MENORAH. 175 3 THOR AMANTEL ALS SILBERBROKAT

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