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Menorah · 1925-02-01 · Heft 2 (Februar 1925) · p. Seite 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 2 (Februar 1925)
Article
Der Kampf um den Besitz Palästinas in ältester Zeit
Date
1925-02-01
Page
Seite 28 (sequence 2)
Language
German
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28 MENORAH von Sinear, Ariok von Ellassar und Tidal von Gojim einen Kriegszug nach Palästina. Nach Besiegung der Refaiter, Susim, Emim, Amalekiter und des Amoriterreiches in Hazazon-Tamar kam es im Tale Siddim zum Kampf mit den Empörern. Kedorlaomer war zunächst siegreich und wollte schon mit reicher Beute an Menschen und Sachen abziehen, als er durch das entschlossene Eingreifen A b r a m s, der seinem mitgefangenen Neffen Lot zu Hilfe eilte, noch in letzter Stunde um seinen Erfolg gebracht wurde. Dieser Bericht der Thora wurde ehedem auf Grund von „gesicherten Resultaten der Wissenschaft" in seinem ganzen Um- STELE. HAMMURABIS, KÖNIG VON BABYLON sogen. Code Hammurabi (1950 v. <1. Z.), Louvrc, Paris fange für ungeschichtlich erklärt und in das Reich der Fabel verwiesen, eine Auffassung, die heute als abgetan gelten darf. Sprachlich ist der Name Kedorlaomer die genaue hebräische Wiedergabe des elamitischen Kudur-Lagamara. Zwar ist uns ein König dieses Namens sonst nicht weiter bezeugt. Gleichwohl ist er keine Erfindung der Bibel. Wir finden nämlich bei anderen elamitischen Königsnamen „Kudur" als ersten Bestandteil, dem dann ein Göttername — als solcher ist Lagamar ( hebr. la'omer) für Elam bezeugt — als zweiter folgt. (Vgl. Lehmann- Haupt, Israel, S. 8.) Amrafel ist trotz des sprachlich undeutbaren Schlußkonsonanten 1, nachdem die assyrische Schreibung Ammurapi nachgewiesen ist, gleichbedeutend mit dem berühmten König (vgl. unten) Hammurabi, zumal dessen Land Sinear, wie immer das Wort zu erklären sei, sachlich unbestritten Babylonien bezeichnet. Hammurabi hat später, wie wir wissen, einen König von Larsa besiegt, dessen Name ,,Diener des Mondgottes", sumerisch Eri-Aku gelautet haben muß. In sprachlich genauer Wiedergabe nennt daher die Thora diesen König Ariok, wie sie auch sein Land Larsa unter Umstellung der Konsonanten s und r richtig Ellassar bezeichnet. Somit dürfen wir Kedorlaomer, obgleich wir einen König dieses Namens bis jetzt noch nicht aus anderen Quellen kennen, auf Grund des Zeugnisses der Thora — die sich auch in dieser Hinsicht als eine Lehre der Wahrheit erweist — für eine geschichtliche Persönlichkeit halten. Die Herrschaft Elams überhaupt steht zudem auch sonst urkundlich fest! Wir kennen aus der Zeit kurz vor Hammurabi einen Gouverneur Elams im „W e s 11 a n d". Der elamitischen Vorherrschaft machte spätestens um 1950 Hammurabi von Babel in siegreichen Kämpfen ein Ende. Ihm gelang es ferner, die staatliche Zerrissenheit des Zweistromlandes zu beseitigen und ganz Babylonien unter sein Zepter zu einigen. Auch Palästina wird wohl von ihm abhängig gewesen sein. Zwar ist ein Feldzug Hammurabis nach Syrien nicht besonders bezeugt. Die Tatsache, daß 'er „König der Amoriter" hieß und in „mat Amurru" ( Amoriterland) einen Verweser — er hieß Siniddinam — eingesetzt hatte, ist noch kein zwingender Beweis. Denn die Wahl dieser Bezeichnung kann damit erklärt werden, daß in dieser Zeit Amoriter einen sehr erheblichen Teil der Bevölkerung Babyloniens bildeten (vgl. Böhl, Kanaanäer und Hebräer, S. 36) und hier wie darüber hinaus gerade durch Hammurabi den Höhepunkt ihres Einflusses erreicht hatten. Vollends er selbst war ja seiner Abstammung nach wie nicht minder in seinem Kulturbewußtsein und in seinen religiösen Anschauungen Amoriter. Immerhin darf mit größter Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß er Palästina unter seine Botmäßigkeit gebracht hat; war er doch der anerkannte Oberherrscher des westlichen Vorderasiens überhaupt und durfte sich im besonderen als Erbe der Fürsten von Akkad und Elam fühlen, die im Westland die Herrschaft ausgeübt haben. Hammurabis Reich hat ihn selbst nicht lange überdauert. Die Nachrichten über die politischen Beziehungen Palästinas zum Zweistromlande sind für die folgenden Jahrhunderte zu dürftig und unsicher, um erwähnt zu werden. Ein deutliches Bild ist aus ihnen nicht zu gewinnen. Als sichere geschichtliche Tatsache kann daher nur gelten, daß Palästina etwa ein Jahrtausend — von ca. 2600 bis ca 1950 — unter babylonischer (kurze Zeit elamitischer) Herrschaft gestanden hat. II. Von Ägypten aus haben schon die Herrscher der 1. Dynastie, die von 3400 an regierte, versucht in Palästina und den angrenzenden Gebieten festen Fuß zu fassen. Zunächst ist es die Sinaihalbinsel, deren Reichtum an Bergwerken sie anlockte. Wir besitzen ein Elfenbeintäfelchen aus dem Grabe Usaphaias, des fünften Königs der 1. Dynastie, das diesen abbildet, wie er einen Semiten niederschlägt. Ebenfalls ins vierte Jahrtausend weist eine ähnliche Darstellung im Grabe des Königs Sen. (Vgl. Greßmann, Altorient. Texte und Bilder zum A. 7, Abb. 242.) Mit großer Energie setzte König Zoser von der 3. Dynastie (seit ca. 2980), die erste hervorragende Gestalt des alten Reiches, die Ausnutzung der Kupferminen im Sinai fort und fand hierin wie überhaupt in seiner Eroberungspolitik einen weitschauenden Nachfolger in Snofru aus der 4. Dynastie (ca. 2930), der die einheimischen Stämme besiegte. Er galt deshalb später als der Begründer der ägyptischen Oberherrschaft im Sinai. Er war vollends der erste, der seinen Blick weiter nordwärts richtete. So entsandte er eine Flotte von vierzig Schiffen nach der phönizischen Küste, um für seine Bauten Zedern des Libanon zu holen. Aus diesen zunächst friedlichen Handelsverbindungen entwickelten sich gar bald, vielleicht noch unter Snofru selbst, kriegerische Beziehungen. Sicher aber hat etwa um 2740 Sahure aus der 5. Dynastie eine Kriegsflotte nach der phönizischen Küste entsandt. Auf einem Wandgemälde in Deschasche sehen wir, wie seine Soldaten die mit Wall und Türmen stark bewehrte Stadt Netia auf Sturmleitern und mit mächtigen Stangen belagern. Diese Darstellung wird wirksam ergänzt durch ein mächtiges Relief in seinem bei Abusir ausgegrabenen Totentempel, das die Heimkehr der nach dem Libanongebiete entsandten Kriegsflotte zum Gegenstand hat. Neben den ägyptischen Matrosen stehen die gefangenen Asiaten, die gezwungen werden, in den Huldigungsruf einzustimmen: „Heil dir, Sahure, Gott der Lebendigen., die deine Schönheit sehen." Nicht minder glücklich war eine Expedition Sahures nach der Sinaihalbinsel: sie kehrte reich mit Schätzen beladen heim. Trotz der Erfolge konnte weder hier noch im angrenzenden Südpalästina der Widerstand der Bevölkerung gegen die Begehrlichkeit der Ägypter völlig gebrochen werden, so daß Expeditionen zur Sicherung der Bergwerke notwendig blieben. Zudem war Ägypten in wachsendem Maße von Beduinenschwärmen — den oben erwähnten Amorilern — bedroht,

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