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Menorah · 1925-02-01 · Heft 2 (Februar 1925) · p. Seite 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 2 (Februar 1925)
Article
Der Kampf um den Besitz Palästinas in ältester Zeit
Date
1925-02-01
Page
Seite 27 (sequence 1)
Language
German
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MEN O R AH Illv^trierte Monatjtchrift FVrDiE JvDIS'CHEEaj^ILlE WIEKT*- FRANKFVRT a.M. III. JAHRGANG FEBRUAR 1925 NR. 2 Der Kampf um den Besitz Palästinas in ältester Zeit (3400- 1450 v. d. K. Z.) VON DR. J. ZLOCISTI. I. Jedes Staatsgebilde des Zweistromlandes (Euphrat und Tigris), das über seine natürlichen Grenzen sich ausdehnen wollte, um nicht Binnenland zu bleiben, mußte zu diesem Ziele ungehinderten Zugang zum Mittelländischen Meere zu gewinnen suchen. Das gleiche Streben hatten auch die Herrscher Ägyptens, weil die Küste des Nildeltas für ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen zu schmal und hafenarm war. Das Hinterland dieser von Osten und Süden her begehrten Mittelmeerküste war das nordwestliche Syrien und Palästina. Diese beiden Länder bildeten zugleich das Durchgangsgebiet für den Verkehr zwischen Ägypten und dem Zweistromland. Gerade der kürzeste Verbindungsweg durchkreuzte das eigentliche Palästina. Er führte -von Damaskus aus durch das spätere Gebiet der Stämme Gad und Manasse im Ostjordanland, überschritt etwa 18 km nördlich vom Toten Meer den Jordan, durchquerte sodann über Jericho und Jerusalem Südpalästina und vereinigte sich etwas nördlich von Gaza mit der großen Karawanenstraße. Diese nahm gleichfalls von Damaskus ihren Anfang, ging aber in westlicher Richtung, von israelitischem Gebiete nur Dan, also den nördlichsten Punkt, berührend, direkt nach der phönizischen Stadt Tyrus. Von hier aus zog sie sich immer nahe an der Meeresküste entlang nach Süden und erreichte über Asdod, Gaza und Raphia bei Pelusium das Nildelta. Für die Herrscher Ägyptens im besonderen kam noch hinzu, daß der Reichtum der Sinaihalbinsel an Kupfer- und Türkisminen die Begehrlichkeit reizte, und ihnen daher der ungestörte Besitz der Halbinsel selbst, wie der angrenzenden Gebiete Südpalästinas sehr am Herzen lag. So ist Palästina infolge seiner geographischen Lage sowohl für die jeweiligen Staaten des Zweistromlandes wie für Ägypten von hoher Bedeutung gewesen. Der friedliche wie zumeist kriegerische Wettbewerb um das Land unserer Väter bildete den beinahe ausschließlichen Gegenstad seiner äußeren politischen Geschichte in alter Zeit. Soweit unsere Kenntnisse zurückreichen, war der erste Herrscher aus dem Gebiete des Zweistromlandes, der den Zugang zum Mittelländischen Meere erstrebte, Lugalzaggisi, der P a t e s i (König) von Gischchu. Spätestens um 2600 hatte er die Länder „vom Aufgang bis zum Untergang", „vom unteren Meer bis zum oberen Meer", d. i. Vorderasien bis zur Küste des Mittelmeeres und somit wohl auch Palästina erobert. Ohne Zweifel ist hundert Jahre später (um 2500 Sargon I. von Agade (Akkad) bis hieher vorgedrungen. In seinen Berichten nennt er das Land „Amuru", weil der größte Teil der Bewohner „Amoriter" waren. Sie hatten diese Gegenden schon vor der Mitte des dritten Jahrtausends in Besitz genommen und bedrohten in der Folge expansionslüstern den angrenzenden Osten, bis Sargon ihrem weiteren Vordringen in einem erfolgreichen Kriegszuge nach dem Westlande für lange Zeit ein Ende machte und sie unter seine Botmäßigkeit zwang. Sein Sohn und Nachfolger Maramsin (ca. 2470—2440) hielt die Eroberungen mit kräftigem Arm aufrecht. Sieger und Besiegte traten bald in lebhaften Verkehr. In den mannigfachen Beziehungen äußerer Kultur, wie Handel und Handwerk, nicht minder aber in Dingen der Kunstwissenschaft und Religionsanschauung begann reger Austausch und gegenseitige Beeinflussung. Hiebei scheinen die Babylonier im allgemeinen die Gebenden gewesen zu sein, ohne daß die politisch abhängigen Amoriter lediglich die Empfangenden gewesen wären. Es gewinnt immer mehr an Wahrscheinlichkeit, daß bekannte urgeschichtliche Sagen und Mythen in Amuru entstanden und von hier nach dem Osten — nicht umgekehrt, wie man bisher ohne Einschränkung annahm — gedrungen sind. Über den amoritischen Ursprung der babylonischen Gottheiten Hadad, Aschrat, Dagan u. a. besteht jedenfalls kein Zweifel. In Dingen der Religion und somit der sittlichen Kultur wurde also schon jetzt Babylonien von Palästina als gebendem Teil in nicht geringem Maße beeinflußt (vgl. A. T. Clav, Amurru, The home of the Northern Semites). Die regen Beziehungen zwischen beiden Ländern begünstigten eine friedliche Invasion von Amoritern nach Babylonien. Sie kamen als Bauern, Handwerker, Kaufleute und wohl auch als Söldner ins Land und machten bald einen so großen Teil der Bevölkerung aus, daß sie anfingen, eine Gefahr für das Reich zu werden, zumal gleichzeitige kriegerische Invasionen ihrer noch nicht seßhaften Stammesgenossen — Amoritern in weiterem Sinne — sich immer häufiger wiederholten. Um die Einfälle wirksam abzuwehren, errichtete Gimilsin (ca. 2400), der vorletzte Herrscher der das Reich von Akkad ablösenden Dynastie von U r, als Sperrfort die sogenannte Amoritermauer. Seine Bemühungen blieben ohne Erfolg. Amoriter drangen selbst in die regierenden Kreise ein, wie denn schon der dritte und vierte Herrscher der auf Ur folgenden Dynastie von I s i n amoritische Namen führen. Vollends als das Reich von Akkad dem gänzlichen Verfall nahe war, riß es der Amoriterführer S u m u - a b u um 2060 an sich und wurde hier der Gründer der Dynastie von Babel. (Vgl. Kittel, Gesch. d. Volkes Israel. 2. Aufl., I., 73.) Unter der Regierung seines Sohnes und Nachfolgers Sumuailu wuchs das neue Reich gewaltig an Macht und Ansehen. Bald darauf trat indessen ein Stillstand ein, als es den Elamiten gelang, die Herrschaft sowohl im Z w e i s t r o m 1 a n d w i e im westlichen Vorderasien an sich zu reißen. Auch Palästina war von ihnen abhängig (ca. 2000), und zwar etwa zwölf Jahre lang. Darüber sind wir durch das 14. Kapitel des ersten Buches Mose unterrichtet. Es erzählt uns, daß die palästinensischen Stadtkönige Bera von Sodom, Birsa von Gomorra, Sinab von Adma, Semeber von Zebojim und der König von Bela (Zoar) zwölf Jahre lang dem König Kedorlaomer von Elam unterworfen waren. Als sie sich, so erzählt die Heilige Schrift weiter, im dreizehnten Jahre wider ihn empörten, unternahm er mit Unterstützung des Amrafel

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