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Menorah · 1924-07-01 · Heft 7 (Juli 1924) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 7 (Juli 1924)
Article
Der Berg in der Wüste
Date
1924-07-01
Page
Seite 17 (sequence 3)
Language
German
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MENORAH 17 Kränz t ihm den Scheitel. Neige dich. Segne mich. Wähle die Schönste! Nimm in da« Zelt mich! Hiimct den Hügel der edlen Metalle. Lachet! ■— Wir lachen ja. Gcgcncinar.dcrströmendc Chöre mit führenden Einzelstimmen. Untermalende AIu.vl(. MÄNNER: O meine Braut, meine schlanke Hindin, Weiße Gazelle, du bist sehr lieblich. Wie bin ich durstig nach deiner Schönheit. Springe vom Boden auf! Sink in die Arme mir!! RAUEN: Fange mich! Fange mich! — Tanzen wir! Tanzen wir! MÄNNER: Reizende, öflne mir doch deinen Garten' Liebe, entschlüpfe mir nicht wie;in Wiesel! ANDERE dunklere Welle: Wälzet mit aller Kraft über die harten Steine den Schild mit dein goldnen Gcriescl! Schleppt es zum Fcucrbrancl, wo es im Flamin enku {.\ Unter des Meislers Hand flüssig wird, schmelzen muü. STIMMEN: Lachet! — Wir lachen ja. Küsse mich! Fange mich' Tanzen wir! Tanzen wir! Groß bist du, du bist piroß, Aharon, Aharon! Den Schild mit den Schätzen fortschleifend, alle ah in rauschender Woge. Die Bühne ist leer. Der ohere Teil des Gebirges wird sichtbar. Mose kommt den Berg herab. In den Armen hält er die steinernen Gesetzestafeln. Er ist gealtert Sein Gesicht leuchtet voll Freude. MOSE: O, Du ewiger Gott, ich hab Dich geschaut! Der Jubel schwillt in meiner Seele laut. Du sprachst zu mir. Du neigtest Dein Gesicht. Ich sah empor — und ich ertrug das Licht! Ich bin Dein Teil: Tiopfcn im Blut. Auch das Volk ist Dein Teil: Nur noch finstere Flut. Ich stemme im göttlichen Blutstrome schwer, Empor das finstere zahllose Heer Der Menschen in strahlenden göttlichen Raum. Das Niedrige, Schwere wird Krone im Baum. Das Holz, wird geschmeidiger Schößling, der blüht. Ercldunkles wird leuchtendes Auge, das sieht. Es treibt aus der Erde gewaltig der Wald. Es steigt in die Höhe geballte Gestalt. Es reckt sich der Mensch zum Gott in der Wolke. Es neigt sich sehnend der Gott zu dem Volke. Was soll noch weh tun, wo ich auserwählt bin Von allen Menschen, die die Welt bewohnen. Wo ich doch fliegen könnte ohne Hügel. Wo Silberspuren unterm Fuße bleiben, Es muü doch leuchten mein Gesicht wie Gold. Und eine Maske werd ich tragen müssen. Wenn ich hinunter zu dem Volke komm. Für das ich halt in Händen Dein Geschenk. Gesetz., von Dir geschrieben in die Tafeln Ob sie wohl ungeduldig auf mich warten? Ob sie mich lieben können trotz, der Strenge? Doch horch, ich hör Musik und Stimmcnklang, Aufdrohnend auf die Erde Schritte. Schritte, Entgegen zieht mein Volk mir im Triumph. Er '.st ein Blendwerk. Er steht, die Tafel an die Brust gepreßt. Die II oge des Vollmes rauscht zurück. P aul(enschl'.ige. Musik. Männer und Weiber in lustvollem Tanz um das goldene Kalb. Während der ersten Strophe wird das Götterbild nieder gestellt: VOLK: Das Gold, das Gold, das rote Gold, Das glühende Gold in dem Tiegel, Ist geschmolzen, gelodert, cmporgerollt. Im purpurnen Rauch aus dem Spiegel. Nun lächelt der Gott und ist gutig und hold. Der Gott, der mit uns in Ägypten war. Mit langem erglänzenden goldenen Haar Führe uns heim nach Ägypten! SITRI: Wehe! Wehe! Welches Trugbild betet ihr an! Verkündet hat Mose das Gebot des Herrn: Du sollst keine Götter machen aus Stein und Metall! EINZELNE: Wieder schleicht er uns nach. Wieder stört er das Fest. Steinigt ihn! VIELE: Steinigt ihn! VOLK: Aharon hat dieses Werk getan! Aharon lobsinget und betet an! Den Meister, den wir zum Fürsten gekürt. Der glücklich uns wieder zur FIcimat führt. Doch Mose, der finstere, er sei verflucht, Er liegt als verwesendes Aas in der Schlucht. Zerfressener Leichnam, den Geiern zum Mahl. Lobsinget Osiris! Lobsinget Baal! . . . MOSE zerschmettert die Tafel, schreiend: Zerbrich! S( herbengekreisch. Donner. DAS VOLK erstarrt empnrsehauend: Mose! MOSE: Füi euch hab ich's geholt aus dem Himmel. Zerbrochen im Staub, sind's besudelte Splitter! Wer hat mir das getan? S(i//e. Ihr duckt euch nur und möchtet euch verkriechen. Feiglinge ihr! AHARON: Ich hab's getan. MOSE: Ich machte dich zu des Herrn oberstem Priester. Ich werde dir abreißen die heilige Stirnbinde! Aus dem Leib des Volkes wirst du geschnitten wie wildes Fleisch! ARD: Du hast kein Recht zu strafen. Du bist nicht mehr als wir. Waruni gerade du? MOSE: Zum Tod! Zum Tod! Wer war-n eure Fleller? Ihr Angefaulten, Erbärmlichen, gesteht! ARD: Hört ihr, wie er euch beschimpft? War es nicht edel, was ihr getan habt? War es nicht schön und groß? Ihr habt geopfert all eure Schlitze für das goldene Bild des Gottes. Ruhmvoll ist das, was ihr getan habt! Ich speis ihm ins Gesicht: Ich hab's getan! Warst du's nicht auch? Und du? Und du? Und du? VOLK anwachsend: Ich hab's getan! — Ich hab's getan! — Wir alle haben es getan! Wir alle' — Jeder! — Du! — Ich! — Ich! MOSE: Zum Tod! Zum Tod! AHARON: Laß mich das Opfer sein. MOSE: An einem Opfer hat er nicht genug. Der Ewige ist groß in Seiner Güte. Der Ewige ist groß in Seinem Haß. Er rächt die Schuld an Kind und Kindeskindern! ARD: Wo ist der Gott, der große gute Gott? Er läßt uns wie du in der Not allein- Man sieht ihn nicht. Man hört ihn nicht. Er spricht nicht. MOSE: Er wird bald sprechen! AHARON: O. erbarme dich! MOSE: Gieß nieder, Ewiger, die Unheilschattcn! Fahr nieder, lürchtcrhch m Deinem Zorn! Vertilge sie! AHARON: O, Gott, vergib die Sünde! MOSE: Friß auf in Deinem Grimm die feile Menge! Zerschmetteie sie mit Deinen Blitzen, Herr! \'ertilge sie! AHARON: Vergib die Schuld. VOLK leise: Die Sci-ulcl. MOSE: Zum drittel.mal: Abgrund, reiß auf! Tiefe, heb dein brüll 'ndes Flaupt. Vertilge sie! Angstvolle Stille. MOSE: Gott schweigt? .ARD jubelnd: Gott schweigt, weil du der Sünder bist! Der Gott ist gniitlig. Aber du ein Mörder. MOSE: Ich bin der Erwählte des Herrn. Er hat mir \ ergeben. ARD: Nur dich erwählt der Flerr. Nur dir vergibt er. Warum nicht uns? Nur du bist rein und schuldlos. Ermorde uns! Wie du mordetest in Ägypten. Den Vogt! MOSE: Für euch! ARD: Füi dich ha* clu's getan! Für deine Lust!

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