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Menorah · 1924-07-01 · Heft 7 (Juli 1924) · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 7 (Juli 1924)
Article
Der Berg in der Wüste
Date
1924-07-01
Page
Seite 16 (sequence 2)
Language
German
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16 M E N O R A H LERNEN UND - Mit GcnehmisutiK des Verlaues Ferd. Ostcrta«, Berlin ARD: Nun sind wir am Ziel. — Seht ihr das Fclsgcbirge? Das ist der Altar! Seht ihr eure Brüder, eure Weiber, eure Kinder. Sehet euch selbst: das ist das schreiende Tier! Seht ihi ihn, wie er hinaufsteigt in die Schallen, ernst, die Stirn voll Falten, mit angespanntem Blick: das ist der Priester! Ich sehe ihn wiederkommen! Hohn lächelt darob die blutgierige Wolke. Ich sehe ihn niedersteigen. Mit seinem Messer! Weh d>r, mein Volk! STIMMEN: Weh uns! Weh uns! Mit finsteren Mächten ist er im Bund. Umringt sind wir von den Schrecken der Verdammnis. Donner. Und wieder heulen die Donner und hallen zurück an den Wänden. Fürchterlich lachen sie. Wir sind verloren. Wer hilft uns? Wo ist ein Gott, der uns erlöst? Wir haben keinen Gott! HAGGI: Oh, wenn wir einen Gott hätten. ZIPHION: Einen milden Gott. HAGGI: Einen Gott mit goldenem, glänzendem Fell. Wie ihn die Ägypter haben. Der gütig ist. Dem der Weihrauch dampft. — Aharon! STIMMEN: Gib uns ein Zeichen, daß einer über uns wache und uns schütze, daß einer kämpfe gegen finstere Gewalten. — Aharon! ARD: Baue uns einen Gott! SITR1: Verboten hat Mose... STIMMEN: Gib uns einen Gott! Gib uns einen Gott! Wir wollen ihn vorantragen wie eine Fahne. Form uns sein Bild, daß wir leben. Du bist unser Führer. AHARON: Euer Führer bin ich nicht. Mein Bruder hat dies schwere Amt auf seinen Schultern. Gebet acht, daß nicht entbrenne sein Zorn, daß er nicht streng richte euer Verbrechen. STIMMEN: Wenn er abwärts steigt. Wenn er heimkehrt. Was wird er tun? ARD schreiend: Schlachten wird er euch alle wie Opfertiere! Erschlagen sollt ihr ihn, wenn er wiederkommt! — Aber nie kommt er wieder. Ohnmächtig ist er. Er ist gestorben. Er ist tot. Sein Leichnam liegt im Gebirge, von Geiern zerfressen, Denn mächtig wird walten der Gott aus Gold! STIMMEN: Forme sein Bild! Forme sein Bild! Forme sein Bild! AHARON: Nie! STIMMEN: Baue den Gott! Baue den Gott! Sonst verscharren wir dich im Sand! AHARON: Bringt mich um! Besser tot sein, denn leben als ein Verräter. SITRI: Allmächtiger, sie spotten Deines Namens! ZIPHION: Wir drohen dir ja nicht. Wir sind nur in Verzweiflung gestürzt. HAGGI: Nimm Metall und baue uns eine Hoffnung, daß wir uns nicht fürchten. Leite uns heim nach Ägypten. Und wenn du nicht willst, laß uns flüchten nach allen Windrichtungen. SITRI: Sie sind von Sinnen. Waren nicht genug Gräber in Ägypten? AHARON zögernd: Ich will euch eure Bitte gewähren. Ich will euch bauen ein Bildwerk nach eurem Gelüst. Ich will euer Führer sein. Aber werdet ihr mir gehorchen in allen Stücken? STIMMEN: Wir gehorchen dir. AHARON: Werdet ihr hinfort liefern jeden, der lästert, in meine Hand? STIMMEN: Er sei dein! AHARON: Furchtbar würde ich strafen! — Werdet ihr opfern all eure Schätze, all euer Gut, all euern Besitz für den Gott? STIMMEN: Wir geben es hin. Unser Vieh. Unser Kleid. Wir geben es hin. AHARON: All euer Gold? STIMMEN: Wir geben es hin. Die Ringe, die Armspangen, alle Kleinodien. Flicr! Hier! AHARON: Es ist zu wenig! STIMMEN: Holet das ganze Lager! Kommet! Kommet! — Bringt einen Schild. — Einen Schild aus Kuhhaut. — Einen großen Schild. — Einen Schild aus Metall, zu türmen die Schatze. — Rufet die Weiber, daß sie opfern den Schmuck. Rufet die Frauen. Rufet die Mädchen. Hir/a, Hagla, Mahcla, Milca, Ahalibama, kommet! Kommet! Männer mit dem Schild, Frauen hinzulaufend. EINE FRAU: Hier sind wir. Was habt ihr uns gerufen? Wir lagen in Angst vor dem Donner, das Gesicht unter der Decke geborgen. Nun lacht ihr und schreit ihr wie freudig Berauschte. FRAUEN: Was wollt ihr? Was wollt ihr? MÄNNER: Brecht eure Armbänder ab und die Stirnreifen. Und die Goldketten zerrt von der Brust. Reißt eure Ohrringe los. Opfert dorn Gott! FRAUEN: Unsre Goldkeltcn geben wir nicht her. Unsre Ohrringe sind uns viel zu lieb. Was ist in euch gefahren? Wer hat euch betört? MÄNNER: Opfert den Schmuck. Klingend Gold schüttet her. Werfet hinzu, auf den Schild, immer mehr! Ein Standbild wird er aufrichten. Aharon unser Führer. Es lebe Aharon. Voran wird leuchten der Gott unserm Zug. Nicht fürchten werden wir fürder die donnernde Wolke. Schenkt eure Schätze! Opfert hin! Opfert hin! hRAUEN: Lachen werden wir wieder, nicht weiter trauern gebückt. Nicht schweigend nur harten Geboten gehorchen. Aharon, Aharon, du baust uns ein Spielzeug! Werft hin die Kleinode, das klingende Glänzen. Wir lieben dich alle. O I ührer, o Schulzherr. Aharon! Aharon! SITRI: Verruchtes beginnt ihr. Besinnt euch. Schweigt. FRAUEN: Herr, laß uns jauchzen. Wir sind müde vom Druck, von der Klage im Dunkel. Aharon, Aharon sei gnädig, sei gnädig! AHARON: Süß ist es, Fürst zu sein. Süß tönt der Jubel der Menge ins Ohr. Begeht euer Fest! FRAUEN Aharon, Aharon, wie sprichst du wunderbar. Küßt das Gewand ihm und seine Schuhe.

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