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Menorah · 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 4 (April 1924)
Article
Das Pessachfest
Date
1924-04-01
Page
Seite 6 (sequence 3)
Language
German
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6 MENORAH Sabbathausgang) zusammengebracht wird. Auf der A. J. H. E. (siehe Katalog S. 107) waren weitere Stücke, deren Zusammenhang mit dem Seder allerdings ebenso wie bei denjenigen in Washington allein auf Tradition zu beruhen scheint. Der Führer durch das Jüdische Museum in Wien nennt (Nr. 97) einen Becher mit der Darstellung des Auszuges aus Ägypten, doch scheinen bildliche Darstellungen auf Sederbechern seltener zu sein als inschriftliche Verzierungen. Solche sind besonders schön auf böhmischen Gläsern anzutreffen, die etwa Ende des 18. Jahrhunderts angefertigt wurden. Vielfach wurden jedoch nur kostbare Geräte, die keinerlei bildliche oder inschriftliche Hinweise auf den Seder tragen, benutzt; alle zeigen, welcher Wert auf einen festlich gedeckten Sedertisch gelegt wurde. Zum Schluß muß noch der Omerbücher gedacht werden. Die bisher bekannt gewordenen sind nicht vor 1 700 hergestellt; es gibt auch einige kabbalistische, die einer kabbalistischen Misrachtafel nicht unähnlich sind. Ferner befinden sich auch Omerrollen (A. J H. E. Nr. 1708) in Gebrauch, die den Vorteil haben, daß sie stets, gleich einem Kalender, den betreffenden Tag anzeigen und so eine Verwechslung verhüten (Nr. 97) "')- — Über allen diesen Geräten liegt, ganz gleich, wie hoch sie als Kunstwerk zu bewerten sind, der Glanz des Sedertisches, dem sich kein richtiger Jude entziehen kann. Anmerkungen 1) S. Katalog der Ausstellung von jüd. Bauten u. Kultusgcgcnstänlen f. Syn. u. Haus; Düsseldorf 1908, S. 79 ff. (Auch A. J. H. E. Nr. 1688) u. a. m. Mitteilungen der Ges. z. Erf. j. K. III/IV. -) Erster Jahresbericht d. Ges. f. Sammig. u. Konserv. v. K. u. H. Denkm. d. Judentums, Wien, 1897, S. 49. :|) The Collection of Jewish Ccremonial Objects in the United States National Museum, Washington 1908, Adler and Casanowicz, S. 718 ff. "1) Cataloguc of the Anglo - Jewish - Historical - Exhibilion, London, 1888. Compilcd by Jacobs and Wolf. ■*■ ILLUSTRIERTE HAGGADOTH Die Hauptbestandteile der Haggadah sehel Pessach finden sich im Traktat Pessachim der Mischna. Ihre heulige Zusammensetzung geht auf Rav (Rabbi Amram 850) zurück und einige Stücke am Ende der jetzt üblichen Ausgaben wurden vier Jahrhunderte später hinzugefügt (1250). Als selbständiges Buch kommt die Haggadah zum ersten Male als Beilage in ein Werk des M a i n e n i d e s (1135 bis 1204) eingebunden vor, illustrierte Exemplare finden sich etwa seit dem 13. Jahrhundert, also nicht sehr viel später. Kaum 100 geschriebene Haggadoth sind heute bekannt, außerdem gibt es sicher noch eine große Anzahl in privatem und staatlichem Besitz, die noch nicht beachtet wurden. Jedoch sind nur wenige der bekannten Haggadoth bisher erforscht und veröffentlicht, so daß es sich überaus schwer feststellen läßt, ob die Bildbeigaben eine jüdisch-eigenartige Note — im Rahmen des allgemeinen Kunstempfindens — zeigen oder nicht. Alle Versuche, bei dem augenblicklichen Stand der Dinge für oder wider zu entscheiden, sind mindestens als voreilig zu bezeichnen; die aus diesen Urteilen gezogenen Schlüsse über die künstlerischen Fähigkeiten der jüdischen Gemeinschaft sind auf jeden Fall abzulehnen. Selbstverständlich finden sich in den Haggadahbildern auch die Merkmale der verschiedenen Stilepochen (von denen sogar die Formen der hebräischen Buchstaben deutliche Spuren zeigen), damit ist aber keine Nachahmung, sondern nur eine Fortentwicklung der Kunstauffassung festgestellt. Stets erleidet dieser Vorgang eine Verzögerung gegenüber der Umwelt; ein konservativer Zug, der zwar nicht als eine eigene Note angesehen werden kann, sich aber sehr oft bei abgesonderten Gemeinschaften findet. Aus dem bisher Bekannten läßt sich, wie gesagt, nichts folgern, vielmehr müßte erst reichlicheres Anschauungsmaterial beieinander sein, um neben dem mehr ins Auge fallenden Verbindenden das schwerer zu erkennende Trennende zu erfassen. Damit würde zwar auch nur das Phänomen eines vorhandenen oder nicht vorhandenen jüdischen Kunstausdruckes belegt, dessen Erklärung erst auf Grund einer Psychologie des jüdischen Geistes möglich wäre. Dies schwierige Gebiet ist bisher leider ein Tummelplatz dilettantischer Versuche, einseitiger, meist negierender Werturteile, aber keines ernsten Studiums, deshalb müssen wir uns hier noch mit einer rein sachlichen Besprechung des Materials aus den bisher erforschten Haggadoth begnügen. Das kurze Pessachritus ist das am häufigsten illustrierte Buch der ganzen jüdischen Literatur und hat die mannigfaltigsten Bilder unter allen mit Zeichnungen versehenen jüdischen Büchern. Zu welchem Zweck haben die Juden ihre Haggadoth illustriert? Damit auch des Lesens Unkundige und Kinder die Erzählungen des Sederabends durch Vermittlung eines Bildes verstehen sollten, f \ D TO \7 7 ¥ Hübners Schloßhotel Kobenzl - Cafe-Restaurant - Wiens sdiönster Ausflugsort /V D äZ1\ £j - —- Herrliche Autostraßen - Autoverkehr G r i n z i n g — Kobenzl eigener Regie zu ermäßigten Preisen

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