Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 2 (1924)
- Issue
- Heft 4 (April 1924)
- Article
- Das Pessachfest
- Date
- 1924-04-01
- Page
- Seite 7 (sequence 4)
- Language
- German
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7 MENORAH wie es zum Beispiel bei der biblin pauperum der Christen der Fnll war? Des Hebräisch Lesens Unkundige hat es bei den Juden bis zur Assimilationszeit nur selten gegeben, auch die Kinder erlernten bereits im zartesten Alter die Sprache ihrer Väter. Ein praktischer Grund kann also nicht der Anlaß zum Illustrieren gewesen sein, vielmehr handelt es sich um die reine Freude am Schönen und Kostbaren. Die Bücher, die dem Juden lieb und teuer waren, sollten durch den Bildschmuck noch schöner und kostbarer werden, zur Ehre des Feiertages, an dem sie benutzt wurden, und zur Freude an der Erfüllung der Gebote, der sie geweiht waren. Abgesehen von diesem Zusammenhang zwischen Gebot und Kunstübung führte eine andere Veranlassung zum illustrierten Buch, die politische Situation. Den Juden war es nicht vergönnt, die Wände ihrer Häuser mit Bildern zu schmücken, da sie niemals wissen konnten, wie lange man ihnen Haus und Hof belassen würde. Es blieb den kunstliebenden Juden also nichts weiter übrig, als ihre Bücher mit Illustrationen versehen zu lassen. Daß diese illustrierten Bücher die Wanderschaft ihrer Besitzer teilten, beweisen die Eintragungen in zahlreichen Handschriften, zum Beispiel in den Haggadoth im Br. Mus.1) und in der von ') Siehe die Angaben des Katalogs. Sarajevo. Diese") ist unzweifelhaft in Spanien gefertigt, sie wurde 1314 oder wahrscheinlich 1510 bereits in Italien verkauft und ist 1 609 in Rom zensiert worden. Von Italien gelangte diese Haggadah dann an die illyrischen Gestade, wo sie sich lange im Besitz einer sefardischen Familie in Sarajevo befand, ehe sie 1844 ins bosnisch-herzegowinische Landesmuseum kam. Schließlich darf nicht vergessen werden, daß gegen die lediglich dem Genuß dienende Wandmalerei starke religiöse Bedenken vorlagen, die bei dem Bildschmuck fast ausschließlich religiösen Zwecken dienender Bücher gemildert wurden. Ein ähnliches Verhalten ist uns aus der katholischen Welt bekannt, bei uns und dort hat es öfter Bilderstürmer gegeben, die keinerlei sinnfällige Zeichen dulden wollten. Ihren starren Lehren zum Trotz haben sich immer wieder schönheitsdurstige Menschen gefunden, die durch die Tat beweisen, daß das Leben stärker ist als alle Lehre. Am leichtesten konnten die lebensfrohen Freunde der Schönheit ihre Wünsche bei der Illustration der Haggadah durchsetzen, da dieses Buch an sich einen heiteren und fröhlichen, diesseits bejahenden Zug trägt. (Foiiset/ung folgt) -) Die Haggadah von Sarajevo, ' Wien 1898. . D. H. Müller und J. v. Schlosser, jSJT \^ v -zv^-y^i rs";V^?7V^ WS 'r"STv'te'fi^ r>wT57* V«T^yV"^7r,*£"*?^'p; *FV V^V^w yV'tfSF "Vw riHv^ri V3 STi?*? "YTi^ rvw"< r^vr^T^'^^y^ '-^ z^^r- »«yv7Wj,ri fcirtt ^•HStä »55H^.^^>5? srah0? ^73 frvsn^ftg^ s^rsn ■r^ws^ ^3^5^ t'/<urtra r »nvittfa lernte. IMioto Kunstverlag A. Reuseli, AUmchen Haggadah aus dem Cod. Iiebr. 200 / München / Schreiber Joseph bar Ephraim Fränkisch, Hude des 15. Jahrhunderts Rechts oben: Mlutt aus der llas^adah. Gedruckt in AAantua hei Ruffiiiellci (lät'iO) Rechts unten: Blat ih^LSTro^rran < ^^nnr^npn^s; ü^^h»n^^7^rn; vh&ppsyt r^Hri t rtf ^awrrcs^ i nsw^rasn^-V!? f *a*i,w ns^ *^J,^M,'^7 3^ ^ifiBÄ^lfa^^'^ ^T'-^^l 'l^^^^sSii r^r^-^r^rri ^S'.rrsr < der llaii^adah. Gedruckt in Venedig (lii'JH)