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Menorah · 1924-02-01 · Heft 2 (Februar 1924) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 2 (Februar 1924)
Article
Die Menorah des Chanukkafestes
Date
1924-02-01
Page
Seite 5 (sequence 4)
Language
German
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5 MENORAH Padua ,' Synagoge Standnicnorali mit un^leich hohen Armen Flaggadabildern); es scheint aber auch eine innere Umwandlung vom einseitig religiösen Mittelalter zur weltlichen Neuzeit stattgefunden zu haben, von der wir bisher nur wenig wissen. Die hochkantgestcllte Rechteckform mit rundem Abschluß haben die Menoroth mit einem ganz anderen Formenschatz, die die menschliche ligur meiden. In der Sammlung Strauß findet sich ein Stück, das die Zehngebotetafel neben anderen, schon bekannten Motiven schmückt. Mit diesen Dekorationsformen mögen die Lampen zusammen genannt werden, die einem Thoraschrank gleichen. Es sind seltene Stücke aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, die, ebenso wie diejenigen mit einer Darstellung des Tempels in Jerusalem, auf die barocken , Titelblätter zurückgehen. Einem i Thoraschild scheint ein Stück nachgearbeitet zu sein, dem gleich einem Taß ein Schildchen mit dem jeweiligen Tag eingefügt werden kann, im vorliegenden Fall ist der erste Tag des Neumondes angezeigt. Gesetzestafeln und siebenarmige Leuchter sind auf dem vorliegenden Stück, wie auch gelegentlich auf einem Taü zu sehen, selbstverständlich fehlen die meist gedrehten und mit Blumen geschmückten Säulen nicht. Alle zuletzt erwähnten Menoroth lassen den Zusammenhang mit dem in Prov. VI. 23. niedergelegten Gedanken im Bildschmuck erkennen, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts mehr sittenbildlichen Darstellungen weichen muß. Dieser Typus beginnt mit einem in allen möglichen Metallarlen ausgeführten Leuchter, der vom 16. bis zum Ausgang de« 19. Jahrhunderts mit Ausnahme kleiner Varianten ganz gleich gefertigt wurde; ein spätes Stück findet sich in der Sammlung Guggenheim. Der Bilderschmuck knüpft an das Ölwunder an; er zeigt eine Hand, die aus den Wolken eine Ölkanne reicht, aus der ein siebenai miger Leuchter gespeist wird. Bemerkenswert ist die Art, mit der sich der Künstler bei der Darstellung Gottes bchilft; die Gottheit wird auf jüdischem Kultgcrät niemals abgebildet, sondern stets durch eine aus den Wolken reichende Hand markiert (vergleiche dazu barocke Thoraschränke, Thoraschilder usw.). Eine V ariantc dieser Gattung darf man in den Menoroth erkennen, die den siebenarmigen Leuchter von zwei Löwen halten lassen, häufig ist der Leuchter in ein Schild gestellt; Engel, Bandwerk, Blumen und Kronen fehlen auch hier selten. Der Zusammenhang mit Prov. VI. 23. ist noch nicht vergessen, wie A. J. 11. E. Nr. 1906 beweist, wo sich der Spruch auf dem Fuß des Leuchters findet. Im Gegensatz zu dieser Idee stehen die Lampen, die die Segenssprüche beim Anzünden, gelegentlich auch das Gebet nach dem Entzünden tragen. Von hier geht eine Verbindung zu den Lampen, die das Anzünden selber bildlich darstellen. In der Mitte ficht man eine Standmenorah, zu den Seiten je einen Mann mit dem Entzünden, einen anderen mit der Herrichlung des Leuchters beschäftigt. Zwei Stücke befinden sich im jüdischen Museum in Berlin, beide sind aus Polen und gehören dem Ende des 19. Jahrhunderts an. Ob aber dieser Typus nicht auch anderwärts bekannt war, läßt sich bei den wenigen, bis jetzt bekanntgewordenen Vertretern dieser Gattung nicht sagen. Es wäre auch voreilig, die Menoroth mit dem Bilde des siebenarmigen Leuchters zwischen Löwen alle nach Deutschland zu verlegen, weil die bisher bekanntgewordenen Stücke durchwegs aus Frankfurt am Main stammen. Am allerschwierigsten ist die Lokalisierung der gegossenen Chanukkalampen aus Gelbmctall, sicherlich wurden sehr viele dieser Arbeiten von den jüdischen Gclbgießern Frankfurt a. M;i Staiulnieinir Jüdisches AUisuum nit TiernestalU-u I Pogrebyszcze Synagoge des Ostens gefertigt, doch lassen sich bei diesen einfachen Objekten Stil formen kaum unterscheiden. Die Dekoration zeigt im Anfang Tiere, Ranken, Kronen und dünnes Bandwerk, im Laufe der Zeit wurden che lormen immer mehr abgenutzt, so daß aus dem vormals naturalistischen Bildwerk mit der Zeit ganz abstrakte Muster entstanden, die sich später nur sehr schwer auf ihre alten Formen zurückführen lassen. Diese haben meist m der Heraldik und in den naiven Bildern der östlichen Volkskunst ihre Vorlagen, einige Tiere haben aus der Bildersprache der Psalmen ihre Deutungen gefunden, andere scheinen im bewußten Zusammenhang mit den Monatsbildern gewählt zu sein. Übrigens finden sich Darstellungen von Schützen und Steinbock auch hin und wieder auf getriebenen Menoroth mit dein siebenarmigen Leuchter. Filigranarbeiten und die ebenfalls auf Helldunkelwirkung gestellten durchbrochenen Gußwerke darf man mit einiger Gewißheit als Schöpfungen des Ostens ansehen, auf diese trifit meist das Wort vom jüdischen Kunstjargon zu, das Albert Wölfl einmal geprägt hat; eine Bezeichnung, die man meiner Ansicht allerdings weniger polemisch in jüdischen Barock umändern sollte. Jedenfalls ergibt sich aus dieser Betrachtung schon eine ungefähre Datierung, die mit dem 1/. Jahrhundert beginnt und bis zum Anbruch der Assimilation dauert. Was das 19. Jahrhundert überall an Menoroth schuf, war weniger eine bewußte Fortführung alter Traditionen, als ein künstliches Suchen nach noch nie Dagewesenem: darin übrigens dem Zeitgeschmack durchaus verwandt. Aus dem Anfang des Jahrhunderts finden wir noch manches wohlproportionierte Stück. Daß eine Menorah aus Schlesien aus zwei kleinen Slandleuchlern besteht, die durch!

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