Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 2 (1924)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Article
- Schutzjuden
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 2)
- Language
- German
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MENORAH 3 jenen Organen, die irgend welches Interne für oder gegen den Zionismus bekunden, dann wird sich nicht die Hälfte, sondern neun Zehntel als Gegner erweisen. Und doch hatte im November 1917 die ganze englische Presse, ohne Ausnahme, die Balfour-Dcklaration mit aufrichtiger Begeisterung begrüßt. Der allmähliche Übergang der maßgebenden Organe zum Antizionismus ist ein äußerst lehrreicher Prozeß. Bei der Durchsicht der Zeitungsausschnitte aus dieser Zeit, insbesondere der letzten drei Jahre, kann man schon aus den Überschriften den Kern der Sache ersehen. „Zionismus kann nur durch Blut der britischen Soldaten erkauft werde." „Wegen der Juden müssen wir in Palästina eine übermäßig große Garnison erhalten." „Sollen die Juden selbst mit Geld und Menschen den Zionismus bezahlen!" Unter diesen Titeln verbarg sich immer wieder die gleiche Argumentation. „England ist durch den Krieg ermüdet, es will seine Angehörigen nicht aufs neue in den Tod schicken oder andere Menschen tölen. Gäbe es nicht den Zwist mit den Arabern wegen des Zionismus, so wäre alles ruhig. Dann könnte man in Palästina eine ganz kleine Garnison erhalten. Will man daher die Verringerung der Garnison durchsetzen, so muß man alles beseitigen, was die Araber aufreizt. Denn wird der große Aufstand, mit dem die arabischen Delegationen fortwährend drohen, einmal tatsächlich ausbrechen, wird das Ergebnis desselben Opfer auf Seite der englischen Soldaten zeitigen, so wird dies in England eine allgemeine Entrüstung gegen die Regierung hervorrufen, die eine derartige Krise zugelassen hat." Das Betrübende an dieser Argumentation ist eben, daß sie nicht erfunden, sondern, wie jeder vernünftige Leser wohl begreift, daß sie natürlich, ja sogar unvermeidlich ist. Daher sind auch ihre Folgen unvermeidlich gewesen. Dies hat sich vor allem in einer bis zur vollständigen Impotenz durchgeführten Verringerung der palästinensischen Garnison ausgedrückt. Noch im Jahre 1921 standen in Palästina I 3.000 britische Soldaten. Derzeit sind es einschließlich der irländischen Gendarmeric nicht einmal 3000. Es drängt sich wirklich die I-ragc auf, ob eine solche Macht imstande wäre, im Lande die Ordnung zu erhalten, wenn die Araber doch einmal Lust bekommen sollten, größere Aktionen zu inszenieren. Aus diesem ist schon im Jahre 1922 die Immigration geringer gewesen als der Geburtenüberschuß der arabischen Bevölkerung. Sie wird im Jahre 1923 wahrscheinlich noch geringer sein. Sicher ist dies ein sehr gutes Mittel, um die Ordnung in Palästina zu erhalten. Noch mehr: Es ist tatsächlich das einzige Mittel, solange wir die Rolle der „Schutzjuden" spielen. Alle Illusionen darüber sind zwecklos. Es ist dies ein ehernes Gesetz der Kolonisation. Ein Volk, dessen Schutz Soldaten beso,- uiclit DER PROPHET DAM FL 1\iscluiMChnunji Von Uriol Birnbaum (Wien) Grunde hat auch die Verwaltung in ihrem Streben, die Ruhe zu sichern, den bequemeren Weg eingeschlagen: Allmählich alles zu beseitigen, das die einheimische Bevölkerung aufreizt. Die jüdische Immigration, die den Arabern nm meisten lästig ist, ist durch direkte und ii direkte Maßnahmen bis auf den heutigen Stand heruntergedrückt worden. Wie wir gesehen haben. fremder Nationalität gen müssen, darf vor hcher Kolonisation einmal träumen. Die C zen, bis zu denen seine migration gestattet ist, den von den Eingcboi diktiert. Jede Drohung derselben wird vollauf genügen, damit die mit der Erhaltung der Ordnung betraute Verwaltung die 1 in vor der Immigration schhet.it. Eventuell wird eine so schmale Spalte olfen gelassen, daß sie sogar die einheimischen Agitatoren ni cht ernst nehmen. So ist es jetzt und so wird e^ mit geringem Schwankungen bis auf weiteres bleiben. Solange wir die Rolle der von bi'.tischen, irländischen und indischen Soldaten „Beschützten" spulen, wird sich nichts ändern. Fremder Schutz ist nicht nur politisch gefährlich, er ist einfach ein schlechter Schutz. Der britische Soidat ist ein ausgezeichneter loyaler Soldat. Man kann ihn überall und für alles in Krieg und Tod schicken; er wird immer korrekt seine Pflicht erfüllen. Die erste Regel, die man in der britischen Armee j erlern Offizier lehrt, lautet aber: „Sie müssen sich alle Mühe geben, die Truppe nie zu einer Arbeit zu verwenden, von der Sie bestimmt wissen, daß sie ihr organisch unangenehm ist. Sie untergraben damit die Disziplin. Sie zerstören die Moral der An.v. auch wenn Ihr Befehl genau ausgeführt wird.*' Dem britischen Soldaten ist die Rolle, die er bei einer gewissenhaften Unterdrückung der anu/ionisti- Empfehlen Sie die M E N Q RAH Ii iiiiiiii iiiiii Iiiiiiiiiiii iiiiii iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Ii Ii Iiiiiiiii Ii Ii iiiiii Ii in iiiiii Ii in in ii ii im n in in Ihrem Freundeskreise!