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Menorah · 1923-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
1 (1923)
Issue
Heft 2-3
Article
Nicht das ist der Weg!
Date
1923-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 M E N O R A H Welt hinausposaunte Ernennung eines Juden zum obersten Rcgierungskommissür in Palästina. Nie ist ein achtbarer und tüchtiger Mann mehr mißbraucht worden, nie noch hervorragende Fähigkeiten an unrichtiger Stelle mehr lahmgelegt worden als in diesem Falle.. Welche Hilfe hätte uns Sir Herbert, der in englischer Parlamenls- und Verwaltungstätigkeit überaus erfahren ist, in London leisten können. Welche wertvolle Kraft wäre er für uns in Jerusalem geworden, an Ussischkins Stelle als Chef der zionistischen Ämter in Palästina. In das Schloß am ölberg in Jerusalem gehört heute als oberster Regierungschef des Landes kein Jude, weil ein solcher, um den naheliegenden und begreiflichen Vorwurf der Befangenheit von sich fernzuhalten, durch die Umstände genötigt werden wird, den Arabern grundlos Konzessionen zu machen, jüdische Rechte zu verringern und dadurch den von Großbritannien garantierten Aufbau des jüdischen Nationalhcims zu erschweren und zu verzögern. Es ist auch keineswegs gelungen, in den Jahren seit der Balfour-Deklaration die jüdische Position im Lande wesentlich zu stärken und das jüdische Volk außerhalb Palästinas zu großen Leistungen für Palästina zu gewinnen. Weder ist ein beträchtlicher Teil von Juden veranlaßt worden, sich in Palästina berufsumgeschichtet anzusiedeln, noch sind die gewaltigen Beträge, die man für das Aufbauwerk für notwendig hielt, aufgebracht worden. Weizmann macht dies heute dem jüdischen Volk zum Vorwurf. Wir aber machen ihm einen Vorwurf daraus. Ein wirklich großer Volksführer — es muß ja nicht gerade ein Esra sein, mit dem er sich von seinen Preßlakaien gerne vergleichen The great Synhedrion convocated by Napoleon I. in the year 1806 at Paris was in many regards an antecedent of a congress of all Jevvish peoples. His president was Abraham Furtado Das von Napoleon I. im Jahre 1806 nach Paris einberufene große Synhedrion war in mancher Beziehung ein Vorläufer eines jüdischen Gesamtkongresses. Sein Präsident war Abraham Furtado läßt — ist sicherlich imstande, durch die Macht seiner überragenden Persönlichkeit ein ganzes Volk oder mindestens die Besten eines Volkes zu außergewöhnlichen Taten zu begeistern. Gelang es doch einen Mann wie Jabotinski, die jüdischen Legionen aus dem Boden zu stampfen, was sicher eine gewaltige Leistung ist, wenn man bedenkt, wie sehr Kriegsdienst aus ethischen Gründen den Juden fernliegt. Es ist Weizmann auch nicht gelungen, die Reichen zu Opfern zu begeistern; die Notabein, deren Eintritt in die nebelhafte Jewish Agency er heute so sehnlichst wünscht, hat er noch vor wenigen Jahren verächtlich behandelt. Baron Edmund Rothschild, den verdienten Koloniengründer, hat er brüskiert, einflußreiche britische Juden zurückgestoßen und mit Brandeis, einem der edelsten und tüchtigsten Juden der neuen Welt, hatte er eine Unterredung, die er ungefähr folgendermaßen schildert: „Ich sprach mit Brandeis über das Wetter, stand auf und empfahl mich." (Er wollte damit offenbar die Art kopieren, wie seinerzeit Theodor Herzl, wohl nur notgedrungen, mit Baron Moritz Hirsch, umging.) Aber auch den jüdischen Mittelstand konnte man nicht gewinnen. Von sozialistischen Utopien umnebelt, von Adolf Böhm, dem Münchner Kommune führer Dr. Otto Neurath und anderen übel beraten, hat die Leitung die kleinen und mittleren Kapitalisten abgeschreckt, statt sie auf jede Weise zu fördern. Der Keren Flajessod, dieses unklare und nebelhafte Gebilde, eine ins Gigantische gesteigerte chalukahmäßige Bctlelaktion, wurde gegründet, um unter Riesenreklame und Mißbrauch von Einstein Spenden zu sammeln, statt der Privatinitiative durch Aktiengesellschaften die Möglichkeit zu geben, durch Kumulierung von kleineren Summen gewaltiges Kapital für den Aufbau bereitzustellen. Statt jeden einzelnen Juden aufzufordern, erstens selbst nach Palästina auszuwandern, zweitens seine Kinder für Palästina oder palästinensische Berufe zu erziehen, drittens aber wenigstens einen angemessenen Teil seines Vermögens gegen Sicherheit und angemessenen Gewinn anzulegen, schuf man den Keren Hajessod, damit man durch Spenden sein Gewissen beruhigen könne. Nur sozialistische Chaluzim und gemeinwirtschaftlichc pseudokommunistische Genossenschaften wurden gefördert, die allzu teueren Böden in Emck Jesreel wurden in aller Eile weit überzahlt, um in eine zwerghafte Ansiedlung von 500 bis 600 Menschen die ganzen mühsam aufgebrachten Geldmittel der Bewegung hineinzustecken. (Wir wissen wohl, daß jede Landwirtschaft zeitweilig Zuschüsse aus dem Vermögen des Staates oder der übrigen Volksteile braucht, aber durch schrankenlose

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