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Neue jüdische Monatshefte · 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 211

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 9-10 (10.2.1920)
Article
Ein Siedlungshaus für Palästina
Date
1920-02-10
Page
Seite 211 (sequence 4)
Language
German
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21f Siedlung handelt, das betreffende passende Projekt auszuwählen ist. Dabei ist aus Sparsamkeitsgründen im allgemeinen der Form des Reihenhauses vor dem des freistehenden Einzelhauses der Vorzug gegeben worden. Allen Typen gemeinsam ist aber die Möglichkeit, durch Anbau oder Ausbau des oberen Stockwerks ohne technische Schwierigkeit Erweiterungen vorzunehmen. Das typische Bestreben, die palästinensischen Siedlungsbauten zu verbilligen, führt genau wie in allen Ländern, wo Massensiedlungen auftreten, dazu, Bauglieder, die bei jedem Hause wiederauftreten, also Fenster, Türen, Geländer, Beschläge, Dachrinnen und vieles andere mehr gleiehmässig auszubilden oder wie man es nennt, zu normalisieren. Ebenso wie sich z. B. in Prcusscn ein Normen-Ausschuss für das Baugewerbe gebildet hat, der sich auf gewisse Normalien einigt und sie zeichnerisch vervielfältigt und veröffentlicht, ebenso sind wir deutschen zionistischen Architekten an der Arbeit, für die Siedlungshäuser Palästinas Normalien auszuarbeiten, die den Baubetrieb ausserordentlich vereinfachen und dadurch verbilligen werden. Die Massen-Herstellung jsolcher Normalien vom einheitlich geformten Mauerstein angefangen, über Betonbalken, Zementstufen, Fliesen, Türen, Fenster usw. bis zum einzelnen Nagel, kann nicht Aufgabe des Handwerkers sein, sondern muss von der Maschine übernommen werden. Darum 'gibt es nur entweder ein Fortwursteln nach der bisher in Palästina üblich gewesenen Art zu bauen, also ein unrentables, zum Verzweifeln langsames, loddriges und unsachgemässes Arbeiten, oder Umstellung auf fabrikmässige und damit exakte Massenherstellung von Baumaterialien. Das Ziel ist, die palästinensische Bauindustrie nach Möglichkeit vom Import unabhängig zu machen. Das ist bei fast allen Baumaterialien mat Ausnahme des Eisens möglich, erfordert aber schleunigste Erbauung und Inbetriebsetzung von Ziegeleien, Kalksandstein-, Zement- und Kunststeinfabriken, Holzbearbeitiuigs- und Glasfabriken. Wo in aller Welt hat es schon eine derart fabelhafte Bauaufgabe gegeben, als es die Ansicdlung eines ganzen Volkes ist, und wo sind jemals die Aussichten auf Absatz und jahrzehntelange umfangreichste 'Beschäftigung der Bauindustrie so gross gewesen als in Palästina!? — Nach diesen Worten, die nichts geringeres verlangen als die schleunige Industrialisierung Palästinas, unbeschadet seiner Zukunft, die auf landwirtschaftlicher Tätigkeit beruhen wird, und die diese Industrialisierung als unumgänglich und unaufschiebbar fordern, erscheint es klein und unbedeutend, hier den Entwurf eines kleinen Typenhauses für Ercz Israel folgen zu lassen. Nur die Erkenntnis, dass die Gesamtsiedelung das Produkt einzelner öruppcnsiedlungen ist, und dass eine jede von ihnen sich aus einzelnen Hausclementen zusammensetzt, gibt das Bewuss'tsein, dass auch diese geringe Arbeit einen kleinen Stein zum grossen Bau hinzufügt und als solche nicht unwichtig ist. Das (vorliegende Häuschen (Abbildung)!iat den Vorzug, mancherlei verschiedenen Ansprüchen in gleicherweise gerecht zu werden. Es würde seine Rolle sowohl als Einzelwohnhaus auf dem Lande, wie auch ^\s. Reihen-

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