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Neue jüdische Monatshefte · 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 212

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 9-10 (10.2.1920)
Article
Ein Siedlungshaus für Palästina
Date
1920-02-10
Page
Seite 212 (sequence 5)
Language
German
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212 kaua an einer landlichen Siedelung spielen können. Es trägt den, morgenlämdischen Wohnbedürfniss'en insoweit Rechnung, als es im Winkel um ein kleines Höfchen gelegt ist, in dem sich ein Teil des häuslichem Lebens 'abspielen kann. Dieser Hof wird entweder durch die Hofmauer oder durch das anstossende nädhste Reihenhaus nach Süden abgeschlossen, bleibt infolgedessen kühl und kann, was von grösstem Wert ast, von aussen nicht eingesehen werden. Baut man zunächst nur das Erdgeschoss des Hauses, so genügt dieses für die Unterbringung einer Familie mit einem kleinen Kind. In diesem Falle spielt sich das häus- -Ikhe Leben in einem gemeinsamen Wohn- und Schlafzimmer von 16,5 Quadratmetern, der Laube von 11 qm und der Küche von( 8 qm Grundfläche und im Hofe ab. Neben der Wohnstube liegt ein Douche-Raum, und der zwischen Wohnstube und -Küche gebildete Durchgang nimmt den Speiseschrank auf. Ueber dem Hausflur liegt ein nach der Küche zu »offener Hängeboden als Vorratsraum. Vor Stube und Laube liegt ein überdeckter 'Gang, der sich im Bogen zum Hofe öffnet und die Stelle des Korridors vertritt. Zur Dachterrasse führt eine offene Treppe an der Gartenseite des Hofes. Unter ihr ist der Abort angeordnet, der* trockenen Fusses1 zu erreichen ist und dessen Grube vom Garten aus entleert wird. Ist die Familie zahlreicher, so werden entweder zwei oder drei Räume des Obergeschosses ausgebaut. Der Raum über dem Bogengang des Hofes wird dann der offene Korridor, der freie Rest des Obergeschosses bleibt, wenn nur zwei Räume ausgebaut werden, Dachterrasse. Wenn das .ganze Obergeschoss für Schlafzwecke benutzt wird, gibt die über dem Hausflur verbleibende Loggia die Möglichkeit, im Freien zu schlafen. Die Abbildung zeigt die Aufstellung von 5 bezw, 6 Betten in den 2 bezw. 3 Schlafräumen des Obergeschosses. Zum1 fiause gehören als Nebenanlagen eine Cisterne für das Dachwass;er und eine Abortgrube. Die Abwässer von Doucheraum und Küche werden durch ein Rohr in den Garten geleitet und versickern dort. Das Haus1 ist völlig schmucklos und wirkt nur durch das Verhältnis von Fensterlöchern zur Wandfläche. - Belebt werden die Fronten durch die bekannten kleinen Lüftungsfenster, die dicht unter den Zimmerdecken angeordnet, für auernden Luftwechsel sorgen. Das' Höfchen mit der freiansteigenden Treppe zum Obergeschoss, mit dem spitzbogig sich öffnenden Korridor und der oberen Galerie, wird nicht ohne malerischen Reiz sein (Abb.). Die Dächer sind grundsätzlich als5 flache Terrassendädher ausgebildet, und zwar sollen sie massiv, das. heisst ohne Verwendung von 'Balken und Brettern, als Hohlstein- oder Eisenbeton-Decken mit dariiberliegenden gegen Hitze schützenden iLehrnestrich1, ausgeführt werden. Das flache Dach hat nicht nur den (Vorteil, dass sich die damit versehenen Häuser dem palästinensischen Landschaftsbild am besten anpassen, sondern es bildet für die Familien einen erwünschten Aufenthaltsraum In den Abendstunden, ja es wird in heissen Nächten häufig als Schlafraum benutzt. Zu diesem Zwecke werden die pergolaartigen Holzrahmen zum Schütz gegen Moskitos mit Drahtgaze überspannt. Es v leuchtet ein, dass, falls' eine Hauserweiterung durch Ausbau des ersten Geschosses nötig wird, das flache Dach weit geringere Schwierigkeiten

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