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Neue jüdische Monatshefte · 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 152

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 7-8 (10.1.1920)
Article
Erinnerung an Wolffsohn
Date
1920-01-10
Page
Seite 152 (sequence 2)
Language
German
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152 jungem zum hochgeachteten deutschen Grosskaufmann ist zu bekannt, als dass ich sie zu schildern brauchte. Bekannt ist auch die Bescheidenheit, mit der er Herz! diente, die von Treue erfüllte Energie, mit der er sein geistiges Erbe in der Führung der zionistischen Bewegung verwaltete, die beispiellose Liebe, mit der er für die Kinder unseres grossen Führers sorgte, denen er ein zweiter Vater wurde. Jacobus Kann, schrieb von ihm: „Er war der Tüchtigfete von uns Allen. Und er wusste es. Dank seiner grossen Intelligenz erfasste er sofort den Kern jeder Sache, ' die ihm (vorgelegt wurde. iDabei hatte er ein überaus weiches Gemüt. Er iwar von einer Herzensgüte, die ihm keine Ruhe Hess, wenn er von Leiden der anderen hörte. Und ein Mutiger war er. Ganz hat er sich für .das jüdische Volk gegeben, und dabei hat er sich in keiner Weise geschont/' Von seinem freudigen Willen zum Leben sagt Boden heimer: „Und Wolffsohn liebte das Leben. Keiner aus unserem Kreise war so von Lebensfreude erfüllt. Köstlich war der Humor, womit er seine Erzählungen belebte. Witz, Ironie, Gestaltungskraft machten es zu einem besonderen Vergnügen, seinen Erzählungen zu lauschen. So kam es, dass öfters Parteifreunde stundenlang seinen launigen Schilderungeil von Personen und Ereignissen zuhörten, um kurz vor ihrem Abschied gewahr zu werden, dass sie den eigentlichen Zweck ihres Besuches über der fesselnden Unterhaltung völlig vergessen hatten." Mit meisterhaften Worten schildert N o r d a u, als Flüchtling in Madrid weilend, und von der Todesnachricht niedergeschmettert, seinen Eindruck: „Herzl war eine Mosesnatur. Wolffsohn würde es als Lästerung empfunden haben, würde man ihn neben den Urheber der zionistischen Kongresse und Organisation haben stellen wollen. Aber er war der Josch.ua .dieses Moses, und das ist für ihn wahrlich des Ruhmes ^enug. ... Wolffsohn hatte eine der schönsten Eigenschaften des ganzen Mannes: Er war vorbehaltloser Bewunderung und selbstvergessender Hingabe fähig. Er blickte zu Herzl mit einer an Andacht und Schwärmerei grenzenden Verehrung auf, machte sich willig zum Diener seiner Pläne und Absichten, und fand seine, volle sittliche und geistige Befriedigung darin, in nie ermüdender Opferfreudigkeit dem geliebten Führer alles zur Verfügung zu stellen, was v.er an Kraft und Vermögen, an Energie in der Vollstreckung tieferrasster Weisungen, an Uebung und Gewandtheit in praktischer Organisationsarbeit, an Klugheit, Geschicklichkeit, Welt- und Menschenkenntnis besass. . . . Doch höher als »ein Werk steht mir der Mann. Er war durch und durch echt. Nichts an ihm war Schein, war auf den Glanz berechnete Täuschung. Wo man klopfte, da klang reinen Schalles das volle, gediegene Edelmetall. . . . Das schönste und rührendste aber an ihm war sein

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