Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1919-1920
- Issue
- Heft 7-8 (10.1.1920)
- Article
- Der jüdische Proselytismus
- Date
- 1920-01-10
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
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147 der römischen Skia venschaft verglichen, sei die Summe aller Lägerleiden ein Tropfen" — Hess doch selbst der sittenstrenge Cato, der unseren Sekundanern als moralische Idealfigur vor Augen gestellt wird, seine Sklaven solange Mühlsteine drehen, bis' sie tot zur Erde -fielen. In Israel wurde Sklavenmisshandlung bestraft, Sklaventötung mit dem Tode geahndet! Für Sklavin besitzt die hebräische Sprache gar keinen anderen Ausdruck als Schifcha Familienangehörige. Unter diesen Umstünden — von den Einrichtungen des Jobeljahres ganz zu schweigen! —- ist es begreif licli und. durchaus glaubhaft, dass' die Judaisierung der Sklaven die Regel war. Der Proselytismus unter den Sklaven wurde durch den starken Anteil der Juden am Sklavenhandel begünstigt. Bis ins Mittelalter hinein waren die Juden durch ihre internationalen Beziehungen die prädestinierten Transithändler dieses gangbarsten Artikels der Antike. Man braucht gar nicht die Unzahl der Bekehrungsanlässe und Uebertritrsmotive anzudeuten, um die Annahme zu rechtfertigen, dass die Zahl der übertretenden Sklaven gewiss ausserordentlich hoch gewesen. Namentlich später, als der Proselytismus Mode wurde, werden Tausende und Abertausende den bequemen Weg ins Judentum genommen haben, um dem Elend der Entrechtung zu entsteigen und wieder Menschen zu werden. Noch im Jahre 600 n. Chr. muss der Westgotenkönig Reccarcd in Spanien «strenge Gesetze gegen den Uebertritt der Sklaven ins Judentum erlassen; es' wurde den Juden das Recht entzogen, christliche Sklaven zu bekehren und die Beschneidüng an ihnen zu vollziehen. Diese Gesetze empfanden die Juden als so drückend, dass sie dem König bedeutende Summen für die Aufhebung boten. Als sein Nachfolger Sisebut den Thron bestieg, ,,beschäftigten ihn gleich im Anfang seiner Regierung die Juden. Sein Gewissen fühlte sich beschwert, dass trotz des reccaredischcn Gesetzes noch immer christliche Sklaven jüdischen Herren dienten, von ihnen zum Judentum geführt wurden und gern darin verharten.*' Aus Babylonien berichtet noch aus dem 11. Jahrhundert ein Rabbiner, dass „von den Sklavinnen, die die Juden kaufen, einige sofort, einige später zum Judentum übertreten, manche von ihnen dagegen weigern sich beharrlich, Prosclyten zu werden/' Durch1 die tausendjährige Praxis der Sklavenhaltern, des Sklavenhandels und der .allgemein geübten Bekehrung der Sklaven sind unzählige Angehörige aus allen Gruppen der weissen und zu geringem Teil auch der schwarzen Rasse dem jüdischen Volke zugeführt worden und haben — soweit sie der nordischen Rasse angehörten «— den Grundtypus des Juden weiterhin „germanisiert". Neben der Mischung mit den Philistern ist die Aufnahme nordischer Sklaven als die zweite Quelle der nordischen Elemente unter den Juden anzusehen.-) 2) Dass irt dem Jahrtausend militärischer Gewaltherrschaft manch makedonischer Hoplit und römischer Legionär, und später manch blonder Vandale und Gote Vater eines jüdischen Sprösslings wurde, ist unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse selbstverständlich. So sollen beispielsweise nach der Zerstörung Jerusalems die römischen Legionen, die von hier nach Germanien in die Standquatiere der Limesgegend überführt