Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1919-1920
- Issue
- Heft 2-4 (25.10.1919)
- Article
- Das Werden des jüdischen Verlags
- Date
- 1919-10-25
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
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83 die den grossen Dichte* erst in Westeuropa eingeführt hat. Später wurde Perez so populär, dass sogar nichtjüdische Verleger seine Werke wiederholt 'herausbrachten. Man darf aber nicht vergessen, dass der jüdische Verlag es war, der ihnen den Weg bahnte. Die Westjuden mit der jüdischen Literatur vertraut zu machen, ist bis heute noch eine wichtige Aufgabe des Verlags geblieben. Die zweite Publikation war die Scbrift „Eine jüdische Hochschule " v.erf asst von Bubcr,Fci\vcl und W c i z m a n in Etwa zwölf Jahre später, auf dem XI. zionistischen Kongress in Wien, hat Weidmann das Projekt der Universität in Jerusalem wieder aufgenommen, und es war ihm, der mitten in das grosse Weltgeschehen hineingestellt wurde, vergönnt, den Grundstein zur künftigen hohen Schule des jüdischen Volkes zu legen. Auch eine andere kleine Schrift des Verlags aus jener Zeit wird wohl bald zu Ehren gelangen : Eine jüdische National -Bibliothek von Heinrich Löwe, einem seither treuen Mitarbeiter des Verlags. Der Verlag war als eine unabhängige Gesellschaft gegründet worden, er stand aber im Dienste der zionistischen Bewegung und sah es von vornherein als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, die zionistische und nationalpolitische Literatur zu pflegen, mitzuschaffen. .Im Jahre 1904 erschienen D u b ii o w' s „ G r un d I a g e n des N a t i o n a l j u d e n t u ni s u und ein Jahr später folgte die von Fried! ander klassisch übersetzte Auswahl aus Ach ad Haaras „Am Scheidewege". Etwa zehn Jahre später, schon während des Krieges, erschien zu Ach ad Haams 60. Geburtstag als Jubiläumsgabe des Verlags ein zweiter Band. Eine vollständige Ausgabe in vier Bänden ist in Vorbereitung ih:d wird im Laufe des nächsten Jahres fertig, desgleichen eine neue Auflage der hebräischen Originalausgabc. III. Leider liessen missliche Verhältnisse die reichen Möglichkeiten des Unternehmens nicht zur Entfaltung kommen und die mit so grossen Hoffnungen begonnene Tätigkeit ging zurück und wäre fast verkümmert. Nach Herzls Tode wurde der Verlag von der zionistischen Organisation übernommen und zusammen mit der Parteileitung nach Köln verlegt. Die folgenden Jahre brachten nur zwei bemerkenswerte Veröffentlichungen, die „Zionistischen Schriften*4 von Her z 1 und Nord a u. Sonst war die Kölner Periode eine Zeit des Stillstandes. Aber es muss zur Ehre der Organisation gesagt werden, dass der innere Charakter des Verlags unangetastet blieb und das Wiederaufleben in seiner ursprünglichen Eigenart für die Zukunft nicht gefährdet wurde. Zu Ende der Kölner Periode, machte sich sogar ein gewisser Aufschwung bemerkbar, indem nach einer längeren Pause einige wertvolle Bücher herausgegeben wurden. In erster Linie sei die zweite, völlig umgearbeitete Auflage von Ruppins „Juden derOegenwart" genannt, die seither die soziologische Fundierung der zionistischen Theorie bildet. Gleichzeitig wurde durch die Müll er'sehe