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Neue jüdische Monatshefte · 1919-10-25 · Heft 2-4 (25.10.1919) · p. Seite 75

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 2-4 (25.10.1919)
Article
Zur Geschichte der Firma J. Kauffmann Frankfurt am Main
Date
1919-10-25
Page
Seite 75 (sequence 7)
Language
German
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75 gegen Ende des 18. und zu Beginn des» 19. Jahrhunderts herrschte. Diese Gebetbücher für den täglichen Gebrauch sowohl, wie für die Feiertage waren mit einer geradezu frevelhaften Nachlässigkeit gesetzt, wie gedruckt. Sie waren voller sinnentstellender Fehler, ihr Inhalt kaum zu lesen, und der des Sinnes unkundige Beter lästerte oft geradezu, wenn er diese Gebetstückc mit oft das Gegenteil bedeutenden Worten betete. Da trat Wolf Heiden heim, der Begründer der später nach seinem Teilhaber benannten Druckerei Lchrberger, auf den Plan. Aufgemuntert und unterstützt von Wolf Breidenbach in Offenbachgründete der . hervorragende Hebraist, Grammatiker und kritisch veranlagte Mann mit dem im Buchdruck erfahrenen Barucfi Bas c h vv i t z 1799 eine Druckerei in Rödelheim, deren Druckwerke (Gebetbücher, Machsorim, Pentateuch- und Psalmenausgaben u. v. a., eine neue Epoche in der ritualen Literatur der Israeliten begründet und Weltruf erlangt haben. „Bleibendes Verdienst", sagt hierüber Zunz, „haben die Arbeiten von Wolf Heiden heim, der der Medelssohn des Machsor genannt werden 'kann. Wortlaut und Verständnis, Ausstattung und Würdigung des Piut sind durch ihn gefördert, der der} Führer einer zahlreichen Schar von Herausgebern und Erläuterern geblieben ist/' Abr. Geiger rühmt die rein deutsche, fliessende Uebcrsetzung der Machsorausgaben, die überaus sorgfältige Korrektur, den sehr sorgsamen und eingehenden Kommentar, sowie die Vergleichung von Handschriften. Gradezu bahnbrechend war H ei d e n h e i m )in seinen Forschungen über die Geschichte der liturgischen Dichter, die unter dem Titel: ,,Hapiutum wehapaitanim" dem Machsor beigegeben sind. „Als Grammatiker und Literator ausgezeichnet, ist er der erste, der in neuerer Zeit den Gebeten und deren Literatur Aufmerksamkeit geschenkt hat." (Zunz: Die Monatstage des Kalenderjahres 10.) Seinen Spuren folgten Rapoport, Luzzatto, Landshut h (Amude ha Abodah) und Zunz, welch letzterer in seinen „Gottesdienstlichen Vorträgen^ ihn oft anführt (S. 403 ff. der zweiten Auflage). Das Machsor wurde zugleich 'für den deutschen und polnischen Ritus ausgegeben und erlebte unter Heidenheim sechs Auflagen. Von jetzt ab brauchte der Fromme nicht mehr ohne Buch nach dem Gedächtnisse zu beten, und er konnte, einem witzigen Worte unserer Weisen nach, durch das Buch alle fremden Gedanken bannen. (Uwcwo'o lifne ha melech oniar im ha sefer, joschuf machaschafto horooh. [Esther 9,25.J) „Tritt man vor den König aller Könige, so betet man aus einem Buche und bannt hierdurch alle fremden Gedanken." (Sicfras Chulin schel Talmide Chachamim von R'ßenzion Schles, Warschau 1SS0.) 'H e i d c n h e i m 'bereicherte, die jüdische Wissenschaft mit einer ReilK' von Werken, die die Gebiete der Religionsphilosophie, der mittelalterlichen Astronomie, Naturgeschichte und Poesie und ganz besonders der Grammatik behandeln. Sein Misclipetei ha Taamim über die Akzente der Bibel (Trop, Rödelheim 1S03) wird nach S t e i n s ch n e i de r „sehr geschätzt" und ist „eine vortreffliche Arbeit . . . (Geiger, Wissensch. Ztseh. ' f. jüd. Theol. IV, 153). Seine wissenschaftlichen Arbeiten legte er zum Teil 'in selbständigen Werken nieder, zum Teif als Noten und Glossen zu denen anderer Autoren, die er der jüdischen, [Literatur durch den Druck

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