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Neue jüdische Monatshefte · 1919-10-25 · Heft 2-4 (25.10.1919) · p. Seite 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 2-4 (25.10.1919)
Article
Jüdische Druckstätten
Date
1919-10-25
Page
Seite 38 (sequence 3)
Language
German
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38 in Livorno gedruckt.) Auch Kairo (1740), Alexandria sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Das erste Druckwerk Afrikas war ein hebräisches, das 1516 (oder 1521) in Fez erschienen ist. Ebenso summarisch und im Fluge Einzelheiten hervorhebend, muss hier über die weitere Entwicklung der hebräischen Druckereien in Europa berichtet werden. In Basel hat die christliche Druckerfamilie der Froben von 1516 eine Reihe wertvoller Werke herausgebracht, darunter auch eine Talmudausgabe. In Amsterdam wurde 1627 durch den berühmten Menasse ben Israel eine hebräische Druckerei eingerichtet. Dort blühte der hebräische Drude bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts in ganz besonderer Weise. Weit bekannt sind die Drucke, die von den verschiedenen aufeinander folgenden Mitgliedern der Familie Proops (1704—1849) ausgingen. Innerhalb des alten deutschen Reiches war Prag die erste bedeutendere hebräische Druckstätte. Hier kam 1512 als erstes Druckwerk der Hier tätigen Drudkerfamilie der Gersoniden ein hebräisches Gebetbuch heraus. Prag hat bis in die Neuzeit hebräische Werlee publiziert. Zu Beginn des hebräischen Druckes in Deutschland druckte der Wanderdrucker Chajjim Schwarz in den verschiedenen Orten, u.a. in Oels (in Schlesien 1530), Augsburg (1533), Eine grössere Drucktätigkeit setzte in Deutschland aber erst nach dem 30 jährigen Kriege ein. Wilhermsdorf, Sulzbach, Hamburg, Hanau, Homburg, Fürth sind zu nennen, ohne dass hier . Näheres gesagt werden kann. Die beiden Frankfurt spielen gleichfalls eine bedeutende Rolle. In Frankfurt am Main wurde in grösserem Masstabe seit etwa 1620 gedruckt. Auch hier waren die Druckereien im Besitz ,von Christen, von denen besonders Johann Kölner anfang des 18. Jahrhunderts tätig war. Hier mag gleich Rödelheim bei Frankfurt erwähnt werden, wo der bekannte Gelehrte Heiden he im 1799 eine Druckerei errichtete. Die Rödelheimer Ausgaben sind weithin unter den Juden bekannt. In Frankfurt a. O. ,$ind zwei weit verbreitete Talmudausgabcn (1698 und 1715 bis 1721) erschienen. Hier wie auch in Berlin nahm der bekannte Berliner Hofprediger Jablonsky an der Herausgabe hebräischer Werke regen Anteil. In den slavischen Ländern sind Krakau (1534) und Lublin (1518) die ersten bedeutenden hebräischen Druckorte. Im 18. Jahrhundert entstanden in Polen und Russiand eine grosse Anzahl von hebräischen „ Druckereien in verschiedenen Städten. Sie alle hatten aber keinen langen Bestand. Von den jetzt noch tätigen Druckereien waren die grössten und bedeutendsten in Wilna. Hier wird vor allem in der angesehenen Druckerei der Witwe und Gebrüder Romm bis auf den heutigen Tag die talmudische Literatur besonders gepflegt. Grosse Vcriagsdruckereien, die hauptsächlich gangbare Literatur und moderne Werke heraus bringen, befinden sich jetzt auch in Warschau, Kiew, Odessa und Petrikau. Erst in den letzten Jahrzehnten beginnt auch Amerika in der Geschichte der jüdischen Typographie eine Rolle zu spielen. Neben der

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