Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 21 (10.8.1919)
- Article
- Schamvolle Reue und kühner Entschluss
- Date
- 1919-08-10
- Page
- Seite 462 (sequence 3)
- Language
- German
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MO ' ' ' ' . " V<U»V, ... _■ _ . „Warum, versucht ihr Gottes Langnrut im Gefecht? Die Erde ist rJcht da, dass sie misshandelt schwärt. Nicht atmen Leiber, dass wir sie durchbohren/' (Zech). „Beuget euch endlich! Werdet Menschen, Brüder! _ . ' Aus Rot und' Wanden schrein wir solch Gebot, . Wir Feinde, die ein weinend Grüssen tauschen, ' Beladene wir des gleichen Bmderfluchs." (Schürer). ■ *■• Wir müssen eine neue Weit erbauen: ' „Aus den Zertrümmerungen werden Stimmen kommen, die durch die Lande wie < Posaunen gehn, . auf allen Märkten werden sie wie Türme stehn, '" ■ '.. die^neuen Starken und die neuen Frommen.", (Zech). : Wir v/erden die Kraft haben,/denn „Schiecht ist die Erde, doch die Welt ist gut." (Kornfeld). ' ": „Mit nüchternem Verstand isfs nicht zu fassen, Doch aus dem Herzen quillts und es bleibt wahr/' (Becker), Wie Fausiens Erlösung klingt es aus: „Keine Seele ist verloren, jeder Mensch ist auserwählt, jeder Mensch ist auserkoren, Trotz Teufeln -und Dämonen, Dass er. dem Göttlichen sich vermählt/' (Kornfeld), Ein Schreien aus der Tiefe,;aus der uns Se Ibst erlösung emporführt. Brüllend empört sich die gemarterte Anachoretenseele: „Ich hasse, hasse, tiasse den Krieg, ich verfluche Gewalt, meine Macht soll kein Mord sein, gsieis Sieg kein Raub. . . . Ich will mich reinigen vom Aussatz dieser jelnre und ^mich nie mehr enttäuschen. Ich wiü reif sein zur Hilfe, fähig zur Freude und würdig zur Lust/' (Gumpert). Und-mit Ewigkeitsgebärde, eines Sehers Silhouette, weist Fritz von Unruh zu den Hohem isispor, in die Kämpfe der Geister und Seelen: „Ahnt ihr nicht endlich, dssa wir in heilige Gemeinschaft streben? In des Geistes ernstere VerhrMvnmg? Was kümmern uns Festungen oder Länder! Und wenn die Welt faul, vergiftet, dass Eiter an ihrer Seele frisst, so sei sie verbrannt! So führt, das ist des Buches evangelischer Wert, aus dem "Cocyrus der Verdammtheit stets ein Weg, des Willens, der Selbsterhebung, der Befreiung vom Götzentum und der Bereitung zum Göttlichen, empor! Ar.s dem (Erd-) „Ball am Horizont", dem ..Reifen Qual, blutrot von' Ii511 lansoaint" machen wir „Träumer der Weit", „Arbeiter der Welt, die niemals %var! Zeuger der Welt1/' die „Menschenwelt". „Aus uns •die Sdiopfting!" (Wolfenstein) Der Mensch ist nicht gut, er wird C3. Der Erneuerer Mensch erobert nicht die Welt, er erschafft sie: revolutionär, Kämpfer. Er will die neue Menschlichkeit, „der es nicht schmeichelt, das Göttliche zu sein — Menschen, die demütig tkzä und doch vor dem Göttlichen nicht niederfallen können, weil sie es m sich fühlen — — zersprengte Inhalte Gottes", , Der Erneuerer müss Pazifist sein! Bursche 11 häuft uns noch einmal die Grässlichkeiten der 'kriegerischen Schlächterei, der „namenlosen Berge der Toten" zu fürchterlicher Vision, um aus ihr hinüberzuh£:ozi zur Einfalt des Herzens, „Gottes rätselhaftem Grund". H o I i t - ceher verheisst: „Der grosse Geist ist unterwegs'*. Der Sozialismus vdtä seinen Kreislauf um die Erde vollenden. Wobei freilich nicht an ibn „unsäglich öden Traum von der Einführung des Patentsozialismus" (Lr^dnuer) zu denken ist: „immerwiederkehrende Erneuerung brauchen Ufr, die Bereitschaft zur Ersenütterung, den grossen Ruf der Seisachtheia, Frühling, den Wahn und oen Rausch und die Tollheit, wir brauchen Cz Revoliitsoji, wir brauchen «den Dichter." Klingen Landauers, des Toten, -wsrto sieht Gelber w£e .„die Posaune 'des Gottesmannes "Mose", nur dass ^ec£a Grossen nicht vergönnt war, ein „grosses Jubeljahr auszurufen"? rhuier, der sein« eMivistische Lehre vorträgt, stellt fest, dass alles