Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 21 (10.8.1919)
- Article
- Jüdische Politik
- Date
- 1919-08-10
- Page
- Seite 450 (sequence 6)
- Language
- German
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Macht, und ihre nationale Autonomie wäre eine Rechtsfrage! Wer würde, sie schützen? Der Völkerbund? England? Wegen der Juden ward der' Völkerbund ebensowenig, wie England oder Amerika den verhätschelten Polen ein Haar krümmen, wie wohl Lemberg zur Genüge .bewiesen haben, dürfte.' '• -: - .-. v -. - ... ..• y . Die Forderung nach nationaler "Autonomie für die Ostjuden, die fern vom Schuss in Volksversammlungen und Zeitungsredaktionen des Westens erhoben wird, gibt Polen-und Tschechen nur den Vorwand zum Rauben und Morden, und schon aus diesem Grunde sollten wir sehr vorsichtig sein und die Verantwortung für-derartige Begehren ruhig denen über-- lassen, von denen sie ausgegangen sind. Wir sollten aber um so weniger ans dem Wunsche, nur ja nichts zu versäumen, dieses gefährliche Rennen mitmachen, weil auch für uns ganz bedenkliche Konsequenzen herausschauen. Denn seien wir uns doch nur klar darüber: Sind die Juden in Polen ein Volk, so sind sie es in Deutschland auch, und schickt sich für Polen die nationale Autonomie, so gebührt sich jfür uns ihre Umsetzung in die Verhältnisse Deutschlands, nämlich die Volksgemeinde! Diese Volksgemeinde bedeutet aber Ausschaltung der Religion als Kriterium für das judesein, sie ist ferner der Beginn der Entfremdung und damit der Entrechtung. Auch sie ist das demonstrative Vortauschen einer Macht, die nicht existiert. Stimmen wir der .nationales Autonomie im Prinzip zu, so können wir die Volksgemeinde nicht ablehnen, und auch aus diesem Grunde ist es notwendig', den Mut der Ue&erzeugung zu haben und den zionistischen Begriff glatt abzulehnen, selbst wenn darüber die Arbeitsmöglichkeit mit der nationaljüdischen Partei in die Brüche ginge. Höher als ein Bündnis mit den Zionisten steht mir persönlich das Leben meiner Brüder im Osten und mein Menschen recht! SIL Palästina \7enn schon einer von uns in der Kongressfrage klar sieht, wenn erdie nationale Autonomie ablehnt, in einem Punkte bekennt er sich kkn Grundsätzen zionistischer Politik, nämlich in der P a 1 ä s t i n a- - Sr.age.. ' Im heiligen {Lande wenigstens, so meint man, müsse das Nationaljudcatüna Gelegenheit haben, seine Anschauungen vom nationalen Wesen des Judentums voll zu verwirklichen, und dort sei es auch ■ Unsere. Pflieh.t im zionistischen Sinne zu arbeiten. ■-Des deutsche Judentum hat fruchtbare PaLästinaarbeit zu einer Zeit geleistet, 'als von Zionismus noch keine Rede war, und manche5)!behanpkn, dass auch später der Zionismus für die praktische Besiedlung ' Iact. nichts -getan,-, wenn er sie'sticht gar teilweise verzögert habe. Das £) Man lese den sehr instruktiven Aufsatz: von Austriaeus über 5^?"iCi^S£ Mästinasin den Nummern 3/4 und 5/6 des Jahrgangs .5.c-:*r i\. C.- Heiter« . ,