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Neue jüdische Monatshefte · 1919-05-25 · Heft 16 (25.5.1919) · p. Seite 346

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 16 (25.5.1919)
Article
Israels Stellung in der Kulturgeschichte des Altertums
Date
1919-05-25
Page
Seite 346 (sequence 5)
Language
German
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'.Amtes,, die,.feetreffemfen XuIturb^standteiFe in einem einzelnen Zweige «Um* Familie später wieder neu entstehen zu.lassen. iEbeftdieselbe Erwägung gilt aber ferner auch In bezug auf die jetzt v/cithin herrschende Entlehnungsthcorie.80) Denn Kultlirmomente, die, wie z. B. die Flutsage in ihren bei den Hebräern und bei den semitischen Baby toniern zusammenstimmenden Zügen, schon bei den gemeineren Stammvätern dieser Menschengruppen existiert haben können, bei der einen Gruppe als Lehngut hinzustellen, das ist eine fernliegende und darum unnatürliche Abnahme. Auf diese Enilehnungstheorie ist man mch meiner Ansicht auch "nur aus folgenden zwei Anlässen gekommen. Zunächst weil (ntan nicht klar von vorn herein die zusammenstimmenden und die differierenden Züge z. B. in den hebräischen und in den babylonischen Flutberichten auseinandergehalten und sich nicht bestimmt gesagt tot,- idssjs;nur die2&sammenstimmenden Bestandteile entlehnt sein keimten, diese aber ebensogut und nodi leichter aus Vererbung stammen fcöasrön. Sodanfc wirkte «die Voraussetzung mit, dass die babylonischen FZuterzahitmgen die Urquelle seih müssten. Und weshalb wurde dieser Oedanke so vielfach gehegt? INun zunächst weil Niederschriften darüber aus älterer Zeit stammten. Aber erstens'ist dies fraglidh, wfeil auch bei den Hebräern sehr frühzeitig? gesdiriebcn worden s!ein kann. Zweitens hat es sich immer und immer rrhder gezeigt, dass Nkdersdhriften, die später gemacht sind, trotzdem eine M&ere iStufe in'der Entwicklung <eines literarischen Stoffes darstellen. Dmn z. B. fazi sich Wieder in den Handschriften des syrischen Alten Testammta „das interessante Sdhauspie! gezeigt, dass ein Codex des IX. Jahrlitmderts In zahlreichen Fällen noch ältere Traditionen bietet, als zwei im VI. Jahrhundert geschriebene Codices."33) Ausserdem ist neuerdings nachgewiesen Worden, dass dk aus der Bibliothek Assurbanipels (663—626) zu KuJ&ndschUc stammenden Texte, zu denen der hauptsächlichste babylonische Flutberitfit gehört, die Spuren der späteren Sprachentwicklung an sich tegenLcs) Atso öarf dieser babylonische Flutbericht nicht sicher als ein den ltdsrabdiesi Fluterzählungen an Alter überlegener Text hingestellt werden*. Südanss ist die babylonisdie Fluterzahlung auch deshalb leicht als die Urquelle angesehen wosden, weil sie einen polytheistischen Hintergrund. Scdfzt. Indes in bezug auf die feligids-en Vorstellungen der hinsichtlich des ci&scrlidhen Kulturwesens primitiven Menschheitsstufen mahnen doch gerade df* neueren- Forschungen zia grösster Vorsicht. Denn von verschiedenen Selten "her ist konstatiert V/oiden, dass sogenannte Naturvölker in bezug auf c!*2 gottliche Sphäre uberrascheitd hohe und zarte Oedanken besitzen oder belassen, w/ie die Südaustralier in ihren Mysterien den Gott Bäjämi ab £0) Die z. B. von Frd. Delitzsch in seinem „Babel und Bibel", S, 2% von Kautzsch und Ounkel in ihren Kommentaren zur Genesis vortreten wird. ' « ' 3i) 0. Diettri cüf Ein Apparatus criticus zur Peschitto zum Propheten jecafa <1CC5), S. XXXII. '' .• . , as)'C. Eezold, Verbalsuffixformen als Alterskriterien babylonischassyrlscher Insdhriften (WO bei .Winter in Heidelberg erschienen), S. 20 ff.

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