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Neue jüdische Monatshefte · 1919-05-10 · Heft 15 (10.5.1919) · p. Seite 320

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 15 (10.5.1919)
Article
Israels Stellung in der Kulturgeschichte des Altertums
Date
1919-05-10
Page
Seite 320 (sequence 7)
Language
German
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auf die Phänomene des Lufthimmefe und durch das Hinhorchen auf deren traditionelle Ausdeutung1«) die vernünftige Erwägung einer geschieht- Hellen Situation gestört *und die Tafkraft gelähmt! Wenn aber infolgedessen das Verfahren derör mit vollem Rechte anerkannt wird, welche, wie z. B. Claudius .{im Jahre 52) und Vespasian, die chaldäischen Astrologen; des Landes verwjiesen liaben, so möge man doch auch dies nicht 'gänzlich vergessen, dass die Fahnenträger <2er hebräischen Kultur fängst vorher über d&e Astrologie erhaben waren und von den Sten&uäcern und iHimmelsteilern der Babylonier nur mit beissender Ironie sprachen (Jes. 47,13; Jer. 10,1 usw.). 4, Nun aber rnuss gleich die religiöse Anschauung der Hebräer als ein Moment ihrer geistesgeschichtlichen Stellung jins Auge gefasst werden. Denn wenn sie auch keineswegs vollständig alle noch übrigen Seiten des israelitischem :Kulturdaseins ibeherrscht, so ist sie doch der tiefste Quell* parket für dasselbe gewesen. Ja, was nur immer bei einer einzelnen Person das (emporhebende Eewusstsein der Zugehörigkeit zu einem erlauchten Abstalmmungskneise iwii&en kiann, das ist nach allen meinen Studien darf&er hgi der Nation Isirtael aus. der Brunnenstube hervorgequollen, die den Ausgangspunkt seiner speziellen Religion gebildet hat: jene eigenartige Überzeugung, mit Abrahams Berufung in ein spezielles Verhältnis zurrt VftSujeia' Gotte der Welt gestellt worden zu sein, und die damit sich verbistdenden religiösen Grimdbesitztümcr: der erst prinzipielle und dann immer« mehr entfaltete Monotheismus; die grundsätzliche Geistigkeit des Gottes» kultus tait ihrem lauten Protest gegen die Gottesbilder; die Erhabenheit üfser V/,aihrskgerei und Zauberei, über religiöse Prostitution und jede Art ©rglasiischer ßinnenbefriedigung beim Gottesdienste*17) Als was für eine einsame Grösse stellt sich diese Seite an der Kultur Israels dem vergleichenden Auge bei jedem erneuerten Blick auS die damalige Umwelt dar! Wie leudhtet doch der Gedanke erst an den Y/aJir&n und dlann an den einzigen Gott der Welt auf der Folie des Polytheismus, der auch an den Ufern des Nil, v/ie an. denen des Euphrat und Tigris die Herrschaft behielt! Welche Eigentümlichkeit liegt auch z. B. in der völligen Erhabenheit des israelitischen Gottesgedankens über die Quelle Differenzierung in der Sphäre des Göttlichen, so dass die hebräische Sp'rac&e nicht einmal ein Wort für „Göttin" besitzt! Oder kann wenigstens der Zara&ustrismus teiit d'em Moslaisrmis in bezug auf die Idee von der Efc&eit und Geistigkei der Gotitesvorstellung rivalisieren? Nein, auch die persische Religion schritt mindestens zum Dualismus zweier Prinzipien fort, .urd w^jh'rend in Israel die Endlosigkeit des Kultus auch sogar bei der Volkssossse später zum anerkannten Grundsatz wurde — wer sieht nicht die Tausende vor Petroriius flehend auf den Knien liegen, damit er die Kaligula- Statue -mdit nach Jerusalem bringen lasse? sind die Perser im Gegenteil von der Verwerfung der Gottesbilder, wie sie ihnen z. B, von (Herodot bezeugt wird, zur bildlichen Darstellung von Göttern hin- JQ) Diev„ars" oder Theorie bei Cicero, De divinatione I, 18. 17) ist -es im Kampfe mit neueren entwicklungstheoretischen Kon- •-stnitri-^nen der Rcligioiisgesdhichte Israels in meiner „Geschichte usw.14 verteidigt worden.

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