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Neue jüdische Monatshefte · 1919-05-10 · Heft 15 (10.5.1919) · p. Seite 321

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 15 (10.5.1919)
Article
Israels Stellung in der Kulturgeschichte des Altertums
Date
1919-05-10
Page
Seite 321 (sequence 8)
Language
German
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319 geschritten.18). Oder, um nur noch eins hervorzuheben, bei Israel ist die Religion das Lebensmark gewesen, das die Existenz des Volkes auch Ober' dessen politische Zertretung hinaus gefristet hat.; Hat das etwa die Kunst bei den Griechen geleistet? 1 (Fortsetzung folgt) Schalom Asch' Von Dr. Marek Scher tag, Wen as Ghetto ist überair, wo der Jude wohnt Er schleppt es mit sidi Mjß wie ein Schneckenhaus oder trägt es in sich wie ein Schftksaf. Ghetto ist feindliche Umklammerung von Mauern, geistiger Käfig, entseelte Ueberlieferung, erzwungene Isolierung. In einem solchen Ghetto lebten auch die alten Marannen, meist gebrochene Märtyrernaturen, und leben eigentlich auch die modernen Taufjuden, meist brüchige Blüten des brodelnden Grosstadtsumpfes. Ghetto kann aber auch sein freiwillig umfriedete Oase, ängstlich gehegte Ahnentradition, weltverk>ren eigene Insel der Seligen. So schildert es Asch in seinen Skizzen. Dass unsere Art vorwiegend durch die Einwirkung des Ghettos rein erhalten wurde, bezweifelt kaum jemand. Mit Recht hat man es als Reservoir der Judenheit bezeichnet. Es war aber auch das stets bewährte Lieblingsthema unserer echtesten Dichter, von Heinrich Heine angefangen. Nur ist festzustellen, dass die deutsch schreibenden Ghettos chikkrer, wie Kompert und Franzos, fast immer mit einer vorgefassten Absicht an ihre Aufgabe gleichsam von aussen herantreten. Ihr löbliches Bestreben war, der Umwelt zu zeigen, dass auch die Ghettojisden Menschen wären, denen Menschenrechte gebührten. Sie schrieben also für die Fremden, die " Mächtigen — nicht für die Juden. Daher das Konstruierte und Tendenziöse, das uns oft aus ihren Schriften ientgegentriti Ihr Emanzipationsrausc&y ihre Assimilierungssucht verhinderten es, dass sie, die doch; gewiss ed_3 Menschen und brave Künstler waren, zu Lieblingen des jüdischen Volkes' wurden. Das jüdische Volk in seinen Massen sehnte sich nach: andern Dichtern. Nach Dichtern, die in des Volkes einfacher Sprache des Volkes ureigenste Gefühle zum Ausdruck bringen, aus der Volksseele heraus singen, aus dem wahrhaft jüdischen Leben schöpfen sollten. Dieser Sehnsucht des Volkes kamen als die ersten einige in Kussland lebende Schriftsteller entgegen, die zum Volke niederstiegen, um es m sich emporzuheben. Unter ihnen nimmt Schalom Asch, wenn nicht die erste, so doch die exponierteste Stelle ein. |Um ihn ganz zu verstehen, müssen wir in des' Dichters Lande gehen. Asch erleichtert es uns selbst, indem er uns sanft an der Hand nimmt und in dieses Land führt. (Zwischen Grosspolen und Masovien liegt es. „Auf der einen Seite wird es von den sandigen Weichselbergen begrenzt, die sich dicht an dem _____ ■ * ' 18) Die Quellenbelege für alle einzelnen Behauptungen sind in meiner „Geschichte usw." .nach dem Sachregister zu findeji.

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