Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 15 (10.5.1919)
- Article
- Israels Stellung in der Kulturgeschichte des Altertums
- Date
- 1919-05-10
- Page
- Seite 316 (sequence 3)
- Language
- German
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verwendet haben.. AHerd5ngs ist neuesten»2) behauptet worden, dass die Literatur Israels bis fcü Sojoiraosf Zjeit in babylonischer Sprache und Schrift gesfdasfdbiCW! forden sei. Aber eane hebräische Literatursprache hat es nfedestens sfchon tut Zfeit der Entstehung des Deboraliedes gegeben, das auch nach demj Urteil' schärfster Kritiker3^ als eine aus der frühesten Rfchterzeit stammle nde Dichtung anzusehen ist, und dass die babylonische Schrift noch asi Sa&jmtos Zreit bei . den Hebräern angewendet worden £eii, meint Nalville: unrichtig daraus sehli essen zu dürfen, dass der Hohe-' prieste das Im jährte 621 bei der Tempelrenovation gefundene Gesetzbuch nicht habe lesen können. Denn dies kann dem Texte von 2. Kön. 22,8 f. dicht entnommen werden, und gegen die ganze Hypothese spricht laut de? Umstand, dass von einem solchen Uebergang der hebräischen Literatur gßD der babylonischen (Sprache und) Schrift in die hebräische keine einzige Spur in den hebräischen Geschichtsquellen vorliegt, obgleich diese dodb so viele Fälle kulturgeschichtlicher Veränderungen, wie des* Wechsels wem Stadtnamen, Monatsbczeichnutigen usw., ausdrücklich erwähnt haben,4) D:e Hebräer schlössen sich aber iml Gebrauche der Schrift an die K&nanniter-Phönizier an, welche, im Unterschied von den Babyloniem, sd!on eine Buchstabenschrift besassen und von rechts nach links schrieben. Uebri&ens sind gerade in der neuesten Zeit Umstände beobachtet worden, nach denen das Älter der phönizischen Schrift höher anzusetzen ist, als man' letzthin anzunehmen pflegte.5) 2. Wie ferner steht es mit der Selbständigkeit der hebräischen Kultur, iw£nn" atfufr die Fertigkeiten und Künste in Betracht gezogen wrden? . ' In bezug auf dieses weite Gebiet mag zunächst das richtig sein, \i8ß v)or feirzseft* betont worden ist0) dass die fortgeschrittene Art der Bodenbearbeitung, die „Pfiugkultur", vo;n den Babyloniern in ihrer Tiefebene gefördert Wörden sei. Aber wer darf In dem ungemessenen Gebiete der praktischem Erfindungen einem einzigen Volke statt vieler oder aller dea Ruhm des ersten Probier^ns zusprechen? Ebendasselbe gilt ja auch, 2) Von dem Aßgy ptblogcri' Ed. Nävi He (in Genf) in folgenden Veröffentlichten: La ddeouvefte de 3a loi (Paris 1910), p. 29; Archaeology of tue Olä Test. (London 1913); Artheologie de Fanden Test. (Lausanne 1916). p. 23 s. ö) 7h. NöMelce, Die semitischen Sprachen, 2. Aufl. (1SQ9), S. 17f.; Ed, Meyer, Die Israeliten; und) ihre Nachbarstämme (1QÖ6), S. 487 und viele u *"dere. 5) Eine Sammlung dieser kulturgeschichtlichen Bemerkungen findet vnm in den grundSeglichen Erörterungen meiner „Geschichte der alttestl Refefon", 2.. Aufl. (1915), S.-'7ff. cl) Solche Umstände sind die alte Abzweigung der südarabischen Schrift Von der phönizischen und; die um I1G0 sich findende Notiz über E^Gcenhaftcn Import von ägyptischem- Papyrus nach der Stadt Byblos, auf Ci~& co'di nicht mit Keilschrift geschrieben v/orden sein kann. — Alle Behz* «sd die ^anze Erörterung des Fftr und Wider gibt meine Abhandlung n de? Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft (1910), & 715—32!und In der Monatsschrift „The Expositor" (London 1914), üz'*zzt und September. . e) Vk>n Ed Hahn m nler Deutschen Literaturzeitimg (1911),!£52Q f»