Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 9-12 (10.2.1919)
- Article
- Aus der Sprachgeschichte der Juden
- Date
- 1919-02-10
- Page
- Seite 226 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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224 in Yolo, Prevesa und Saloniki.. Dort wird von cinom Teile der Juden, /die eben nicht zünden aus Spanien Eingewanderten gehören, sondern v die von. den unglücklichen Juden des Byzantinischen Reicha abstammen, ' ein besonderer griechischer Dialekt gesprochen, der sich allmählich dem Neugriechischen nähert, aber als nimaniotischer Judendialekt noch gut erkennbar ist An Purim bringen sie nun in ihren Synagogen das Buch Esther außer im hebräischen Texte in einer alten judengriechischen Übersetzung zur Vorlesung. Außerdem existiert noch eine immerhin nicht ganz geringe jüdische Literatur in einer älteren •Form dieses byzantinischen Judengriechisch, die das Griechische mit hebräischen Buchstaben schreibt. Die Karäer in Konstantinopel sprechen zum großen Teile Judengriechisch, wie auch ihre Brüder in Jerusalem, während ihre Glaubensgenossen auf der Krim einen besonderen tatarischen Dialekt, die Karäer in Kairo die ägyptische Mundart des Arabischen reden. Die kleine karäische Gemeinde in Halicz (Galizien) hat das Tatarische noch nicht .vergessen, redet daneben Kuthenisch und versteht zum Teil Polnisch. Doch scheint das Jiddische unter ihnen Fortschritte zu machen. Die Karäer in Wilna sprechen Russisch, die in Troki noch Tatarisch. Aber auf den engen Zusammengang der ägyptischen Karäer mit den tatarisch sprechenden der Krim weist der bei ihnen so häufige Name Mangubi hin. Mankup war bekanntlich die Hauptstadt der Krimgoten. Die orientalische Judenheit ist durch die Eroberungen des Islam sehr stark in den Bereich der arabischen Sprache einbezogen worden. Sclion früher gab es zahlreiche Juden in Arabien. Es schien eine Zeitlang, als sollte ihnen die Jusaisierung der Arabischen Halbinsel glücken. Eine gewisse Zeit war sogar Muhammed eigentlich religiös als Jude .anzusprechen. Dann aber hat er die politische und damit natürlich die kulturelle Macht der Juden in Arabien gebrochen. Nun gibt es auch heute.noch verhältnismäßig-zahlreiche Juden im Süden der Halbinsel, in Jemen, die unter dem Drucke der fanatischen Araber zugrunde gehen, jetzt aber seit zwei Jahrzehnten in ihrer zionistischen Auswanderung nach Palästina ein Rettungsventil gefunden haben. Die Jemener sprechen unter den südarabischen Stämmen ihrer Umgebung eine stark nordarabisch erscheinende eigene Mundart, neben der sie zum allergrößten Teile meisterhaft Hebräisch, in einer eigenen, ganz besonders gefärbten, aber sicher mit .einom althebräischen Dialekte zusammenhängenden Aussprache reden. /Die Juden haben nun im arabischen Sprachgebiete, das ganz Vorderasien und .Nordafrika mit einbezogen hat, besondere arabisch-jüdische Mundarten, während sie zu allen Zeiten unter sich Gelehrte hatten, die ein gutes Schriftarabisch zu ihren Werken benutzten«, wenn &ie auch» das Arabische am liebsten mit hebräischen Buchstaben schreiben? Die Juden benutzten eben zu allen ihren Sprachen die hebräische Schrift. Im Mittelalter sahen die arabisch schreibenden Juden in dieser arabischen Schriftsprache eine zwar verdorbene *aber unendlich reiche Form des Hebräischen, so daß sie sich in ihrer eignen Sprach- . Sphäre zu. befinden glaubten. Auch Mairnonides spricht diese Meinung unverhohlen aus. Besonderer Judendialekte im Arabischen gibt es in