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Neue jüdische Monatshefte · 1919-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1919) · p. Seite 179

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 7-8 (10.1.1919)
Article
Der Dichter Beer-Hofmann
Date
1919-01-10
Page
Seite 179 (sequence 4)
Language
German
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177 Michael: *J _ „Mächtige Könige des Meerlaiids — enden! Mizrajim. — schändet! Babel — wankt und fällt. Nur Du — Sein ewig Volk — darfst ewig wandern, Ein ew'ges Wunder Seiner ew'gen Welt! Was hoch jetzt ragt an Völkern, wird zerrieben Zu Staub! Wie Staub läßt es der Herr verwehn! Nur d u darfst dauern! Tausend Tode sterben Und tausendmal vom Tode auferstehn!" Dagegen aber Samael: „Du Tor! Yon Gott erkor'ner Prügelknabe! An Deinem Dulderleibe peitscht er ewig Sein Gott um allen andern Völkern ein." Aber schlichtend und krönend tönt aus dem Schicksal- und weheschwangeren Abgrunde des Daseins die entschleierte Gottesstimme selbst: „Ich will ja nur — mein Sohn — mich dir so tief verschulden, Daß ich — zur Sühne — dich erhöhn vor. allen darf.'* Und Jaakob nimmt mit freibeherztem Entschlüsse, mit einer von tausend Schmerzen getränkten, weh und süß gewordenen Innigkeit die furchtbare und herrliche Last der Berufung auf sich: „Und t r ä g s t du Schuld — will m i t ich tragen — Lade Du Gott — auf mein© Schultern Deine Schuld!" Oder weiterhin, menschlich und dichterisch noch voller und reicher, ganz* von der Kraft und Seligkeit tragisch großer und heiliger Verantwortung geschwellt: „Herr! Was Dein Wille mir auch auferlege, Wie Krone will ich?s tragen — nicht wie Joch! Hast Du mein Blut erwählt zur Feuerfackel, Die ob den Wegen aller Völker flammt, Laß' Deiner heiPgen Wahl, Herr nie vergessen, Was fern und spät noch meinem Blut entstammt! Doch wenn sie es vergessen — müde sinken Am Weg — laß sie in Kleinmut nicht vergehn; Herr, rufe, rufe — und aus meinem Blute t Wird immer wieder einer dann erstelln, Anfachen das, was — Herr — von Dir entzündet — Heilige Glut — noch unter Trümmern schwält, Und ihnen sagen — sagen — sagen... Wozu sie Gott in alle Zeit erwählt." Und als ein Gewandelter, Erhöhter, weit über Einzelmenschenmaß Hinausgehobener, mit dem Gott den Bund für Jahrtausende geschlossen hat,' tritt Jaakob von der Höhe feierlichster Berufung in die Täler irdischer Wirksamkeit. Glorienhaft umleuchtet, im Ewigkeitsakkord klingt die Dichtung aus:

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