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Neue jüdische Monatshefte · 1918-12-25 · Heft 6 (25.12.1918) · p. Seite 119

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 6 (25.12.1918)
Article
Die Wirkungen der jüdischen Wanderungen
Date
1918-12-25
Page
Seite 119 (sequence 3)
Language
German
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117 vorigen Abschnitt kennen gelernt haben, wird hier von neuen bestimmten Gesichtspunkten unumgänglich sein. Man muß die Wirkungen der Wanderung zunächst unterscheiden nach den beiden Ländern, die jede Wanderung entscheidend berührt, also die Wirkungen im A u s wanderungslande und die Wirkungen im E i n wanderungslande. Die ersteren teile ich in zwei Gruppen: A. Wirkungen auf das Wirtsvolk. Diese Wrkungen sind überaus mannigfaltig und beschäftigen seit jeher die Nationalökonomcn aller Völker. Sorabart hat es zuletzt unternommen, in seinem Buche: „Die Juden und das Wirtschaftsleben", Leipzig 1911, die Bedeutung der Juden für das Wirtschaftsleben herauszuarbeiten. Eine Untersuchung und eine Darstellung dieser Wirkungen kann uns jedoch hier nicht beschäftigen, weil hier nur eine Analyse der jüdischen Wanderungsprozesse gegeben werden soll, während eine Schilderung der Wirkungen auf das Wirtsvolk in eine Beschreibung der Wirtschaftsgeschichte der modernen Kulturvölker auslaufen würde2). B. Wirkungen auf denjenigen Teil des ausgewanderten Volkes, der im A u s w a n d e r u n g s 1 a n d e geblieben ist. Eine Darstellung der Lebensbedingungen des jüdischen Volkes unter der ausschließlichen Einstellung auf dies besondere Problem ist bis jetzt noch nicht gegeben worden. Auch ich behandle hier den Gegenstand vorwiegend theoretisch und unterscheide unter diesen Wirkungen: 1. ökonomische, 2. psychologische und 3. politische Wirkungen. ökonomische Wirkungen teile .ich wiederum in a) positive und b) negative. heimischen Arbeitskräfte schnitt Morris Hillquit an in der Abhandlung: „D;is Einwanderungsproblemin den Vereinigten Staaten" ibid. p. 444. Ihm antwortete Dr. Karl Vornberg: „Die Feinde der Einwanderung" ibid. p. 495. Grundlegend ist diese Frage in dem ausgezeichneten Work von J. A. Hourwich: „Immigration and labor", New York and London, 1912, behandelt. Das gesamte Gesetzgebungsmaterial der damaligen Zeit stellte Max Schippel zusammen: „Die fremden Arbeitskräfte und die Gesetzgebung der verschiedenen Länder", Beilage zur „Neuen Zeit", •25. Jahrgang 1906/07, Bd. II, Nr. 41. a) Einiges darüber ist in meinem Buche: „Die Wanderbewegung der . Juden", Bonn 1913, angedeutet. Über die Rolle, die die jüdischen Einwanderer der neuesten Zeit im wirtschaftlichen Leben Deutschlands und in anderen Ländern Mitteleuropas gespielt haben, gibt es in der wissenschaftlichen Literatur fast gar nichts. Über den jüdischen Arbeiter in England . schrieb Georg II alpern „Der jüdische Arbeiter in London", Stuttgart 1904; eine sehr lebendige Schilderung gibt N. Einstein „Tagebuchblätter aus Whitechapel", „Der Jude", Jahrgang 3, p. 169. Die übrige Literatur ist vorwiegend englisch. Ich erwähne nur: Webb „The jewish Community", London; Roussell „The Jew in London", London, und „The Russian Jew in The United States, Studies of social conditions in New York, Philadelphia and Chicago with a description of rurul Settlements", Plaimed and ed. by Charles J. Bern heimer, Philadelphia 190o. Ferner L. Ghasano witsch „Das jüdische Proletariat in Nordamerika", „Freistatt", Maiheft 1913.

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