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Neue jüdische Monatshefte · 1918-10-25 · Heft 2 (25.10.1918) · p. Seite 38

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 2 (25.10.1918)
Article
Geschichtsirrtümer
Date
1918-10-25
Page
Seite 38 (sequence 8)
Language
German
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äußeren. Form von ihm unterschieden haben, im Geiste glichen sie ihm! Philos Zeit bekämpft den Staat nicht, weil sie ihn bereits überwunden hat. Heute hat Phiios Zeit, wenn auch im pharisäisch-talmudischen Gewände, gesiegt." Ihm würde ein jüdischer Staate der die Politik ins Judentum hineinträgt, Fehde ansagen müssen, und der Streit ist da. So ist es ein Irrtum, zu glauben, daß man neben dem jüdischen Staatswesen in der Diaspora für den religiösen Messianismus wirken könne, wobei es natürlich des Zionismus gutes Recht ist, eine Kraftprobe zu veranstalten und eine Entscheidung herbeizuführen, ob religiös messianisches oder nationales Judentum die Zukunft beherrschen wird. •Nur soll er nicht historisch etwa*? begründen wollen, dessen Gegenteil sich deutlich ergibt. ' Man begegnet zuweilen der Behauptimg, daß die Konzentration in Palästina für den messianischen Beruf geradezu Vorbedingung sei, und zwar aus dem Grunde, weil nur in der Sammlung auf einem eigenen Gebiet sich das Volk jüdisch ausleben könne und weil nicht das Individuum, sondern die Gemeinschaft den Träger der Mission darstelle. Zugegeben, daß letztere Behauptung richtig sei, was in Wahrheit freilich keineswegs zutrifft, so liegt diesem Gedanken noch immer ein logischer Irrtum zugrunde. Konzentration könnte tiut dann für die messianische Idee günstig wirken, wenn das Zusammenleben sich ausschließlich diesem Gedanken unterordnete, wenn also dem Gemeinwesen jede politische Sorge abgenommen wäre. Konzentration als Selbstzweck, als Erfüllung der jüdischen Bestimmung könnte aber dem messianischen Beruf nur als Nebenleistung genügen. In der Diaspora wird der Jade als solcher nur durch religiöse Dinge berührt, alle anderen fallen in das davon getrennte Gebiet seiner Nationalität und seines Staatsbürgertnms. In Palästina wären alle Dinge unter dem Gesichtswinkel des jüdischen zu betrachten und zu behandeln, auch die Alltagssorgen der Politik mit ihren Kompromissen und religionsfeind^ liehen Verstößen gegen die Ethik. Die Konzentration würde Dinge mit der Xleligion zusammenkoppeln wollen, die absolut unethiseh sind, und demgemäß ist sie ein Feind des messianischen Berufs. Der Irrtum besteht hier in der Anwendung des falschen Begriffs von Messianismus. Für den nati o nal j ü d i s ch e n , p o Ii ti s ch e n Messianismus ist die Konzentration gewiß vonnöten, für den historischen, religiösen aber nicht, da sie dessen Folge, nicht aber seine Voraussetzung ist Darüber hinaus ist es ein Irrtum, zu lehren, daß die Gemeinschaft Träger der Mission sei. Diese Lehre von Gemeinschaftswert ist gar zu deutlich von der fatalistischen Rassentheorie beeinflußt, die Willen und Erfolg des Individuums vor einer mysteriösen Macht des Gesamtkörpers zurücktreten läßt. Die jüdische Gemeinschaft hat keine Werte, die nicht aus den Individuen stammen, sie ist ' nur die Zusammenfassung und nichts anderes, kann daher keine Mission haben, die nicht auf den Einzelwesen, die sie bilden, ruht. So mag die Gemeinschaft eine Vereinfachung bringen, indem die übereinstimmen-

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