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Neue jüdische Monatshefte · 1918-09-25 · Heft 24 (25.9.1918) · p. Seite 566

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 24 (25.9.1918)
Article
Zur Geschichte der Wilnaer jüdischen Gemeinde
Date
1918-09-25
Page
Seite 566 (sequence 8)
Language
German
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•Dr.'Salome Mandelkern, beide Adepten der Lcbensons. Aus Wilna gingen auch hervorragende Grammatiker und Lexikographen wie Josuä Steinberg u. a. hervor. Auch die jiddische Literatur verdankt ihre ersten Pioniere Wilna: Eisik Meir Dick, Michael G o r d o n und Eljakuxa Zunder. Unter der Leitung des bekannten Pioniersjüdischer Bildungsarbeit; Nissan. Rosenthal, ging 1841 eine Gruppe von jüdischen Intelligenten daran, die ersten beiden modern-jüdischen .Schulen ins Leben zu rufen, In diesen Schulen wurden jüdische und allgemeine Gegenstände unterrichtet. Dieselbe Gruppe nahm auch tätigen Anteil an den Bemühungen eines Komitees, das 1840 beim Wilnaer Generalgouverneur zum Behufe de? "Ausarbeitung eines Planes zur Gründung einer Rabbiner-Vorbereiungsanstalt eingesetzt wurde.. Die erwähnte G-ruppe stand auch in schriftlicher Verbindung mit dem bekannten Dr. Lilienthal, der in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts im Auftrage der russischen Regierung das Land bereiste, um die Juden für moderne Bildung zu gewinnen. Eine hochbedeutsame Rolle in der Geschichte des jüdischen literarischen Schaftens in Rußland spielten die ersten beiden jüdischen Dtuck e r e i e n, die 1799 in Wilna eröffnet wurden. Von diesen gehörte eine den Brüdern Löb und Gerson Lurie; die Firma lautete auf den Namen des polnischen Geistlichen Josef Mirskl. Die zweite Druckerei wurde gegründet durch Tobia Teines_imd Sohn. 1835 gesellte sich diesen ersten Druckereien die neue Gründung der Gebrüder Eornm, die von Grodno nach Wilna übersiedelte. 1862 wurde eine neue Druckerei in Wilna eröffnet, auf die mehrere andere folgten. Dank diesen Druckereien wurde bald Wilna zum Mittelpunkt der literarischen Arbeit im ganzen nordwestlichen Gebiet. . Von jeher war Wilna an Gesellschaften und Institutionen jeglicher Art reich, sowohl an solchen religiöser, belehrender und erzieherischer, wie auch karitativen und professionellen Charakters. Fast jede Institution der letztgenannten Art verfügte über ihre eigene Synagoge; Diese ist in kurzen Umrissen die ältere Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Wilna, der im Volksmunde der Ruhmestitel eines „litauischen Jerusalems" zuerkannt wird. * * * Ist der neueren Geschichte nimmt Wilna eine bedeutende Stellung als Mittelpunkt der modernen-Bewegungen im jüdischen gesellschaftlichen Leben ein.. Wilna ist' die Wiege der jüdischen Arbeiterbewegung. Bereits zu Beginn der 70. Jahre bildete sich in Wilna ein-Kreis junger falscher Intelligenten, der unter dem Einfluß gleichgearteter Bestrebungen in russischen Voikskreisen sich die Aufgabe stellte, den politischen 8n?n der jüdischen Arbeiter zu wecken und namentlich die sozialistische I.£op unter die jüdischen Massen zu propagieren. Die erwähnten „Intelligenten" gründeten Gruppen für Fortbildung und wissenschaftliche

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