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Neue jüdische Monatshefte · 1918-09-25 · Heft 24 (25.9.1918) · p. Seite 565

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 24 (25.9.1918)
Article
Zur Geschichte der Wilnaer jüdischen Gemeinde
Date
1918-09-25
Page
Seite 565 (sequence 7)
Language
German
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Ahnherrn verehren.. Bewußt und unbewußt haben diese dem neiaen Zeitalter ' vorgearbeitet, in dessen Schöße die Haskala-(Aufki;> rungs-) Epoche geboren wurde. Zu den^ bedeutendsten Wilnaer Gelehrten der Folgezeit zählten R. Abele Poslawer, R. Abraham Danzig (Verfasser des populären „Chaje Adam") R. Juda Zaretscher, der auch in Deutschland wohlbekannte Rabbi IsraelSalenter und R. Bezalel Cohen Von den Wilnaer „Magidim" (Volksprediger) gelangte zu hohem Ruhm R. Mosche Darschaa, R. Jecheskel Feiwel, R. Izchak Elijahu Landau und R. Jakob Joseph. Die 1827 erlassene kaiserliche Verordnung, derzufolge die Juden Rekruten stellen mußten, führte unmittelbar zur Gründung zahlreicher „Jeschiwoth" in Wilna; zahlreiche junge Männer widmeten sich dem Talmudstudium, in der Hoffnung, daß der Kahal, dem das Rekrutiorungswerk übertragen werde, thorabeflissene Jünger verschonen würde. Zu jener Zeit wurde die bekannte- „Rameiles-Jeschiwa" zu "Wilna eröffnet, die noch heute besteht. Einem zeitgenössischen talmudischen Kreise entstammten u. a. auch der erste modern-hebräische Dichter Abraham Ber Lebenson („Adam Hakohen") und andere Vorkämpfer des modernen Gedankens im russischen, vornehmlich litauischen Judentum. * * * Von Westeuropa, vornehmlich von Deutschland aus drang um die Wende des 18. Jahrhunderts der moderne Kulturgeist in Litauen ein. Mendelssohn und seine hebräischen Sammelwerke („Mcasstim") gaben den ersten Anstoß. Wilna wurde zum erklärten Mittelpunkt der Aufklärung, der „Easkala". Eine stattliche Reihe hebräischer Schriftsteller, Dichter und Gelehrten verliehen dieser Stadt das Gepräge eines Brennpunkts der neuen Richtung, die sich von hier aus über das gosamte nordwestliche Gebiet ausbreitete. Die Bezeichnung „Wilnaer" wurde im Volke gleichbedeutend mit „Maskil", Aufgeklärter. Das 1847 in Wilna ins Leben gerufene Rabbinerseminar („Rabbiner- Schur4) trug seinerseits sehr viel zur Aufklärungarbeit unter den jüdischen Massen bei. Im Jahre 1873 wurde auf allerhöchsten Befehl das Rabbinerseminar in ein ,Mehrerinstitut" umgewandelt. Zum Behufe ihrer „Aufklärungsarbeit bedienten sich die ersten Wilnaer „Maskiliin" des Mittels der hebräischen Sprache. Bereits im Wilnaer „Marhilirn" des Mittels der hebräischen Sprache. Noch im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts wies Wilna eine Reihe berühmt- 'gewordener hebräischer Schriftsteller und Geschichtsschreiber wie Mordechai Aron Gins bürg, Schemuel Jesef Finn, Kalmnn Schulmann u. a. auf; ferner bedeutende Dichterpersönlichkeiten, wie Adam Hakohen und dessen frühverstorbener hochbegabter Sohn Mich a Josef, die sich einer großen Beliebtheit und Verehrung in den weitesten Kreisen des litauischen Judentums erfreuten. Wilnaer waren auch die berühmten hebräischen Dichter Jehuda Lob Gordon utk*

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