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Neue jüdische Monatshefte · 1918-09-25 · Heft 24 (25.9.1918) · p. Seite 567

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 24 (25.9.1918)
Article
Zur Geschichte der Wilnaer jüdischen Gemeinde
Date
1918-09-25
Page
Seite 567 (sequence 9)
Language
German
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Belehrung, aus denen in der Folgezeit die ersten sozialistischen Agitatoren und Politiker in der jüdischen Gasse hervorgingen. Es seien hier die Namen der sozialistischen Apostel Aron Liebermann und " S u n d ,e 1 e w i t s c h genannt. Ersterer gab in der Mitte der 70er Jahre die erste hebräische sozialistische Zeitschrift „Haemet" („Die Wahrheit") in Wien heraus. Die Wilnaer jüdisch-sozialistische Schule übte zu ihrer Zeit großen und nachhaltigen Einfluß auf sämtliche große* jüdischen Zentren Litauens, wie Minsk, Mohilew u. a. aus. Die Chibat-Zion -Bewegung, später auch der Zionismus, .verdankte ebenfalls Wilna ihre ersten bewußten und tatkräftigen Propagatorcn und Anhänger. In Wilna befand sich im Laufe vieler Jahre das Zionistische Zentralkomitee für Rußland. Stark vertreten waren in Wilna die besonderen zionistischen Gruppen sozialistischer Schattierung, wie die S. S. (Zionisten-Sozialisten), Poale-Zion u.a. Hier erschien auch das Organ der jüdischen Autonomisten („Seimowzi"). Eine bedeutende Rolle spielte auch Wilna in der Geschichte des „Bundes". Hier wirkte auch der Zentralausschuß dieser jüdischen Sozialistenpartei. In Wilna entstanden die Anfänge der jüdiseh-bundistischen illegalen Presse und Literatur, hier erschienen vorübergehend auch die legalen „Bundu-Organe. In Wilna fanden auch mehrere Parteitage des „Bundes" statt. Einen überaus stürmischen Charakter nahm die Entwicklung des jüdischen politischen und gesellschaftlichen Lebens Wilnas im Revolutionsjahre 1905 an. In den sogenannten „freien Tagen" marschierte Wilna an der Spitze aller jüdischen Gemeinden Rußlands, namentlich Litauens. In Wilna fand auch zu jener Zeit die Tagung der namhaftesten jüdischen Politiker statt, auf der die Gründung des Verbandes der sogenannten „Erlangenden" erfolgte, die während einiger Zeit die gesamte jüdische politische Arbeit in Rußland leitete und einen großen Einfluß namentlich auf den Wahlkampf zur ersten russischen Reichsduma übte. » * « Eine erschöpfende Geschichte der vielhundertjährigen Jüdischer* Gemeinde ist noch nicht geschrieben. Wilna wartet auf ihren Geschichtsschreiber. Madonna und Sdhechin® Von Dr. Raphael Seligmann, Berlin. ^tMSSFfimt man eben Gott zum Sturze bringt, so beeilt man sich ^Q;Mf aus ihm einen Götzen zu machen, und wenn man eine göttfeVIlV©) liehe Eigenschaft aus diesem oder jenem Grunde von sien weisen zu müssen glaubt, so versäumt man es nicht, sie zu verleumden und in den Staub zu ziehen. So wurde die Wollust, der Lebensnerv aex

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