Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 23 (10.9.1918)
- Article
- Der jüdische Gott
- Date
- 1918-09-10
- Page
- Seite 542 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ri/'O «ji'jt-* Wald; er aber nichts. J&, der Wald. Wie sollte ich ihn verkaufen? Wie konnte man ihn zu Bäumen machen? Verkaufe ich ihn nämlich sucht als Holz, sondern nur als Wald, so bekomme ich eine Kleinigkeit Und das Fällen des Waldes ist vom Gesetz verboten. ,Siehst du\ sage ich dem Berko, ,ich tjabe 500 Hektar Wald und kann nicht zu Geld kommen und du hast gar nichts und . . . ,4 ,Wie ifrt das möglich4, füllt er mir ins Wort; ,bei Vermögen kein Geld bekommen?* Ich erkläre ihm die Sachlage. Er hört aufmerksam zu und überlegt. Dann hebt er sein runzeliges Gesicht und sagt: ,Gelobt sei mein starker Gott!4 ■ ■ - ,Was liast Du?4 ,Ein gutes Geschäft!4 ~ ,Sprich vernünftig, Teufel!4 ,Sagte ich nicht: Wjenn kommt die richtige Gelegenheit!4 ,Was faseist Du?4 ,Die Mitgift hat mir der Herrgott geschickt!4 ,Bist Du verrückt?4 ,Und Ihr Wald, den Sie verkaufen werden?4 ,Wieso verkaufen? Habe ich Dir nicht erklärt?4 ,Ihr Wald — Fannis Mitgift!4 Ich schaue ihn verständnislos an. Berko macht ein ernstes Gesicht und beginnt: ,Ich habe einen Vetter; er dient als Aufseher in der Petrowersker Zuckerfabrik. Der Vetter kann dem Sekretär des Direktors sagen, dieser dem Direktor. Der Direktor wird sich lassen einspannen eine Droschke und wird zum Fabrikanten aufs Gut fahren. Er hat zu jeder Zeit Einlaß und wird also reden mit ihm von dem Wald. Der wird ihn kaufen.4 ,Ja kaufen, aber nicht als Holz, du Dummkopf!4 - .Vielleicht auch als Holz. Die werden schon finden ein Mittel.4 Und so geschah's. Berko sagte es seinem Vetter, dem Aufseher; dieser dem Sekretär des Direktors. Der Direktor fuhr zum Fabrikanten. Die Maschinerie kam in Gang. Man fand tatsächlich ein ,Mittel*". Sehen Sie, meine Herrschaften, das Gesetz verbietet dem Privatbesitzer, einen Wald abzuholzen. Die Bauern aber haben immer das Recht, ihren Wald auszuroden, um ihn in Ackerland zu verwandeln. Der Wald sollte also den Bauern als Ackerland verkauft werden; die Bäume aber wollte man ihnen im vornhinein gleich wieder abkaufen. Der Boden verblieb den Bauern für eine Kleinigkeit und die Hauptsache war jetzt möglich: Den Wald bis zum kleinsten Bäumchen abzuholzen. Ich war während des ganzen Handels recht aufgeregt; es baute sich ja meine lotste Hoffnung darauf. Berko aber versicherte immer wieder mit "semer stoischen'Ruhe: ,Wir haben einen starken Gott; er gibt Fanni dio Mitgift.4 In der Tat, der Wald wurde also mit vereinten Kräften verkauft. B|e Bauern bekamen den Boden, der Fabrikant die Bäume, ich das Gold, alle andern: Provision. Berko erhielt gegen 1300 Rubel.