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Neue jüdische Monatshefte · 1918-09-10 · Heft 23 (10.9.1918) · p. Seite 543

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 23 (10.9.1918)
Article
Der jüdische Gott
Date
1918-09-10
Page
Seite 543 (sequence 4)
Language
German
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Natürlich verheiratete er seine Tochter. War das eine fröhliche Hochzeit! Ich mit meiner Karoline waren geladen. So war der Berka. Er glaubte fest an seinen Gott und es geschah nach seinem Glauben. Es muß doch etwas daran sein, meine Herrschaften. Wenn man tiefer nachdenkt, ..... """""Alle Achtung, ja, alle Achtung vor dem jüdischen Gottl" (Aus dem Russischen übersetzt von Maria Wayskaja.) Die. Geschichte eines Menschen Von C. Z. Klötzel, im Felde. föW(|5[m Jüdischen Verlag ist soeben die deutsche Übersetzung eines Tv^l Ms Buches von S. J. Agnon erschienen *) von dem man ohne S@l®2 weiteres voraussagen darf, daß es in kürzester Zeit sich die Herzen der deutschen Juden erobern wird, wie es ia die Seelen der hebräisch Denkenden und Sprechenden sich eingeschlichen hat. Diese? Buch steht gänzlich abseits aller „Literatur", es ist einfach, ja beinahe altmodisch in seiner Sprache — (die Übersetzung läßt erkennen, wie nahe der hebräische Text dem klassischen ErzähierstiL der Agoda steht) — und das Menschen Schicksal, das darin geschildert wird, ist das eines Kleinen und Geringen in Israel, ist das Leben eines Schnorrers. Den „Hiob von Buczacz" könnte man diesen Menascheh Chajim nennen, „der von seinen Gütern herabsank, und die Armut ließ ihn weichen vom Wege seines Herrn, und er warf einen Makel auf Israel, und war gescholten und verstoßen und umhergetrieben, und verstörte doch nicht das Leben anderer und wurde mit Namen und Andenken begnadet.41 Aber er gleicht doch wieder nicht dem großen Dulder, der aller Prüfung durch die Qual die Leidensentschlossenheit des großen, erkennenden Geistes entgegensetzt, der das Unglück nicht nur erträgt, sondern es gleichsam auskostet in der felsenfesten Überzeugung von seiner göttlichen Notwendigkeit. Menascheh Chajim hat nicht das seelische Übermaß eines Hiob, — in ihm lebt eine Seele, die mit dem Leid hart ringen muß, um seiner Herr zu werden, und sein Leben gleicht' jenem Kampf zwischen dem Stammvater und dem Himmelsboten bei grauendem Morgen, da jener sprach: „Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn zuvor". Auch Menascheh Chajims äußerer Mensch geht aus diesem Israelkampf ramponiert hervor, —■ der wohlhabende Kaufmann endet als der elendeste Bettler zwischen den gestürzten Grabmälern des „guten Orts" — aber die jüdische Seele in ihm schreitet durch Irrtum und Sünde ihren graden Weg, oft überrumpelt vom „Jezcr hora", oft strauchelnd über die Steine des Anstoßes, die das Schicksal auf ihren Pfad häuft, aber immer doch mit dem Blick auf das Ziel, das ihr eingeboren ist. *) S. J. Agnon, „Und das Krumme wird gerade". Aus dem Hebräischen von Max Strauß. Jüdischer Verlag, Berlin 1918.

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