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Neue jüdische Monatshefte · 1918-07-25 · Heft 20-22 (25.7.1918) · p. Seite 493

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 20-22 (25.7.1918)
Article
Die jüdische Frau in der deutschen Frauenbewegung
Date
1918-07-25
Page
Seite 493 (sequence 7)
Language
German
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jedoch aus dem Judentum im Kriege heraustrat. Sie ist die Gründerin und langjährige Leiterin der Sozialen Frauenschule in. " Berlin und ihrer Initiative verdankt die gesamte in dieser Richtung gehende Bewegung die erste Anregung und dauernde Förderung. Sie hat ihr reiches Wissen und ihren klaren, den Dingen in die Tiefe nachgehenden Verstand in den Dienst der sozialpolitischen Aufgaben gestellt. . Besonders hervorzuheben sind ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Armen- und Wohlfahrtspflege und eine gründliche Schrift über die Frage des Mutterschutzes durch Mutterschaftsversicherung. Die Zahl der jüdischen Frauen, die heute im Dienste der allgemeinen Frauensache wirken, ist Legion.1 Wohin auch immer wir im deutschen Vaterland schauen: überall finden wir die jüdische Frau an der Arbeit. In der sozialen Fürsorgerin der Erziehung, in den Berufsorganisationen, im Kampf um das staatliche und kommunale Bürgerrecht der Frau begegnen wir ihr. Häufig in führender Stellung und als Trägerin fortbildender Ideen. Daneben am bescheideneren Platz als Dienerin am Werk der Menschenliebe und der Menschen- und Frauenrechte. Immer aber ganz hingegeben, ganz erfüllt von der Sache, der sie dienen und nützen will. Vom ersten bis zum »letzten Augenblick, wie weit auch der Weg, wie schwer auch die Last. Wir haben das wieder in diesen schweren Kriegstagen erlebt und dürfen mit ruhiger ' Zuversicht und freudigem Stolz sagen, daß die jüdische Frau sich auch diesmal bewährt hat. Für die meisten der jüdischen Frauen, die dazu geholfen haben und helfen, dem Sieg da draußen den Heimatsieg zuzugesellen, war und ist die 'Erkenntnis, daß es heute mehr denn je unabweisbare Pflicht jedes denk- und arbeitsfähigen Menschen ist, sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, die Triebkraft ihres Verhaltens. Daß sie Jüdinnen sind, bleibt in diesem Zusammenhang ohne Belang. Das ist nur gut so. Ein Bedauerliches aber bleibt festzustellen. Ein Teil dieser Frauen hat dem Judentum den Rücken gewandt. Ein anderer sucht die Zugehörigkeit zum Judentum vergessen zu machen und empfindet sie als einen Makel Wieder andere stehen dem Judentum innerlich ablehnend, zumindest aber gleichgültig gegenüber. Eine Würdigung der Anteilnahme, des jüdischen Fraucntums an der Frauenbewegung kann an diesen Dingen nicht achtlos vorübergehen. Selbst wenn man es vermeiden will, in diesem Zusammenhang ethische Werturteile zu fällen, muß man es als tief bedauerlich und in gewissem Sinne als unwürdig bezeichnen, wenn Menschen, die irgendwie aus der Menge hervorragen und sich von ihr unterscheiden, den Ursprung verleugnen, dem sie wahrscheinlich /die besten Bestandteile 'ihres Wesens und Wirkens zu danken ha,ben3 oder gar das Nest beschmutzen, dem sie entstammten. Mir scheint es unvereinbar mit der Wesenheit hoher Pcrsönlicakeitskultur und dem allseienden Inhalt aufrechten Menschentums, wenn man sich des Bodens Schämt, oder sich von dem Boden abwendet, der einem hervorbrachte. .Nicht davon zu reden, daß gerade eine so viel

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