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Neue jüdische Monatshefte · 1918-07-25 · Heft 20-22 (25.7.1918) · p. Seite 462

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 20-22 (25.7.1918)
Article
Die Religiosität und die jüdische Frau
Date
1918-07-25
Page
Seite 462 (sequence 4)
Language
German
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: Qtolung. vom der Größe des Anteils, den die Schwindsucht jüdischer Boligiosität bei den Frauen innerhalb des jüdisch-religiösen Nieder- ■ganges im Osten (und im allgemeinen) hat. Man nehme eine beliebige ostjüdische Familie aus der Arbeiterklasse, dem Handwerkerstände, dem händeltreibenden. Kleinbürgertum und Mittelstand- und erst recht aus der Großbourgeoisie, und beobachtesie auf die Lockerung hin, die religiöse Übung und damit unfehlbar auch religiöse Innerlichkeit bei ihr erfahren haben, so wird man zunächst, finden, daß es1 fast keine gibt, bei der eine solche Lockerung nicht •Irgendwie und irgendwo schon eingetreten ist, und dann, daß sie regelmäßig ron der .Frau ausging. Der Krieg mit seinen ungeheuerlichen- Schüttelungen, Erschütterungen und Verschüttungen hat ja diesen. Tatbestand noch unterstrichen, aber er trat auch schon vor dem Kriege deutlich hervor: Wo dem Manne die völlige Unversehrtheit des religiösen Lebens noch lange Selbstverständlichkeit und inniges Bedürfnis ist, da hat die Frau schon längst eine Bresche darein geschlagen. Wo der Hann noch einige sinnende Zurückhaltung zeigt, da ist die Frau über derlei Schwäche schon längst hinausgewachsen» Und wo's die Frau noch nicht ist, da ist's die Tochter oder Schwiegertochter; sie legen den Jünglingen das Gebot ihrer Seichtheit auf, bringen sie ihren Männern, bei, unterweisen darin ihre Kinder. Und bringt eine Generation nicht den'ganzen Mut auf, so ist jede weitere um.so kühner- Und schmuggelt eine, so wird jede weitere um so offener und dreister. Die Breschen, jv/erden immer breiter, immer zahlreicher, der Wall des Glaubens wird, immer siebartiger, immer brüchiger, immer bröckliger. ' Damit soll aber die jüdische Frau nur als vorzugsweise Verführerin in den Einzelfällen, als Durchführerin des Abfalls gekennzeichnet sein, nicht aber etwa die intellektuelle Urheberschaft im großen, ihr zugeschrieben werden. Es fällt mir hicht ein, als besondere den Nichtjüdinncn nicht eignende Uninnerlichkeit zu werten, was weiter nichts ist als normale Steigerurig oder besser Yerailtäglichung, die, der weiblichen Art entsprechend, gewisse Sünden der Zeit, der Schichte,, der Umgebung, des Mannes, des jüdischen Mannes in der jüdischen Frau erfahren. Mögen dies jene jüdischen Männer versuchen, die für ihre persönliche' Orientierung nach der Seite der Nichtjüdin hin, also iür ihre eigene Instinktverirrung, deren Opfer, die Jüdin, büßen lassen. Ich halte mich nach wie vor an die Worte, die ich in einer Bemerkung über die Auslassungen eines solchen Mannes vor mehreren Jahren in der „Freistatt" niederschrieb: „Was wollt Ihr von den jüdischen Mädchen? Was .kerbt Ihr in der Hauptsache allgemeine Gebrechen und Degenerationsorscheinungeri der westlichen intelligentisierten Judenheit, "des -CLlrgcrtums, der europäischen Zivilisation und des Weibes gerade diesen * rr,:ien Geschöpfen an?" Und ich erinnere daran, daß, als der jüdische - vnri noch nach der Richtung des Glaubens' wies, die jüdische Frau ' "vc ■ steigernde oder verailtägilchende Weibeswirksamkeit ebenfalls ' ^"h der Richtung, des Glaubens entwickelte. So wenig ich daraus uh damalige Jüdische Frau ein besonderes Verdienst ableite, eben- ^ov/onig kann ich der heutigen eine besondere Schuld daran beimessen,

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