Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 15-16 (10.5.1918)
- Article
- Die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums
- Date
- 1918-05-10
- Page
- Seite 344 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2908689-2908714-2908728-2910890--1663-2910916- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
344.. ' . .........: ....... _........................................... Mit diesen Wor^ou hat die Allmacht den Sinn eines richtigen Attributes, einer, die Privation negierenden Negation erlangt und der Sinn dieser Negation hat sich an dem Sinne der Privation klargestellt. Die Schöpfung kann jetzt keinen Widerspruch mehr gegen die Vernunft bilden. In dieser Logik, ist die Religion der Schöpfung selbst zur Vernunft geworden. Gott , ist nicht träge, däs heißt: Gott ist clor Urgrund der Tätigkeit, Gott ist der Schöpfer. Sein Sein kann nicht, anders bestimmt werden als durch diese Immanenz der Schöpfung in seiner Einzigkeit. Die Schöpfung ist .kein heterogener'Begriff in oder zu seinem Sein, sondern dies gerade bedeutet sein Sein als Einzigkeit: daß das,Werden in ihm mitgedacht ist, mithin ans ihm hervorgehen, aus seinem Begriffe hergeleitet werden muß. Dieselbe Bedeutung, welche die kritische Philosophie an der Substanzgrundiage der Bewegung herausgestellt hat, »wir rinden sie auch wieder in dem Vernunftanteil, den Maimonides in dem monotheistischen Problem der Schöpfung zur Bestimmung gebracht hat. Er leistet auch hier daher keine blinde Nachfolge dem Aristoteles, sondern er führt nur den Rationalismus seiner Gotteslehre durch. 10. Die - Unterscheidung des Monotheismus vom Pantheismus hängt vom genauen Begriffe der Schöpfung ab. Die Emanation ist bedingt durch Immanenz. Das Werden, das vermeintliche Sein muß erklärt .werden. Woraus aber könnte seine Entstehung hergeleitet werden, wenn nicht aus dem wahrhaften Sein? Daß dieses das einzige Sein ist, kann den Gedanken nicht einschließen, daß das falsche Sein durch das wahre keine Erklärung finden dürfe. Wenn freilich diese Erklärung materiell gefaßt wird, so daß die Bedingtheit als Emanation gedacht wird, so ist mit dieser die materielle Immanenz gegeben, und mit ihr der Pantheismus. - Die Bedingtheit muß daher logisch so gedacht werden, daß das ■ materielle Hervorgehen des Werdens aus dem Sein ausgeschlossen wink Der Prozeß des Werdens gehört dem Werden selbst an, darf aber nicht in das Sein verlegt werden. "Die Einzigkeit des Seins erweist sich aber dadurch, daß es die hinlängliche Ursache'ist für die Entstehung des Werdens. Diese Hinlänglichkeit der Ursache aber erschöpft sich in . ihrer logischen Bedeutung, und sie wird entstellt durch die Übertragung der logischen Bedeutung auf einen materiellen Hergang. 11. Die gedanklichen Hemmnisse im Problem der Schöpfung liegen erstlich in der mythologischen Ansieht, welche jedoch sich, selbst widerlegt durch die Voransetzung eines Chaos. Es ist daher konsequent, daß der Schöpfungsbericht in der Genesis nicht mit einem Chaos beginnt, sondern daß er das Chaos (Tohuwabohu) erst an der Erde ansetzt; nachdem sie geschaffen worden war. Und es ist charakteristisch, daß das erste Wort, welches den Akt der Schöpfung bezeichnet, nicht, einen stofflichen Anfang setzt,. sondern nach der gewöhnlichen Übersetzung einen zeitlichen. Die rabbinische Erklärung aber hat den Anfang (reschith) in die Kraft gesetzt, so daß es in das Wesen Gottes gelegt wird, die Natur zu schaffen. Das Rätsel bleibt, aber es bleibt b^i Gott- Und es gilt nun, den Begriff'Gottes so zu be-