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Neue jüdische Monatshefte · 1918-05-10 · Heft 15-16 (10.5.1918) · p. Seite 343

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 15-16 (10.5.1918)
Article
Die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums
Date
1918-05-10
Page
Seite 343 (sequence 5)
Language
German
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W^W* sich angelegen sein ließ, daß et* die reine Ehrlichkeit des Denkens an diesem Problem erwies., da er nun einmal den Anteil der Vernunft an seiner Religion auf den metaphysischen Spuren des Aristoteles sicherzustellen suchte. Wenn Aristoteles .mm , aber den Anspruch der Vernunft dem Problem der Schöpfung aus dem Nichts gegenüber durch die Unendlichkeit der Welt, wahrte, so mußte Mahnonides diesen Anteil der 'Vernunft auch an dem monotheistischen Begriffe (3er Schöpfung va Kitten suchen. Auch wenn er den bekannten Ausspruch nicht getan hätte: wenn Aristoteles mit zwingenden Beweisgründen die Ewigkeit der Welt erwiesen hätte, so müßte der biblische Bericht von der Schöpfung demgemäß interpretiert werden — auch ohne den Freimut dieser Erklärung würde die Konsequenz seines Rationalismus di^ Überwindung des buchstäblichen Sinnes der Schöpfung gefordert haben. Ohnehin ist er nicht der Erste, der die Rationalisierung des biblischen Schöpfungswortes anstrebt und vollführt: wir werden sehen, daß diese rationalisierende Tendenz auch der Talmud verfolgt, und daß er sie in die täglichen Gebete selbst vorpflanzt hat. Maimonides aber wird 7X\m Klassiker des Rationalismus für den Monotheismus vielleicht an entscheidender Stelle dadurch, daß er das überkommene Problem der negativen Attribute zur Aufklärung bringt durch die Verbindung der Negation mit der Privation. Nicht die positiven Attribute werden negiert, sondern die privativen. Gott ist nicht träge. Dieses Beispiel ist der Wegweiser. Und die Klarheit seines Gedankens bezeugt sich darin, daß er sich nicht an die* privative Wort form hält, sondern vielmehr nur an die privative Bedeutung '= . - anscheinend positiven Wortes. Die Trägheit z. B. hat die privative Bedeutnng, welche daher die privative Wertform, die sich der privativen Partikel bedienen muß, entbehrlich macht. 0. Aber Maimonides läßt es nicht bei dieser Klarstellung bewenden, sondern er setzt den Sinn ins Klare und außer Zweifelndem dieser ganze Formalismus zu dienen hat. Wenn es als ein negatives Att.rib;U der Privation eine Bedeutung hat, daß Gott nicht müde sei, so liegt der tiefere Sinn dieser Bedeutung darin: daß die Trägheit nicht nur für ihre Abwehr und Ausschließung figuriert, sondern daß diese Ausschließung durch eine wahre, eine neue Positivität begründet, ' - Negation daher gänzlich entwurzelt wird. Diese neue Positivität wird" entdeckt und bestimmt in dem Begriffe des Ursprungs, der als Kategorh in meiner „Logik der reinen Erkenntnis44 zur Auszeichnung gekommen ist. Und was logisch der Ursprung bedeutet, das muß der Anteil der Vernunft an der Religion auch für das Problem der Schöpfung zur Ermittelung bringen. Und diese Bedeutung für die Schöpfung hat Maimonides dem negativen Attribute der Privation verliehen. Gott ist nicht träge, das heißt: er ist der Ursprung der Aktivität. . Maimonides erklärt so den ursprünglichen Gottesnamen, der von Anfang an in der Bedeutung der Alimacht gefaßt wurde: „Es ist in ihm Genügsamkeit xur Hervorbringung von Dingen außer seiner selbst." (vgl. oben S. 46

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