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Neue jüdische Monatshefte · 1918-05-10 · Heft 15-16 (10.5.1918) · p. Seite 341

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 15-16 (10.5.1918)
Article
Die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums
Date
1918-05-10
Page
Seite 341 (sequence 3)
Language
German
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Bc/iehung des Seins auf das Werden bildet so wenig einen Widerspruch gegen die Einzigkeit des göttlichen Seins, daß diese vielmehr erst durch v diese Immanenz ihre Positivität erlangt Wir verstehen die. Einzigkeit jetzt erst recht, indem wir diese Immanenz der Beziehung auf das Werden jetzt in aller Schärfe erkennen als die Voraussetzung, mithin auch als die Immanenz der Ursächlichkeit. Das Einzige Sein. Gottes bedeutet uns jetzt die in ihm enthaltene^ Grundbedingung zur Kausalität dieses göttlichen Seins. Die Einzigkeit erkennen wir jetzt als die einzige" Ursächlichkeit. Eine Fülle der Probleme türmt sich an diesem Punkte vor uns auf. Am dem Nebelmeer des Mythos tauchen die Fragen auf, das Chaos erhebt sich. Und ebenso regt sich der Gegensatz zu aller Metaphysik in dem spezifischen Anteil der Vernunft an der Religion, um für diesen Anteil das Eigenrecht anzumelden. Mag es mit der Kausalität allein bei der Wissenschaft verbleiben, so dürfte es noch eine andere Art von Kausalität geben, welche an der Grenze der Wissenschaft entsteht, welche, weil an der Grenze entstanden, diese Grenze positiv beschreiten darf, um jenseits der Naturerkenntnis und der Naturwissenschaft die Welt des Geistes, die Menschenwelt der Sittlichkeit zu entdecken und zu erfüllen. So entstehen neue Bedeutungen für die Einzigkeit des Seins bei Gott und für Gott; für Gott, weil für die Welt des Werdens, der das einzige Sein du; Grundlage ist. Nur allmählich können alle diese Bedeutungen der Einzigkeit des Seins sich entwickeln lassen. Wir bleiben zunächst noch bei der Abstraktion vom Sein stehen nach ihrem Verhältnis zur Abstraktion des Werdens. 5. Um die alten biblischen Quellen nach der Tendenz zu verstehe]!, mit welcher sie sich aus den mythischen Urelementen herausringen, dürfte es hier zweckmäßig sein, zunächst an die .philosophische Spekulation anzuknüpfen, welche mit Bewußtsein den Vernuni'tantcü des Monotheismus aus der Logik der Prinzipien zu entfalten strebte Im Islam wurde dieser Anteil der Vernunft in dem Problem der „negativen Attribute1* zu einem Grundproblem, welches der Religion mit der Philosophie Gemeinschaft verlieh. Sicherlich sind ganz aligemeine. Interessen dabei mit im Spiel, so zunächst , der Agnostizismus, diese religiöse Spezialität des Skeptizismus. Sicherlich auch sollte der Monotheismus vor Schwächung und Trübung geschützt, werden durch "die Abweisung positiver Attribute Gottes, durch deren Mehrheit und besonders durch deren Verbindung die" Einheit Gottes bedroht schien. Audi die Abwehr des Pantheismus ist hierbei mitwirkend. Ein jüdischer Philosoph bringt diesen Gedanken zum Ausdruck in dem Satze: „Würde ich dich erkennen, so wäre ich du". Alle diese, Momente'sind in voller Wirklichkeit bei diesem fundamentalen Problem. Dennoch aber wird seine Bedeutung durch sie nicht erschöpft. 6. Unter'den jüdischen Philosophen ist es besonders Maimonides. der dem Problem eine ganz andere Wendung, eine neue Spitze und einen neuen Sinn gibt Der Ausdruck „negative Attribute11 wird durch ihn korrigiert; er wird als eine halbe Wahrheit, als ein mangelhafter Terminus gekennzeichnet. Nicht positive Bestimmungen sollen durch

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