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Neue jüdische Monatshefte · 1918-03-10 · Heft 11 (10.3.1918) · p. Seite 248

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 11 (10.3.1918)
Article
Viribus unitis
Date
1918-03-10
Page
Seite 248 (sequence 2)
Language
German
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243 haupt m einen Zusammenschluß gedacht werden sollte. Und es mußten gleichwohl gemeinsame Richtlinien aufgestellt werden, die doch ein einheitliches Handeln gegenüber den großen auftauchenden Problemen ermöglichten. Die Aufgabe war nicht leicht, aber sie war lösbar und ist gelöst worden, Es wurden jene Kernpunkte aller jüdischen Bestrebungen ermittelt, die innerhalb des Gesamtjudentums nicht strittig sind, und diese Kernpunkte sind das Programm der neuen Vereinigung. Das Programm ist weder ein Maximalnoch ein Minimalprogramm. Es ist das Programm an sich, auf Grund dessen sich eine Verständigung erzielen ließ, und das hoffentlich die Probe gemeinsamen Arbeitens für die Zeit, die unmittelbar vor uns liegt und für die Aufgaben, die jetzt zu lösen sind, bestehen wird. Das Programm stellt eine Reihe von. Forderungen auf, über die es eine Meinungsverschiedenheit unter, uns Juden nicht gibt. Das Programm verlangt rechtliche und tatsächliche Gleichstellung der Juden des Ostens mit allen anderen Bürgern der östlichen Staaten. Es verlangt überdies die freie Einwanderung und wirtschaftliche Betätigung in allen Teilen des Osmanischen Reichs, natürlich auch in Paliistina. Und endlich fordert es das Recht auf Pflege selbständiger jüdischer Kultur überall im Osten. Da es eine selbständige jüdische Kultur im Osten gibt, so steht auch diese Forderung außer jeder Anfechtung, und alle jüdischen Richtungen können sich hinter..ssie stellen. Das Zeichen selbständigen jüdischen Geisteslebens ist die Religion im Osten und die Sprache. Bei den einen die hebräische Sprache, bei den anderen jiddisch, und die Möglichkeit, diese ihre sprachliche Eigenart wie insbesondere natürlich auch ihre Religion ohne Behinderung pllegen und entwickeln zu können, erscheint als eine selbstverständliche Forderung. Zu ihrer Vertretung ist die Gesamthoit des deutschen Judentums berufen. Das sind die Forderungen, auf denen sich alle deutschen Juden zusammenfinden konnten. Es ist olfensichtlich, daß gewisse Richtungen innerhalb des deutschen Judentums die letzten Ziele ihres Strebens innerhalb dieses Rahmens nicht erreichen können. Es zeigt ihre taktische Klugheit, daß sie für jetzt auf einzelne Punkte ihrer Forderungen zu verzichten bereit , waren, und daß sie so ein Kompromiß ermöglichten, dessen Durchführung wahrscheinlich ist, da hinter ihm die gesamte deutsche Judenheit ohne Ausnahme steht. Das Fundament von tragfähiger Festigkeit, auf dem sich ein Erfolg aufbauen kann, ist also gelegt. Die Möglichkeit eines Erfolges ist hierdurch gegeben. Daß damit alle Schwierigkeiten überwunden sind^ kann man freilich noch nicht behaupten. Wenn so verschiedenartig gerichtete Strömungen in ein Bett zur Steigerung der Gewalt zusammengeleitet werden, so bleibt immer die Gefahr, daß an der einen oder der anderen Stelle die neugeschaffenen Dämme doch wieder durchbrochen werden können. Um so geringer wird diese Gefahr sein, mit wm so klarerem Blick man sie in Betracht zieht. Man darf sich darüber

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