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Neue jüdische Monatshefte · 1917-09-10 · Heft 23-24 (10.9.1917) · p. Seite 683

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 23-24 (10.9.1917)
Article
Der Kahal in Polen im XVI. bis XVIII. Jahrhundert
Date
1917-09-10
Page
Seite 683 (sequence 3)
Language
German
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663 Stunden, daß kein Jude ein Kahalsamt anzunehmen sich entschließen kann; so müssen im Jahre 1771 in Posen reiche Juden vom Wojewoden gezwungen werden, das Amt anzunehmen, damit die Gläubiger des Kanals sich an irgend jemand mit ihren Forderungen zu wenden haben35), VII. Ausgaben und Einnahmen des Kanals (Budget). Wie wir gesehen haben, hatte der Kahal viele Beamten, und diese mußten aus der Kahalskasse bezahlt werden. Überdies erhielten viele Staatsbeamte, Bischöfe, Pfarrer usw. von den Juden Dona charitatwa, die anfangs in Naturabgaben, nachher in Geldsummen ausgezahlt wurden. So bezog der Wojewode von Krakau im XVIII. Jahrhundert 7000 fl., der Judenrichter im XVII. Jahrhundert 1500 fl., der Judenschreiber 400 fl. jährlich, der Instigator (Staatsanwalt) 1 fl. vom Eid, der Burghauptmann 1G00 fl. und der Burgvogt (SchloßVerwalter) am Wawel in den drei Feiertagen G e w ü r z e, die im XVIII. Jahrhundert in 80 fl. umgetauscht wurden. Auch mußten die Krakauer Juden „die Bestien, unclzwar Löwenund Leoparde i m kö n igl i c h e n Bestiar i u s ernähren", wofür sie nach der Auflösung dieser Menagerie 240 fl. jährlich bezahlten. Dem Klerus und den Schülern zahlten die Juden das sogenannte „Kozubales38), um sie für sich gut zu stimmen; dafür sollte der an der Schule und Kirche vorbeigehende Jude von den Schülern und Studenten nicht belästigt werden. Der Kozubales betrug in Krakau um das Jahr 1650: G Groschen vom Judenwagen; außerdem schickten die Krakauer Juden dem Rektor, den Doktoren und Professoren der Akademie zweimal jährlich folgende Gaben: 1. Zucker 189 Pfund G. Zimt 188 Lot 2. Pfeffer 86 „ 7. Posinen 68 Pfund Im Jahre 1724 wurde alles abgeschätzt und in eine Geldabgabe verwandelt. Außerdem zahlte der Kahal: . 1. Zwei Pedellen der Akademie für den Schutz vor den Studenten 1 fl. die Woche. 2. Denselben zweimal jährlich (Weihnachten und Ostern) Fische. 35) Perles 1. c, S. 95. se) Den Ausdruck Kozubales können die Historiker bis nun nicht richtig erklären, die Forderung der Studenten probierte ein anonymer Reimdichter bis auf Simon dem Kyreuäer zurückzuführen, der das Kreuz Christi auf die Golgotha trug und dafür von den Judenältesten für ewige Zeiten die Verpflichtung entgegennahm, für jeden Feiertag beschenkt zu werden. Simon hat vor dem Tode seine Rechte der Kirche vermacht. Das seltene Gedicht ist separat im Jahre 1026 gedruckt worden; ich habe es aus dem einzigen mir bekannten Exemplar (Bibliothek in Komik, Inv.-Nr. 2865) in meiner Geschichte der Juden in Krakau, Bd. I, S. 363—371, -abgedruckt. 3. Ingwer 86 „ 4. Safran 152 Lot 5. Nägerl 182 „ 8. Reis 9. Mandeln 10. Blume (?) 63 „ 50 „ 50 Lot

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