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Neue jüdische Monatshefte · 1917-06-25 · Heft 18 (25.6.1917) · p. Seite 530

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 18 (25.6.1917)
Article
Sterblichkeit der Juden in Wilna in den letzten 5 1/2 Jahren (1911-1916)
Date
1917-06-25
Page
Seite 530 (sequence 4)
Language
German
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530 zu bringen, das Zahlenbild sich völlig verändert. Diese Gründe waren: 1. Die neue Verordnung, die schwere Bestrafung für Ungenauigkeit in der Geburtenanmeldung androht.- 2. Die Rücksieht auf die Zahl der zu erhaltenden — Brotkarten. Der Mädchenüberschuß des ersten Halbjahres 1016 dürfte darauf zurückzuführen sein, daß mit Rücksicht auf die obigen Gründe zahlreiche bereits im Vorjahre geborene und nicht zur Anmoldung gebrachte Mädchen eben erst zur Eintragung gebracht wurden. Wie dem auch sein möge, der jüdische Statistiker tut gut daran, sich auf die unzweifelhaft exakt und einwandfrei ermittelten Knabengeburten zu beschränken. vi. Wir wollen uns nun der Feststellung des Verhältnisses zwischen Kindersterblichkeit und NataliUit p. M. zuwenden. Das Promilleverhältnis zwischen Knabensterblichkeit und Natalität betrug in den vier Friedensjahren 1911—1914 (wenn von den letzten fünf Kriegsmonaten dieses Jahres abgesehen wird) für Kinder (Knaben) im erstenLebensjahre — 149,4; im Alter von 1 bis 2 Jahren — 47,5; von 2—5 Jahren — 33,7; insgesamt bis 5 Jahren — 230,6. Dies bedeutet gegenüber den früheren Jahren eine Reduktion. So betrug die Kindersterblichkeit im Alter von 1—5 Jahren im Jahrfünft 1893—1897 in Wilna durchschnittlich 376; 1898—1902 — 302; 1901 bis 1902 im Durchschnitt 233. Die- Kindersterblichkeit ist mithin als relativ niedrig zu erachten, namentlich die der Säuglinge (149,4 p. M, der Geburten). In Preußen betrug die Säuglingssterblichkeit 1910 — 157,37 p. M. Geburten; 1911 — 187,71: 1912 — 144,74 (Robert Böhla, „Berliner Klinische Wochenschrift" 1913, Nr. 14). Aus den Ermittlungen geht des ferneren eine starke Vermehrung der Kindersterblichkeit im Jahre 1915 hervor: im Alter bis zu einem Jahre — 253; 2—5 Jahren — 190; insgesamt bis 5 Jahren — 515 p. M. Geburten. Dies bedeutet fast eine Verdoppelung sämtlicher Ziffern. Das Beispiel anderer Kulturländer zeigt, daß — $o in Deutschland — ein Einfluß des Krieges auf die Kindersterblichkeit nicht festzustellen war. Diese ist hier in stetem Rückgang begriffen; so betrug 1910 die Säuglingssterblichkeit in Deutschland 20 Prozent — 1915 bereits bloß 15 Prozent aller Säuglinge. In Berlin belief sich die Säuglingssterblichkeit 1914 auf 17,95, 1915 auf 14,4 Prozent („Deutsche Medizinische Wochenschrift" 1916, Nr. 26), Diese Erscheinung ist natürlich auf die in sämtlichen Kulturländern gesteigerte Säuglingsfürsorge zurückzuführen. Bei uns geschieht leider auf diesem Gebiete sehr wenig. Bei der Erörterung der Kindersterblichkeit wäre noch die Zahl der T o tgeb u r t en zu berücksichtigen, die in der allgemeinen Sterbeziffer nicht enthalten ist In den fünf Jahren betrug das PromilleverhUltnis der Totgeburten zur gesamten Sterbeziffer 7,8. Der Sterblichkeitskoeffizent erhöht sich

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