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Neue jüdische Monatshefte · 1917-05-10 · Heft 15-16 (10.5.1917) · p. Seite 456

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 15-16 (10.5.1917)
Article
Die Emanzipation der Juden in Rußland
Date
1917-05-10
Page
Seite 456 (sequence 4)
Language
German
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456 wurderf Tagungen der Z.S. und der J.S.A.P.x) anberaumt. Auf einer vom „Vereinigten Jüdischen Aus&chuß44 in Moskau einberufenen, jüdischen Massenversammlung, auf der Vertreter der Zionisten, der Demokraten und der vier jüdisch-sozialistischen Organisationen als Redner auftraten, wurde folgende Entschließung einhellig angenommen: „Die jüdische Volksversammlung in Moskau begrüßt mit großer Freude die Freiheit. Wir sind ganz davon überzeugt, daß die Gründungsversammlung die vollständige Volksherrschaft in Rußland herstellen wird und daß dem jüdischen Volke wie allen anderen Nationen Rußlands nicht nur bürgerliche Freiheit, sondern auch nationale Rechte, nationale Selbstbestimmung und freie nationale Entwicklung gesichert werden." Die Versammlung beschloß ferner die Einberufung eines alljüdischen Kongresses in Rußland. Bevollmächtigte der vier jüdischen sozialistischen Parteien sowie des „Vereinigten Jüdischen Studentenausschusses" traten dem■„Rat der Arbeiter- und Soldatenabgeordneten" in Petersburg (8 Bundisten, 3 Poale-Zion, 1 Z.S. und 1 Autonomist) und den revolutionären Ausschüssen der Provinz bei. Unterdessen ging die provisorische Regierung daran, die in ihrem am 16. März bekanntgegebenen Programm angekündigte Aufhebung aller nationalen und konfessionellen Beschränkungen ohne Verzug, und bevor noch ein rechtskräftiges Regierungsdekret in aller Form erlassen werden konnte, in die Tat umzusetzen. Die bestehenden Beschränkungen wurden von den neuen Ministern auf dem Verwaltungswege für die einzelnen Ressorts außer Kurs gesetzt. Justizminister Kerenski machte damit den Anfang, indem er die unbeschränkte Zulassung der Juden zur Advok a t u r verordnete. Der Kriegsminister Gutschkow setzt« die bestehenden nationalen, religiösen und politischen Beschränkungen im Heere, namentlich in bezug auf die Offiziersbeförderung, außer Geltung. Hier der Wortlaut des bezüglichen Erlasses des neuen Kriegsministeriums: „Alle Juden im Heere, die bisher lediglieh wegen ihres Judentums nicht Offiziere werden konnten, sollen zu Offizieren ernannt werden. Juden können in Offiziersschulen Aufnahme finden. Diejenigen augenblicklich im Heere als einfache Soldaten stehenden Juden, die vermöge ihres Bildungsgrades Anspruch auf Offiziersstellen haben, sollen aus der Armee zum Besuche von Offiziersschulen entlassen werden. Gleiches gilt für das Marineministerium. Jedoch werden in Marineoffiziersschulen vornehmlich Söhne gefallener Offiziere und Soldaten aufgenommen.44 Der Handelsminister verfügte die Aufhebung der „Prozentnorm44 und die uneingeschränkte Zulassung von Juden als Schüler und Lehrer in alle ihm unterstellten Mittel- und Hochschulen. Das Stadtoberhaupt von Petersburg erließ eine öffentliche Bekanntmachung, derzufolge die nunmehr allen andern Bürgern gleichgestellten Juden keinen Aufenthaltsbeschränkungen mehr unterliegen. Eine gleichlautende Erklärung gab der Stadthauptmann zu Kiew ab. Die jüdischen Rechtsanwälte YVinawcr und Grusenberg wurden zu Senatsx) «Jüdische Sozialistische Arbeiterpartei.

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