Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 10 (25.2.1917)
- Article
- Jüdische Kolonisation in Syrien
- Date
- 1917-02-25
- Page
- Seite 271 (sequence 3)
- Language
- German
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271 langt. Die Lösung also bleibt das zionistische Programm: die Schaffung einer rechtlich gesicherten Heimstätte für die Juden in Syrien-Palästina. P>ei einem so großen Werk wie der Schaffung einer neuen Heimstätte für verarmte jüdische Massen sind wir uns der Schwierigkeiten, die es dabei zu überwinden gibt, wohl bewußt. An und für sich könnte mau ein solches Projekt leicht für unmöglich halten, wenn nicht die Richtlinien der Entwicklung aller beteiligten Faktoren, die Lage der Türkei, Deutschlands, Österreichs und besonders der Juden jetzt nach der Erreichung dieses Zieles geradezu hindrängten, so daß schon die einfachsten Erwägungen die Aussichten dieses Projektes in einem ganz anderen ••Lichte erscheinen lassen, als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Schwierigkeiten und Bedenken, die gegen die Ausführung dieser Bestrebungen geltend gemacht werden, sind vornehmlich folgende: 1. Hat sich das Klima im Laufe der Zeiten nicht so verschlechtert, daß aus diesem Grunde schon das Land ungeeignet ist? 2. Kann das Land überhaupt noch eine Anzahl von mehreren Millionen Menschen aufnehmen? iL Widerstieitet die jüdische Masseneinwanderung nicht den Interessen des türkischen Staates und werden durch diese Einwanderung nicht die einheimischen arabischen Bauern verdrängt? 4. Sind diese jüdischen Massen als Kolonisten filr den Land bau überhaupt geeignet und wie soll die Oberleitung solcher großen Menschenmengen in ein fernes Land vor sich gehen? Der zur Verfügung stehende Kaum gestattet mir nicht, auf die genannten Punkte hier ausführlich einzugehen und ich beschränke mich deshalb auf folgende Bemerkungen: Über Klima und Boden habe ich mich <chon in meiner im Jahre 1907 veröffentlichten Schrift *) ausgesprochen. Ich halte Klima sowohl wie Boden hervorragend geeignet für den fraglichen Zweck. Von keiner Seite ist bisher meinen Ausführungen widersprochen. Bezüglich des Klimas kann ich auch auf Prof. Dr. Blankenborn verweisen, der seit Jahren durch persönliche Beobachtung, aber auch durch Bearbeitung aller meteorologischen Berichte Syriens in der Lage ist, ein zuverlässiges Urteil abzugeben. Er schreibt 1015 (Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins, S. 221) folgendes: „Dal.» das Klima der Atmosphäre innerhalb der historischen Periode sich nicht merkbar geändert habe, ist in meiner Schrift.über das Klima der Quartär-Periode in Syrien-Palästina und Ägypten ausdrücklich hervorgehoben. Es wird hier also keine andere Ansicht vertreten, als wie si<« schon oft ausgesprochen ist und erst kürzlich wieder vom philologischen Standpunkte aus durch Heranziehung alter hebräischer Quellen bewiesen wurde. (H. Klein, Das Klima Palästinas auf Grund alter hebräischer Quellen, Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins 1914, S. 217 ff. vr. x") H. Auhagen, „Beitrüge zur Kenntnis der Landeskultur und der Landwirtschaft Syriens". Berlin 1907. 'Verfaßt im Auftrage des Auswärtigen Amtes.