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Neue jüdische Monatshefte · 1917-01-25 · Heft 8 (25.1.1917) · p. Seite 227

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 8 (25.1.1917)
Article
Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft
Date
1917-01-25
Page
Seite 227 (sequence 6)
Language
German
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227 Schichten des Judentums zu einer der christlichen, Konfessionen." Jetzt wissen wir genau, worin die „großen Fortschritte" der Assimilation bestehen. Und man muß anerkennen, daß Schmoller aufrichtig sein kann, wo er es sein will. Aber daß er in dieser Unverhohlenheit einen wahrhaften deutschen Geist bekundet habe, das wage ich ihm zu bestreiten. Und soviel wenigstens wird er doch wohl von meinen Arbeiten von weitem vernommen haben, daß er sich scheuen wird, mir das Recht abzusprechen, mit urteilen daß er sich scheuen wird, mir das Recht abzusprechen, miturteilen ' zu dürfen über das, was der deutsche Geist in seinen wahrsten Tiefen zu bedeuten habe. In demselben Heft seines Jahrbuchs, das die Fehde enthalt, berichtet er über das Buch „vom inneren Frieden" (von Friedrich Thimme), und während er über die allermeisten dieser Aufsätze ein urteilendes Wort oder größere Bemerkungen der Anführung des Beitrages hinzufügt-, schweigt er bei meinem Beitrag in einer Beredsamkeit, welche um so bedeutsamer ist, als mein Beitrag über „Deutschtum und Judentum" der einzige ist in diesem Friedensbuche, in welchem der Jude überhaupt erwähnt wird. Und auch hier steht mein Betrag leider nur unter der Rubrik der Nationalitäten, während die der Religion nur die beiden christlichen Konfessionen kennt. Jetzt wissen wir auch, welche Bedeutung das Konnubium hier hat: daß es nur die Zwischenstufe bildet zum Übertritt. Was ist aus den deutschen Menschen geworden, welche die Treue als die höchste Mensehcntugend achteten und liebten, welche daher auch die religiöse Treue bei den Juden als einen sittlichen Charakterzug ehrten. Diese Aufklärung war der Grundzug des deutschen Liberalismus, und in diesem Liberalismus bestand die Grundkraft und die Grundquelle, aus welcher die nationale Gesinnung und die Einheitsbestrebung des deutschen Volkes hervorgegangen ist. Diese nationale Urkraft kann nun aber nicht untergegangen sein im deutschen Volke. Und wie wir gegen Ausschreitungen der Alldeutschen uns wehren, so müssen wir auch die Gefahr und die Verderbnis erkennen lernen, welche in dieser neudeutschen Frivolität liegt. Hinweg mit diesem plumpen, gleißnerischen Worte der Assimilation. Wir sind und wir wollen sein in den Fragen der allgemeinen Kultur Eures Geistes und Eurer Sittlichkeit. Wir können aber gar nicht mehr daran zweifeln, welche Verführung Ihr unter dem Worte Assimilation zu verbergen sucht. Hier ist der deutsche Purismus an seinem richtigen Orte. Setzt ein ehrliches deutsches Wort ein für dieses Fremdwort. Was kann man nun noch von den Ratschlägen erwarten, die nach solchen Zurüstungen der gelehrte Autor anstellt? Sie bilden denjenigen Teil dieser Ausführungen, der menschlich am meisten abstößt. Wir erfahren zunächst nämlich, daß dieser Gelehrte das westdeutsche Judentum, vollends das assimilierte, für eine „glückliche Zugabe zur germanischen Rasse" hält. „Es hat die deutsche Volkswirtschaft sehr gefördert. Aber es schließt die Gefahr in sich, daß

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