Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 7 (10.1.1917)
- Article
- Soziologische Tagebuchblätter
- Date
- 1917-01-10
- Page
- Seite 205 (sequence 5)
- Language
- German
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205 rechnet: der Reinertrag kann aber, bei Selbstarbeit des Kolonisten und seiner Familie bei der Anlage, leicht um 5—600 Fr. jährlich höher sein. Für Verzinsung und Amortisation sind vom neunten Jahre an 2286 Fr. aufzubringen. Dieser Typus kommt namentlich für die Pflanzungsgesellschalten „Achusoth" in Betracht. Vierter Typus: 4 ha bewässerte Baumkultur (Orangen). Grundkapital 20 500, Betriebskapital 15 400, Übergangskosten 5400, insgesamt 41 300 Fr. Bruttoeinnahmen 8000, jährliche Wirtschaftsausgaben, inkl. Familienunterhalt (900 Fr. wie in allen anderen Typen) 3850, Reinertrag 4150, Kapitallasten vom siebenten Jahre an 3000 Fr. Fünfter Typus: 2 ha-bewässerbaren Bodens, intensiver Gemüsebau, in der Nähe von Städten und größeren Kolonien oder von anzulegenden Konservenfabriken. (Palästina kann seinem Boden und seinem Klima nach sehr hochwertige Früh- und Spätgemüse ohne Glashauskultur auf den Weltmarkt bringen.) Grundkapital 11200, Betriebskapital 1500, Übergangskosten 900, Gesamtkosten 13 600, Bruttoeinnahmen 3200 Ft., jährliche Wirtschaftsausgaben inkl. Familienunterhalt 2000, Reinertrag 1200 Fr., Kapital-- lasten vom zweiten Jahre an 664 Fr. Sechster Typus: Arbeiterheimstätten, auf unbewässerbarem Boden mindestens 2, auf bewässerbarem etwa X» ha, Gesamtanlagekosten 5000 Fr., Bruttoertrag 1000, jährliche Ausgaben 600, Reinertrag 400 Fr. Lasten 182 Fr. Die Inhaber dieser Betriebe sind auf den Haupterwerb aus Arbeitslohn angewiesen. Für alle Typen ist gleichmäßig angenommen, daß das gesamte erforderte Kapital angeliehen ist und verzinst werden muß. Wird Eigenkapital eingebracht, so stehen die'Kolonisten natürlich entsprechend günstiger. Die Rentabilität der Typen 2 bis o schwankt zwischen 9 % (überwiegend unbewässerte Baumpflanzung) und 11,4 % (überwiegend bewässerte Baumpflanzung). Typus 1 (überwiegender Ackerbau) steht demgegenüber mit 1,9 % außerordentlich ungünstig. Trotzdem wird nian ihn vorläufig in dem Plane einer Gesamtkolonisation Palästinas für die verkehrsärmeren Gegenden nicht missen können und darauf vertrauen müssen, daß seine Rentabilität mit der Erschließung des Landes, der Verbesserung der Technik und der Erholung des durch Raubbau geschwächten Bodens stark steigen wird. Auf Grund dieser Berechnung kommt O. nun zur Aufstellung von Voranschlägen für die Begründung ganzer Kolonien in der Mindestgröße von 100 Familien. Er rechnet als Koloniebedarf für Sicherheitsmaßnahmen, Schulen, ärztliche Hilfe, Trinkwasserversorgung usw. insgesamt 30 000 Fr. jährlich, als erste Anlagekosten für öffentliche Gebäude, Wege, Gemeindewaldpflanzungen usw. 05 000 bis 130 000 Fr. und einen Bodenbedarf für öffentliche Zwecke und Gemeindewald von 65 bis 115 ha. Für die Größe der Kolonie entscheidet natürlich die Wahl der Haupttypen. Bei überwiegendem Getreidebau (80 Bauernwirtschaften und 20 Arbeiterheimstätten) sind 2025 bis 2555 ha erforderlich. Bei