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Neue jüdische Monatshefte · 1917-01-10 · Heft 7 (10.1.1917) · p. Seite 204

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 7 (10.1.1917)
Article
Soziologische Tagebuchblätter
Date
1917-01-10
Page
Seite 204 (sequence 4)
Language
German
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204 Wirtschaft, einige Pflanzungen usw. Und diese Betriebe sollen mehr arbeitsals kapitalsintonsiv sein, schon aus nationalen Gründen, damit die Arbeitskraft des Ansiedlers und seiner Familie voll ausgenutzt und die Heranziehung ständiger fremdstämmiger Arbeitskräfte möglichst vermieden werde. Das sind die allgemeinen Grundsätze, von denen aus 0. nunmehr zur Aufstellung von gewissen Normaltypen schreitet. Hier werde ich mich lediglich referierend verhalten, indem ich dem Verfasser die Verantwortung für die von ihm entworfenen Typen selbst sowTie für die Berechnung ihrer Begründungskosten und Rentabilität überlassen muß. Erster Typus: Betrieb mit überwiegendem Getreidebau, Größe 20 bis 25 ha, in verkehrsärmeren Lagen des Landes und auf schwerem Boden. Zunächst wären 15 ha unter den Pflug zu nehmen, 3—4 ha als Weide zu benutzen, 1 ha als Baumpflanzung anzulegen. Die Kosten würden betragen: 10 000 bis 15 500 Fr. für Bodenerwerb, für Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude zirka 4200 Fr., insgesamt Grundkapital mit Wasserversorgung, Baumpflanzung, Gemüsegarten und Geflügelhof 21 700 Fr., Betriebskapital 3700 Fr. Mit 1800 Fr., die für den Unterhalt der Familie bis zu der übernächsten Ernte als Nebenkosten zugeschlagen werden müssen, kommt man also auf 27 200 Fr. Di.e Wirtschaftsausgaben werden inkl. des Unterhaltes der Familie auf 3000 Fr., der Bruttoertrag auf 2550 Fr. berrechnet, so daß von einer angemessenen Verzinsung des investierten Kapitals in den ersten Jahren gar keine Rede sein kann. Erst wenn die Roherträge wesentlich gestiegen sein werden, kann der Kolonist dazu gelangen, das Kapital zu verzinsen und zu amortisieren, wozu jährlich 1661 Fr. erfordert sein werden. Zweiter Typus: Starke Milchwirtschaft auf 10 ha, in Verbindung mit geringem Getreidebau, etwas Gemüsebau und Geflügelzucht und einer kleinen, bewässerten oder entsprechend großen unbewässerten Baumpflanzung. Der Typ, der im wesentlichen auf Milcherzeugung beruht, ist nur in günstiger Marktlage möglich. Der Boden dient vorwiegend dem intensiven Futterbau, dem mindestens 6 ha gewidmet sein sollen. Dazu kommen 1 ha Getreideland, K» ha Gemüsegarten, je 1 ha für Feldgemüse und Baumpflanzung. Der Typus verlangt an Grundkapital für Boden, Gebäude, erste Meliorationen usw. 16 800 Fr., für Betriebskapital 4100, für Übergangskosten 1800, zusammen 22 700 Fr. Der jährliche Wirtschaftsaufwand wird, immer unter Einrechnung des Familienunterhalts, auf 5450 Fr., der Bruttoertrag auf 7170 Fr., der Reinertrag auf 1720 Fr, berechnet, der sich nach etwa 8 Jahren, nach Eintritt der Erträge aus der Baumpflanzung, auf etwa 2000 Fr. steigern wird. Für Verzinsung und Amortisation sind 1226 Fr. vom vierten Jahre an erforderlich. Der Kolonist wird aber imstande sein, seine Schuld schneller zu tilgen. Dritter Typus: 6—VA ha; Hauptkultur unbewässerte Baumpflanzung. Grundkapital 13 750, stehendes Betriebskapital 7700, Übersangakosten während acht Jahren 7200, insgesamt 28 650 Fr. Der Rohertrag wird mit 6250 Fr.,- die Jahresausgaben inkl. Unterhalt der Familie mit 2750 Fr., der Reinertrag demgemäß mit 3500 Fr. mindestens be-

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