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Der Morgen · 1938-06-01 · Heft 3 (Juni 1938) · p. 105

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Journal
Der Morgen
Volume
14 (1938)
Issue
Heft 3 (Juni 1938)
Article
Mahaschawi und die Landwirtschaft
Date
1938-06-01
Page
105 (sequence 3)
Language
German
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Mahaschawi und die Landwirtschaft Selbstvergessen steckte er sich eine Zigarette an, erschrak über die Wärmeentwicklung des Zündholzes und warf Zündholz und Zigarette auf die Straße. „Höre", sagte er dann, „ich setze voraus, daß du mich nicht zum Besten hältst, denn wenn die Sache wirklich so steht, habe ich ja keine Zeit, das ganze dicke Buch bis zum Kapitel ,Eigene Wärme4 durchzulesen. Vielleicht würdest du die Güte haben, mir zu sagen, was da zu machen ist?" Der andere, dessen zwei Esel inzwischen in verschiedene Richtungen auseinander gelaufen waren, schlug im Hinauseilen vor, Mahaschawi möge am Abend zu ihm kommen, um über die Sache weiterzusprechen. „Aber", rannte Mahaschawi ihm nach, „bis zum Abend kann das Getreide doch verbrennen! Weißt du", schrie er, den Bauern an der Hulza packend, „ich werde mit dem Gartenschlauch hineinspritzen." — „Idiot", schrie dieser, sich losreißend, zurück, „dann hast du nächste Woche, wenn die Gerste zu keimen beginnt, einen vornehmen Zimmergarten mit Aussicht auf Konkurs infolge verfehlter Getreidespekulation." Mahaschawi ging erschüttert in seinen Getreidespeicher zurück und schaute fassungslos auf die ganz unschuldig tuende Gerste, etwa wie einer auf eine Höllenmaschine schaut, die, trotzdem sie ganz unverfänglich aussieht, im nächsten Augenblick losgehen kann. Dies ist der erste Teil der Geschichte. Der zweite begann am Abend, als der andere ihm verriet, was der Landwirt in einem solchen Fall zu tun hat. „Du mußt die Gerste umschichten, sozusagen umschütten lassen, das Unterste muß zu oberst kommen, und zwar nicht nur einmal, sondern mehrere Male." „Was?" schrie Mahaschawi entsetzt und sprang zurück, als hätte man von ihm verlangt, er möge auf seine Kosten der Regierung eine neue Straße bauen lassen, „was sagst du da? Ich soll für diese verdammte Gerste noch Geld ausgeben, wo sie schon wieder um fünf Punkte gefallen ist?! Meinst du, ich bin ein Wohltäter und habe mein Geld als Seeräuber verdient? Ich pfeife auf die ganze Landwirtschaft." — „Nun, dann wird Euer Hochwohlgeboren seinen Gerstenvorrat nicht einmal als Viehfutter verkaufen können", antwortete der Bauer ungerührt. Mahaschawi ging erschüttert nach Hause, saß fassungslos die halbe Nacht, trotzdem die Beduinen von den Sümpfen ein paarmal heraufschossen, unter seinem Olivenbaum und verfluchte die Idee, Landwirt zu werden. Am Morgen aber kam der ersehnte Einfall. Er nahm Briefpapier, setzte sich hin und schrieb mit verstellter Schrift an den Gouverneur: 105

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