Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 13 (1937-1938)
- Issue
- Heft 9 (Dezember 1937)
- Article
- Aussprache zum Thema: "Ende der Bünde"
- Date
- 1937-12-01
- Page
- 384 (sequence 8)
- Language
- German
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Hardi Svxtrsensky Hardi Swarsensky schreibt; Diese Erwiderung auf beide Artikel von Günter Friedländer, „Das Ende der Bünde", soll nur eine Antwort auf zwei Fragen bringen. I. Günter Friedländer spricht eingangs davon, daß der Mitgliederbestand der Bünde in starkem Maße zurückgehe. Diese Erscheinung sei nicht so sehr durch Auswanderung wie „durch sich häufende Austritte" verursacht. Eine auf diese Behauptung hin veranlaßte Rundfrage bei allen Bünden hat übereinstimmend ergeben, daß von häufigen Austritten oder gar von einer Austrittsbewegung nicht gesprochen werden kann. Die Jugendbewegung hat in den letzten vier Jahren durch Auswanderung eine große Anzahl von Menschen für die Arbeit hier verloren. Vor allem aber sind durch die Alija nach Erez Jisrael Tausende gerade von den älteren und verantwortlichen Mitgliedern der Bünde aus der praktischen Erziehungsarbeit hier ausgeschieden. Die Zahl beläuft sich auf mindestens 5200 Menschen im Alter über 18 Jahre. (Die durch den Hechaluz zur Alija gelangten „Unbündischen" sind natürlich in dieser Zahl nicht mitinbegriffen.) Ferner sind durch die Jugend-Alija 1770 Jugendliche, größtenteils Mitglieder der Bünde, in Erez Jisrael eingeordnet worden. Bekanntlich wird unter diesen Jugendlichen eine strenge Auswahl getroffen. Nur solche werden nämlich für die Jugend-Alija bestätigt, die besonderen Anforderungen gerecht werden. Es ist daher anzunehmen, daß der überwiegende Teil dieser 15—16jährigen Menschen für die Erziehungs¬ und Führungsarbeit in den Bünden in Betracht gekommen wäre. Der so erhebliche Fortgang von älteren, in der Führung stehenden Menschen und das Ausscheiden einer ganzen befähigten Generation, die zu einem späteren Zeitpunkt in die Führungsarbeit hätte eintreten können, mußte also dazu führen, daß die Kraft der Bünde geschmälert wurde. Wie die Bünde mitteilen, sind trotzdem in allen Fällen die Abgänge durch neu hinzugekommene Menschen mindestens ausgeglichen worden. Daß heute ein großer Teil der jüdischen Jugend bündisch nicht organisiert ist, dürfte kein besonderes Zeichen dieser Zeit sein. Schon immer war die Zahl der nichtorganisierten bei weitem größer als die der bündischen Jugend. Selbstverständlich hat sich aber auch der Fortfall des „Ring" bemerkbar gemacht, dessen Menschen sich im wesentlichen nicht in andere Bünde eingegliedert haben. Die geringe Anzahl der den Bünden für Führungsarbeit zur Verfügung stehenden Kräfte ermöglicht es heute nur, den Bestand 384