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Der Morgen · 1937-10-01 · Heft 7 (Oktober 1937) · p. 306

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 7 (Oktober 1937)
Article
Zum Abschluß der neuen Berliner Bibel [Rezension]
Date
1937-10-01
Page
306 (sequence 1)
Language
German
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Zum Abschluß der neuen Berliner Bibel Der vierte, umfangreichste, fast 600 Druckseiten starke Band der Torczyner-Bibel1) schließt dieses Bibelwerk ab. Den letzten Band füllen die „Ketubim", „Schrifttum", wie der Herausgeber übersetzt, also Psalmen (Obersetzer: Emil Bernhard - Cohn), Sprüche (Emil Levy), Hiob (Torczyner), Das Hohe Lied (Georg Salzberger), Ruth und Klagelieder (Caesar Seligmann), Kohelet (Ludwig Levy), Ester und Daniel, Esra und Nehemia, Chronik (Elias Auerbach). Mit Ausnahme der Psalmen ist die in dem Schlußband vereinigte Sammlung der „Schriften" in dem gleichzeitigen Buber—Rosenzweigschen Übersetzungswerk noch nicht erschienen. Die unterscheidenden Hauptprinzipien der Torczyner-Bibel, vor allem die Art der Herausarbeitung eines einheitlichen Stilcharakters durch den Herausgeber bei vierzehn verschiedenen Obersetzern, sind im „Morgen" (Juni 1935, August 1936) im einzelnen behandelt. Hier begnügen wir uns damit, den reichen Schlußband für sich näher anzusehen. Er enthält vor allem die Hiob-Obersetzung des Herausgebers selbst. Professor Torczyner x) Die Heilige Schrift, neu ins Deutsche übertragen, auf Veranlassung der Jüdischen Gemeinde Berlin von Harry Torczyner unter Mitarbeit von Elias Auerbach etc. etc. Vierter Band: Ketubim-Schrifttum. 8°, VI u. 573 Seiten. Frankfurt a. M. (I. Kauffmann) 1937. Im gleichen Verlag erschien gleichzeitig eine einbändige Dünndruckausgabe der vier Bände, 1685 Seiten stark, gebunden zu RM 7,50. hat diesem literarisch, exegetisch und geistesgeschichtlich schwierigsten biblischen Buch in früheren Arbeiten textkritische und sprachwissenschaftliche Analyse gewidmet. Die bis zur Gegenwart ungewöhnlich rege gebliebene Forschung zum Buch Hiob ist bei aller Treue der neuen Übertragung sichtbar verwertet, so daß der mit Bedacht lesende, den hebräischen Urtext nicht aus dem Auge verlierende Benutzer der Bibel mit der Übersetzung gleichzeitig einen Hiob-Kommentar, der eine Fülle neuer Ausblicke bringt, in Händen hat „Hast du auf Ijob acht gehabt, auf meinen Knecht? Wie er ist keiner ja auf Erden, Ein Mann, so schlicht und recht, Gott fürchtend und das Böse meidend." „Ist Ijob denn umsonst so gottesfürchtig? Umhegst du ihn nicht und sein Haus Und alles, was er hat ringsum? Hast seiner Hände Werk gesegnet, Und sein Besitz geht weit ins Land. Reck aber einmal deine Hand Und triff, was immer ihm gehört, Ob er ins Antlitz dir nicht flucht!" „Sieh, alle seine Habe sei in deiner Hand, Nur gegen ihn sollst du die Hand nicht richten!" In den 42 Kapiteln steckt eine Vielgestaltigkeit der Szenen, ein Reichtum von Tönen, eine Ausdrucksmannigfaltigkeit, die das Staunen aller Verständigen in allen Epochen und bei allen Völkern immer wieder erregt und den Ge- 306

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