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Der Morgen · 1937-05-01 · Heft 2 (Mai 1937) · p. 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 2 (Mai 1937)
Article
Von den ersten Operetten
Date
1937-05-01
Page
79 (sequence 3)
Language
German
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Von den ersten Operetten Als den Gipfel jüdischer Theaterkunst betrachtete die Goldfaden-Schule die große historische Oper „Opferung Isaks". Hier läßt Goldfaden alle seine Register spielen, das Ernste zu gleichem Recht kommen wie das Heitere und beides auf quasi traditioneller, fast ehrwürdig respektvoller Glaubensgrundlage. Die beiden Grundpfeiler des Stückes sind Abrahams Glaube an Gott und die Not seiner Kinderlosigkeit, wovon er singt: Ach, vertan hab ich meine beste Zeit, mein Leben, meine Welt, Ach, gearbeitet mit blutigem Schweiß, zu sammeln Gut und Geld! Gott hat mein Haus gesegnet, mein Vermögen ist groß — Was taugt es mir jetzt, ja, ohne ein einziges Kind. Wo wird mein Gut einst hinkommen, wer weiß, wo, Wer wird einst verzehren meine erschuftete Mäh? Nimm du es dir, guter Gott, nimm es zurück, Ich danke dir sehr, guter Gott, für dein Glück, Was taugt mir mein Gestern, mein Heute und Morgen Ach ohne ein Kind! Das gleiche Motiv erfüllt auch die erste Strophe von Eliesers Kinderlied, das der Darsteller des Elieser in der Premiere des Goldfaden-Stückes im New-Yorker Windsor-Theater, der Meisterschüler Mogulesko, verfaßt und komponiert hat. Das Gottesdienstmotiv — „Mögen alle Völker und Nationen zugleich / Sich bücken und dienen Göttern viel, / Wir wissen von keinem, / Wir dienen nur Einem" — erscheint in einem ausdrücklichen Zwiegesang von Sara und Abraham, dessen Refrain der Chor immer wieder aufgreift; es erscheint noch einmal, nun ganz sentimentale Lyrik, ganz Musik, in Saras Wiegenlied für Isak. Die lustige Person, nicht ohne einen Schuß von Tragikomik, ist natürlich Lot mit einem ebenso tollen wie kunstvollen Sauflied, worin es heißt: Und hat dazu einer ein Weib, eine Last, Oi, oi, oi, muß man doch trinken! Das Haus ist voller Klagerei, Man hört nur Schimpf und Schlagerei, Es ist mit ihr nicht auszuhalten, bet und schrei nur zum Trost! Ihr Maul, das läuft auf Schrauben, Man muß ihr doch entlaufen, Sich trösten mit einem guten Bruder, Prost! Hier überschlägt sich der Humor bereits, Lot singt vom Tode seiner „Last" und von den Partien, die ihm dann angeboten werden. Das bezauberndste Lied des Ganzen singt dann das Kind, Isak, von der Arche Noahs. Das Motiv ist: durch die 79

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