Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 12 (1936-1937)
- Issue
- Heft 12 (März 1937)
- Article
- Siebzig Sprüche
- Date
- 1937-03-01
- Page
- 549 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Siebzig Spräche Unterscheiden lernen (20,11) Schon ein Knabe läßt an seinen Spielen sich unterscheiden: ob lauter, ob gerade seine Werkweise ist. * Der Tiegel fürs Silber, der Ofen fürs Gold, (27, 21) ein Mann aber gilt danach, worein er seinen Ruhm setzt. Reich und Arm (22,2) Reicher und Armer gehören zusammen, der sie alle macht ist ER. Ehrfurcht vorm Leid (25,20) Gewandaufpulz am Tage des Frosts, Essig auf Laugensalz, — und wer mit Gesänglein ansingt ein mißmutiges Herz. Die große Tapferkeit (16, 32) Ein Langmütiger ist besser als ein Kriegsheld, wer seines Aufbrausens waltet, als wer eine Stadt bezwingt. Gegen die Rachsucht (20,22) Sprich nimmer: „Möcht ich das Böse vergelten können!'' Hoffe auf IHIS und er wird dich befrein. Umgang mit dem Feind (25, 21 f.) Hungert deinen Hasser, speis ihn mit Brot, dürstet ihn, lab ihn mit Wasser! Denn Glühkohlen scharrst du ihm aufs Haupt, ER aber wird dirs vergelten. In der Situation (2/4,10—13) Hast du dich schlaff bezeigt am Tage der Not, nolhaft wird deine Kraft. Zu retten gilts die zum Tode Geholten, die zur Würgung Wankenden — o tätest du Einhalt! Wenn du sprichst: „Wir haben ja davon nicht gewußt!" — ists denn nicht so: der die Herzen wägt, der merkt, der deine Seele bewacht, der weiß, und er erstattet dem Menschen nach seinem Werk?! Wirtschaft, Arbeit, Besitz, Gerechtigkeit Stolz der Arbeit (22,29) Erschaust du einen Mann, seiner Arbeit beflissen, — vor Könige mag der sich stellen, vor Finsterlinge stellt er sich nie. 549